Bargeldlose Zeit ist noch weit entfernt!

Von | 4. Januar 2018 | Gedanken

Der Raiff­ei­sen­ar­tikel «Das Bar­geld wird ver­schwinden» in der letzten Nummer des Land­an­zei­gers hat einige Lese­rInnen scho­ckiert. Als älterer Knabe habe ich es noch erlebt, dass mir die Buch­hal­tung den Zahltag persönlich im Gelben Säcklein überreichte. Das waren noch Zeiten! Diese Art der Bezah­lung wurde in der Folge ein­ge­stellt, weil wohl nicht ganz alle den vollständigen Zahltag nach Hause brachten. Jeden­falls konnten sich die dama­ligen Wirtshäuser am Zahl­tagstag nicht über man­gelnde Kund­schaft beklagen.

Aus Sicherheitsgründen setzten sich dann die Zah­lungen auf ein Bank­kun­den­konto durch. Nicht wenige Zeit­ge­nossen holten dann einen Teil des Geldes, um diesen dann bar in der Post ein­zu­zahlen. So hatte auch die Post ihr Ein­kommen.

Heute wird das meiste Geld zum Leid­wesen der Post von Konto zu Konto trans­fe­riert. Die Folge kennen wir: Post­stel­len­schlies­sungen en masse. Die meisten älteren Leute besitzen zwar heute eine Bank­karte, doch die aller­meisten Zeit­ge­nossen haben immer noch etwas Bar­geld im Sack. Das beru­higt und dadurch ist man auch nicht auf­ge­schmissen, wenn 

man einmal die Karte nicht dabei hat oder wenn einmal die Kar­ten­le­se­technik ver­sagt.

Ist es sinn­voll, wenn ich am Kaf­fee­au­to­maten im Geschäft die 50 Rappen mit einer Karte bezahlen muss? Wer bezahlt dann das kom­pli­zierte Abbuch­ver­fahren und die Umrüstung dieser Geräte? Wohl kaum die Bank! Ich pro­phe­zeie, dass es hierzu- lande noch min­des­tens 50 Jahre Bar­geld geben wird. Dass gewisse Banken die Dienst­leis­tungen dras­tisch abbauen möch- ten, ist auch den Kunden nicht ent­gangen. Nicht ent­gangen ist den Kunden wohl auch, dass die Bank­spesen immer höher werden. Was bei einer bar­geld­losen Zeit pas­siert, ist absehbar: Man ist den Banken aus­ge­lie­fert und diese können für jede Dienst­leis­tung Spesen ein­for­dern. Letzt­lich ist der Kunde so seiner Bank völlig aus­ge­lie­fert. Des­halb ist es gut, wenn wir jetzt noch Gegen­steuer geben. Viel­leicht ist das eine Chance für Klein­banken, die ihre Kunden noch persönlich betreuen und auch kennen. Die Leute holen dort ihr ange­spartes Geld noch persönlich ab und am Ende des Geschäftsjahres wird noch ein feines Essen ser­viert. Gut möglich, dass sich da wieder eine Marktlücke für kleine Bank­in­sti­tute öffnet. Schliess­lich sind in den letzten Jahren auch wieder kleine Bier­braue­reien ent­standen.