Die Buch­se­rin Ali­ne Seitz fährt im Scratch als Sie­ge­rin über die Ziel­li­nie (Bild: zVg)

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Ein Sieg zum Jah­res­en­de

Von | 4. Janu­ar 2018 | Sport

Im Tis­sot Velo­dro­me in Gren­chen wur­de wäh­rend zwei Tagen die Track Cycling Chal­len­ge aus­ge­tra­gen. Dem Ver­an­stal­ter gelang es, mit einem hoch­ka­rä­ti­gen Start­feld mit inter­na­tio­na­len und natio­na­len Fah­rern, das Publi­kum anzu­zie­hen. Bei den Eli­te Frau­en star­te­ten auch fünf Schwei­ze­rin­nen, dar­un­ter Ali­ne Seitz. Die Buch­se­rin sieg­te im Scratch.

Das ers­te Ren­nen, das Scratch, geht über 40 Run­den, was einer Distanz von 10 km ent­spricht. Die Fah­re­rin, wel­che als ers­te und nicht über­run­det die Ziel­li­nie über­quert, gewinnt. Das Ren­nen hat­te von Beginn ein hohes Tem­po. Die Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit betrug 47 km/h.

Ali­ne ver­such­te mit einer pas­si­ven Fahr­wei­se Kräf­te zu spa­ren. Immer wie­der gab es aus dem Feld Angrif­fe. Als die favo­ri­sier­ten, star­ken Bri­tin­nen zur Flucht anset­zen, klemm­te sich Ali­ne an ihre Hinter­rä­der. Zwei wei­te­re Fah­re­rin­nen taten es ihr gleich. Das Feld erhöh­te noch­mals das Tem­po. Die Fün­fer­grup­pe har­mo­nier­te jedoch gut und so schaff­ten sie es gemein­sam das Feld zu über­run­den. Fünf Run­den vor Schluss ver­such­te jede Fah­re­rin sich mög­lichst gut für den Schluss­sprint zu posi­tio­nie­ren.

Ali­ne gelang es, sich zwei Run­den vor Schluss an die Spit­ze des Fel­des zu set­zen. Die­se Posi­ti­on kos­tet viel Kraft und ist gefähr­lich, da man von hin­ten über­sprin­tet wer­den kann. Ali­ne ver­such­te vor­ne das Tem­po zu kon­trol­lie­ren. In der letz­ten Run­de ver­schärf­te sie die Geschwin­dig­keit. Die Bri­tin­nen reagier­ten sofort und ver­such­ten Ali­ne zu über­ho­len. «Ich woll­te die­sen Sieg und habe alles gege­ben.» Unter star­kem Applaus des Heim­pu­bli­kums fuhr sie als ers­te über die Ziel­li­nie.

Das spä­te­re Punk­te­fah­ren ver­lief durch­zo­gen, Ali­ne konn­te in zwei Wer­tun­gen Punk­te ergat­tern und dank den zwei Punk­ten vom Schluss­print erreich­te sie den 7. Schluss­rang.

Im letz­ten Ren­nen des Tages, dem Madi­son, star­te­te Ali­ne gemein­sam mit der West­schwei­ze­rin Léna Mett­raux. Die Zwei­er­teams ver­su­chen über 80 Run­den Punk­te zu sam­meln.

Alle 10 Run­den erfolgt eine Wer­tung. Die Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit bertrug 49,5 km/h, also erneut sehr schnell. Ali­ne und Léna fan­den zu Beginn schlecht ins Ren­nen. Die Wech­sel klapp­ten nicht alle wie gewünscht und so konn­ten sie nur in einer Wer­tung punk­ten.

Nun fokus­sier­te sich Ali­ne voll auf den Schluss­sprint. Die­ser gibt die dop­pel­te Punkt­zahl. Sie wuss­te, dass Léna infol­ge des Wech­sels den Schluss­sprint aus­tra­gen muss. Ali­ne atta­ckier­te in der zweit­letz­ten Run­de. Sie sprin­te­te, ange­feu­ert vom toben­den Publi­kum los und riss eine gros­se Lücke auf. Eine Bri­tin ver­such­te anzu­grei­fen. Beim Wech­sel schrie Ali­ne «Rapi­de!» und schick­te Léna damit auf die ent­schei­den­de, letz­te Run­de. Die Lücke schmolz. Nun erhob sich das Publi­kum und peitsch­te die West­schwei­ze­rin ins Ziel. Léna ging aus dem Sat­tel und unter tosen­dem Applaus sicher­te sie den Sieg in der letz­ten Punk­te­wer­tung. Die­se 10 erkämpf­ten Punk­te kata­pul­tier­ten Ali­ne und Léna auf den 3. Rang.

Am zwei­ten Tag der Chal­len­ge stand das Omni­um an. Dies beinhal­tet vier Ren­nen. Für jedes Ren­nen gibt es Punk­te, wer am Ende die meis­ten hat, gewinnt das Omni­um. Ali­ne lie­fen die Ren­nen nicht ganz wie gewünscht, auch die Bei­ne mach­ten sich lang­sam bemerk­bar. Den­noch fuhr sie mit dem 8. Rang erneut in die Top Ten. Rück­bli­ckend auf die zwei anstren­gen­den Tage strahlt Ali­ne: «Es ist ein unbe­schreib­li­ches Gefühl, so vom Heim­pu­bli­kum getra­gen zu wer­den».