Die Landwirtschaft neu erfinden?

Von | 24. Oktober 2017 | Gedanken

Neue Ideen sind bekannt­lich immer gut – vor­aus­ge­setzt sie können umge­setzt werden. Das Bei­spiel Risihof in Köl­liken soll auf­zeigen, dass auch die Land­wirt­schaft zwar nicht neu erfunden werden kann, aber doch zumin­dest neue Impulse gefragt sind. Früher bestand gegenüber den Land­wirt­schafts­höfen eher eine Schwel­len­angst, welche noch ver­stärkt wurde durch den «gif­tigen» Hof­hund. Gebes­sert hat sich das dann mit den Hof­lä­delis, die recht gut genutzt werden, wenn sie an guter Lage zu finden sind. Abge­le­gene Höfe haben da aber schon schlechte Karten. Kommt dazu, dass gewisse Natur­pro­dukte bei Nicht­kauf ver­derben. Gross­bauern haben in der heu­tigen Zeit keine schlechten Karten in der Hand. Für die mitt­leren und kleinen sieht’s nach wie vor düster aus. Frei­lich durch Milch­wirt­schaft funk­tio­niert das eben nicht. Auf sehr vielen Höfen wird mitt­ler­weile keine Land­wirts­haft mehr betrieben und die Land­flä­chen sind in der Regel ver­pachtet. Des­halb wäre es sinn­voll, wenn in nächster Zeit nicht noch mehr Höfe ver­schwinden. Es exis­tieren neue Ideen, die der Frage nach einer sinn­vollen Nut­zung eines überschaubaren Hofes zugrunde liegen.  Aber kann man einen klei­neren Bau­ernhof sinn­voll und doch eini­ger­massen kos­ten­de­cken betreiben? Der Köl­liker Risihof pro­bierts mit einer Art Inter­es­sen­ge­mein­schaft, die Gemüse und Beeren selbst pflanzt, hegt und danach auch erntet. So pro­du­ziert man das eigene Gemüse.

Selbst Mehr­fa­mi­li­en­haus­be­wohner ohne Garten werden zu Bauern. Die Betei­li­gung an Höfen ist nicht ganz neu. In Deutsch­land gibt es das schon länger und auch in der Schweiz exis­tieren solche Gemein­schaften schon. Bei­spiels­weise auf dem Eulenhof in Möhlin, wo das Pro­jekt recht gut funk­tio­niert. Ob das auch auf dem Risihof der Fall sein wird, hängt wohl von ver­schie­denen Fak­toren ab. Passen die Men­schen, die dann hier zusammengewürfelt werden, auch zusammen? Können sie mit­ein­ander Hand in Hand arbeiten? Werden dann alle so anpa­cken wie das ange­dacht und wie das sinn­voll ist? Die Leute sind heute sehr oft gestresst. Der viel gehörte Aus­spruch «ke Ziit» gibts in der Land­wirt­schaft nicht, denn der Tag hat 24 Stunden und sonst kann man noch die Nacht dazu­nehmen. Bauer zu sein ist nicht nur eine Idylle. Der Beruf hat Vorund Nach­teile. Sind die Mit­glieder auch bereit bei schlechtem Wetter anzu­treten? Ent­schei­dend wird auch die Höhe der Betei­li­gungs­bei­träge sein. Sind sie zu hoch, werden zu wenig «Bauern» ins Geschäft ein­steigen. Das Preis/​Leistungsverhältnis muss eini­ger­massen stimmen, aber da gibts ja bereits Bei­spiele. Zu hoffen bleibt, dass die gute Idee nicht an Details schei­tert.