Ärz­te­man­gel ruft nach Kor­rek­tur!

Von | 13. Febru­ar 2018 | Gedan­ken

Das Aar­gau­er Gesund­heits­de­par­te­ment hat im ver­gan­ge­nen Jahr einen Ärz­te-Zulas­sungs­stopp für Ärz­te aus dem Aus­land ver­hängt. Als Haupt­ar­gu­ment wur­den vor allem Qua­li­täts­grün­de ange­führt.

Nicht betrof­fen von die­ser Mass­nah­me waren die Spi­tal­ärz­te. Da muss man sich schon fra­gen, ob aus­län­di­sche Ärz­te, die im Spi­tal arbei­ten, qua­li­fi­zier­ter sind, als sol­che, die ander­wei­tig ihren Beruf aus­üben? So gese­hen ist die Rege­lung  nicht halt­bar. Aus­län­di­sche Ärz­te sind in der Regel nicht schlech­ter als Schwei­zer Ärz­te.

Offen­bar hat man die Rege­lung aber auf­grund von eini­gen schwar­zen Scha­fen getrof­fen. Heu­te ist abseh­bar, dass vie­le Schwei­zer Haus­arzt­pra­xen bald ohne Nach­fol­ger daste­hen wer­den. Die Pati­en­ten haben dann kei­ne ande­re Wahl, als teu­re Not­fall­diens­te in Anspruch zu neh­men. Ist das denn im Sin­ne unse­res heu­te schon teu­ren Gesund­heits­sys­tems? Wohl kaum! Lie­ber ein aus­län­di­scher Arzt als gar kei­ner! 

Ärz­te aus dem Aus­land berei­chern (bis auf sehr weni­ge Aus­nah­men) die Kul­tur ärzt­li­chen Han­delns und sind für vie­le Schwei­zer Pati­en­ten durch­aus eine posi­ti­ve Erfah­rung. Ich per­sön­lich muss­te mich vor ein paar Jah­ren nach einem Ski­un­fall
an der Achil­les­seh­ne ope­rie­ren las­sen. 

 

Ein pol­ni­scher Arzt hat da wirk­lich tol­le Arbeit geleis­tet. Ich habe heu­te kei­ne Beschwer­den mehr und fah­re wie­der Ski fast so wie einst Roland Col­lom­bin – nicht so schnell aber nach wie vor drauf­gän­ge­risch!

Was ich erst nach­her erfuhr: Die­ser Arzt wur­de auch erfolg­reich am Para­ple­gi­ker­zen­trum in Nott­wil ein­ge­setzt. In der Regel ist die Qua­li­tät der aus­län­di­schen Ärz­te gut. Hier­zu­lan­de haben sich auch aus­län­di­sche Zahn­ärz­te einen Namen gemacht und
vie­le Zahn­weh­schwei­zer las­sen sich gar in Ungarn behan­deln.

Wenn die Haus­arzt­ver­sor­gung nicht mehr gewähr­leis­tet ist, müs­sen wir künf­tig viel­leicht sogar Kran­ken­fahr­ten ins Aus­land
orga­ni­sie­ren. Soweit soll­te es nicht kom­men. Wir brau­chen mehr Gemein­schafts­pra­xen, wie die­je­ni­ge in Ober­ent­fel­den, die sich bes­tens bewährt hat.

Die Mischung von Schwei­zer und aus­län­di­schen Ärz­ten ist doch befruch­tend. Kommt dazu, dass die aus­län­di­schen Ärz­te in Gemein­schafts­pra­xen sorg­fäl­tig auf ihre Arbeit vor­be­rei­tet wer­den. Dass vie­le Schwei­zer Ärz­te nicht mehr gewillt sind, als Haus­arzt zu arbei­ten, liegt vor allem im finan­zi­el­len Bereich. Da haben wir hier­zu­lan­de noch eini­ge Haus­auf­ga­ben zu erle­di­gen.