Mari­an­ne Wehr­li, LL.M Rechts­an­wäl­tin

Haus­kauf vor der Schei­dung

Von | 15. Novem­ber 2017 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Ich lebe seit einem Jahr getrennt, mei­ne Frau ver­wei­gert mir aber noch die Schei­dung. Ich möch­te mit mei­ner Freun­din zusam­men ein Haus kau­fen. Brau­che ich dazu das Ein­ver­ständ­nis mei­ner Frau? Die Eigen­mit­tel würden mei­ne Freun­din und ich je zur Hälf­te auf­brin­gen, wobei ich dazu mei­ne 3. Säu­le auf­lö­sen wer­de. Muss ich im Hin­blick auf die Schei­dung etwas beach­ten?

ANTWORT | Dem Haus­kauf steht aus recht­li­cher Sicht nichts ent­ge­gen. Auch nach der Hei­rat ver­wal­tet jeder Ehe­gat­te sein Geld allei­ne und darf es in den gesetz­li­chen Schran­ken aus­ge­ben oder anle­gen wie er möch­te. Im Hin­blick auf die bevor­ste­hen­de Schei­dung soll­ten Sie jedoch beden­ken, dass Sie und Ihre Frau unter dem Güterstand der Errun­gen­schafts­be­tei­li­gung leben. Sie dürfen mit Ihrem Geld zwar eine Lie­gen­schaft erwer­ben. Wenn das dafür benö­tig­te Geld jedoch aus Errun­gen­schafts­mit­teln stammt, ist Ihre Ehe­frau zur Hälf­te am Gegen­wert Ihres Anteils betei­ligt und Sie wer­den sie bei der Schei­dung aus­zah­len müssen.

Die Ein­zah­lun­gen in die drit­te Säu­le wer­den üblicherweise aus dem Lohn geleis­tet und es han­delt sich des­halb um Errun­gen­schaft. Ver­wen­den Sie bei­spiels­wei­se Fr. 80’000.00 aus Ihrer 3. Säu­le für den Haus­kauf, wer­den Sie Ihrer Ehe­frau unter dem Vor­be­halt, dass das Gut­ha­ben der 3. Säu­le wäh­rend der Ehe ange­spart wor­den ist, einen Aus­gleich von Fr. 40’000.00 leis­ten müssen.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mari­an­ne Wehr­li, Rechts­an­wäl­tin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aar­au
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch