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Von | 13. Dezember 2017 | Gedanken

Seit Wochen und Monaten gras­siert ein Thema in den Schweizer Medien: Frau­en­feind­li­ches Ver­halten am Arbeits­platz. Ich frage mich ernst­haft, wes­halb das heute anders sein soll als vor ein paar Jahren? Ist die Hys­terie heute gar der Grund dafür, dass es immer mehr gleich­ge­schlecht­liche Bezie­hungen gibt? Eigent­lich ist dies eine abge­dro­schene Sache, die man in einer zivi­li­sierten Gesell­schaft nicht mehr ständig neu auf­ko­chen sollte, denn es hat mit Anstand zu tun. Freude an einer Frau zu haben – sei es am Arbeits­platz oder anderswo – ist noch lange nichts Ver­bo­tenes. Nur muss diese Freude dann richtig ausgedrückt werden, will aber heissen, dass man sie nicht gleich umarmt!

Als die Ver­kupp­lungs-Inter­net­platt­formen noch nicht exis­tierten, lernten sich sehr viele heu­tige Ehe­partner tatsächlich am Arbeits­platz kennen. Der Arbeits­platz ist aber nicht gleich­zu­setzen mit einem Lie­bes­nest. Um einer Mit­ar­bei­terin zu zeigen, dass man sie mag, muss man des­halb nicht gleich mit ihr in den Lift steigen oder sie ordinär anma­chen. Scheue Männer trinken am Betriebs­fest zu oft einen über den Durst, um dann hem­mungslos zu werden. Jeder eini­ger­massen nor­male Mann weiss doch, dass er mit plumper Anmache sein Gegenüber brüskiert.

Apropos Betriebs­fest: Orga­ni­siert das besser ohne plumpe Strip­tease-Ein­lage. Ver­loren hat Mann, wenn er sich unter dem Bauch kratzt (selbst wenns juckt) oder gar diesen Körperteil im Büro foto­gra­fiert. Auch den National- und Ständerat sehe ich als Ein­heit. Dass einige Mit­glieder dieser Elite unseres Landes zu viel saufen und sich dann abartig benehmen, ist für mich nach­voll­ziehbar, wenn ich an die Sauf­ge­lage der Stu­den­ten­be­we­gungen denke. Oft meinen diese Pro­fi­lierten, sich alles leisten zu können.

 

Seriöses «bag­gern» funk­tio­niert ganz anders. Gefällt mir eine Dame im Geschäft, dann lade ich sie viel­leicht einmal zum Kaffee ein, um dann bei einem Schwatz mehr über sie zu erfahren. Eine gute Inves­ti­tion ist auch immer, wenn man sie zu einem feinen Essen einlädt. Wenn möglich aber nicht zu einem Wurst­mahl, denn so kann man wenig Schlüsse auf das Gebiss des Gegenübers ziehen. Wenn sie einen Mocken Fleisch pro­blemlos essen kann, ist man auf der sicheren Seite. Faule Zähne können nämlich ganz bös ins Geld gehen. Unter die Lupe sollte man auch die Ess­ma­nieren und Klei­dung des Gegenübers nehmen. Übrigens: Sollte man mehr­mals mit einer Dame aus­gehen und dabei fest­stellen, dass sie kein Porte­mon­naie besitzt – bitte Hände weg! Nach dem ersten Essen sollte man die Dame auf Wunsch zwar nach Hause begleiten, aber nicht gleich dort übernachten wollen.

Das braucht Zeit und das ent­spre­chende Signal kommt dann von selbst. Beson­ders galante Männer haben natürlich meh­rere Damen im Auge (Bsp. Kachel­mann). Es ist da aber schon ratsam, sich dann auf eine fest­zu­legen, denn sonst sind die Agen­da­pro­bleme vor­pro­gram­miert – ausser man sei Mor­mone.

Noch ein Gra­tis­tipp für Frauen: Kleidet euch schön, aber nicht viel zu knapp. Dadurch ver­hin­dern sie, dass die vom Jagd­trieb ver­folgten Männer sich nicht gleich auf die Pirsch begeben. Übrigens noch eine Erin­ne­rung an früher: Kam da ein Gast einer Ser­vier­tochter zu nahe, erhielt er gratis und franko kur­zer­hand eine Ohr­feige! Leider ist das aus der Mode gekommen, denn es wäre immer noch ein effi­zi­entes Zei­chen, das alle ver­stehen. Ich wünsche allen Lese­rinnen und Lesern eine schöne Geschäfts-Weihnachtsfeier mit viel Zwei­sam­keit aber ohne Ohr­feigen oder sons­tigen Pannen.