Urs Riedo mit seinem «Blackmoon»-Gin in der kleinen aber feinen Bren­nerei  (Bild: Kaspar Flü­ckiger)

Urs Riedo aus Schloss­rued ist einer der ganz wenigen Gin-Brenner in der Region

Hinter dem «Ochsen» wird Gin gebrannt

Von | 8. März 2018 | News

Mit getrock­neten Kräu­tern aus dem Rue­dertal brennt Urs Riedo seinen Classic-Gin. Der Schloss­rueder hat seine Bren­nerei in einer Garage hinter dem Gast­haus zum Ochsen in Schöft­land ein­ge­richtet. Der Land­an­zeiger hat «The Distiller» besucht.

Sams­tag­morgen in einer Garage hinter dem Gast­haus zum Ochsen. Urs Riedo, «The Distiller», ist in seinem Ele­ment. Er wer­kelt an seinem Brenn­kessel herum. Dabei sieht ihm Chris­tian Widmer auf dem Sofa sit­zend zu. Die beiden sind Freunde, kennen sich seit der Schul­zeit. Urs Riedo arbeitet akri­bisch, notiert alles in ein Brenn-Pro­to­koll. «Er war schon immer so exakt in allem, was er tat», sagt Widmer, der ein kleines Trans­port­un­ter­nehmen hat. «Chris­tian ist meine Filiale im Wynental», scherzt Urs Riedo, der mit einem Auge stets auf den Brenn­pro­zess schaut.

Wacholder plus Kräuter aus dem Rue­dertal

Eine Gas­flamme sorgt für ordent­liche Hitze unter dem 34-Liter- Topf. Im Kessel wird es immer heisser, der Alko­holsud ver­dampft und strömt durch den in Sieben gela­gerten Wacholder und durch die von Riedo hand­ver­le­senen und getrock­neten Kräuter aus dem Rue­dertal: Lavendel, Pfef­fer­minz, Ros­marin und Tan­nen­schöss­linge. Je nach Saison. Durch ein geheim­nis­volles «Gei­st­rohr» dampft alles in einen wei­teren Kessel, wo die Kon­den­sa­tion statt­findet.

Unten tröp­felt das wert­volle Destilat heraus: Der Gin von Urs Riedo. «Black­moon» heisst seine Marke. Den ein­zigen Rue­der­taler Gin gibt es in vier Sorten: Classic, African Dream, Tro­pical Thai und Spe­cial Edi­tion. Urs Riedo zeigt auf eine Zah­len­pla­kette auf dem Brenn­kessel. «Auf die bin ich stolz», sagt der Schloss­rueder. Denn es han­delt sich um die Bewil­li­gung der Eid­ge­nös­si­schen Alko­hol­ver­wal­tung. Die Pla­kette beweist: Riedo ist kein «Schwarz­brenner».

Im Jahr 2015 hat der Schloss­rueder ange­fangen, seine Trauben zu brennen. Ein Jahr später fragte ihn der Göt­tibub aus der Inner­schweiz, ob er ihm für die Fas­nacht einen Gin brennen würde. So richtig ins Rollen kam die Sache beim Schloss­rueder Jugend­fest 2016. Mit Hilfe der Hof­bren­nerei von Ruedi Tanner brannte Urs Riedo einen feinen Gin für das Beizli der Kul­tur­kom­mis­sion «Schloss­rued läbt», wo Urs Riedo aktiv mit­wirkt. «Am Jugend­fest gab es derart viele posi­tive Feed­backs, dass ich mich ent­schloss, weiter mit Herz­blut Gin zu destil­lieren. Die Nach­frage nach dem Rue­der­taler Edel­de­stillat nahm dann aber ein Aus­mass an, dass die räum­li­chen Mög­lich­keiten zu Hause sprengte. So musste ein Lokal gefunden werden.

Hinter dem Gasthof Ochsen fand der Gin­brenner ein ideales Lokal, das all seinen Wünschen und Anfor­de­rungen ent­sprach. In Eigen­regie ent­stand im letzten Herbst ein gefäl­liges Brenn­lokal, das auch zum Ver­weilen und zu «Schnaps­ge­sprä­chen» ein­lädt. «Black­moon» Gin ist auf Erfolgs­kurs und hat den Weg bereits in nam­hafte Restau­rants und Bars in der ganzen Deutsch­schweiz gefunden. Auf den acht Fluss­kreuz­fahrt­schiffen der Excel­lence Gruppe ist «Black­moon» Gin auch auf der Barkarte zu finden. Mit einem befreun­deten Cho­co­la­tier wurden Gin-Stän­geli und Truffe noir entwickelt.Riedos Gin-Garage ist jeweils Frei­tag­nach­mittag und Sams­tag­morgen geöffnet. Schon viele gute Ideen nahmen in einer Garage ihren Anfang. Gut mög­lich, dass auch Urs Riedos «Blackmoon»-Gin richtig durch­starten wird.