Anika an einem inter­na­tio­nalen Tur­nier in Mal­lorca (Bild: zVg)

Vol­ley­ball

«Ich bin sehr ehrgeizig, was meine Stärke und gleichzeitig meine Schwäche ist»

2. Mai 2018 | Sport

Sie will sich später nicht vor­werfen müssen, nicht alles ver­sucht zu haben, das Beste aus sich her­aus­zu­holen: Anika Schwörer, Sport­schü­lerin an der Alten Kan­tons­schule Aarau. Mehr über die Ziele und den Ehr­geiz der erst 16-jäh­rigen und immer hung­rigen Ath­letin erfahren wir im Por­trait.

Die Kan­ti­schü­lerin weiss selber nicht mehr richtig, wie sie zum Vol­ley­ball­sport gekommen ist. Die sport­be­geis­terte Anika ist früher geschwommen, hat acht Jahre lang Tennis gespielt und wollte unbe­dingt noch eine andere Sportart aus­pro­bieren. Dies sei dann das Vol­ley­ball gewesen, das sie seither nicht mehr los­ge­lassen hat. «Ich mag die fami­liäre Seite des Vol­ley­ball­sports, die Lei­den­schaft und die Emo­tionen, die damit ver­bunden sind,» sagt Anika, die vier Jahre in Kali­for­nien zur Schule ging. Als Vol­ley­bal­lerin ver­bringt man viel Zeit mit den Team­kol­le­ginnen, sei dies in den Trai­nings oder an den Spielen am Wochen­ende. Man hat die­selben Ziele, was sehr ver­bindet. Die gemeinsam erlebten Emo­tionen sind dadurch viel inten­siver.

Die Ent­schei­dung zwi­schen Halle und Sand

Seit letztem Sommer besucht Anika die erste Sport­klasse an der Alten Kan­tons­schule Aarau. Als Sport­schü­lerin hat sie hohe Ziele. Sie hat sich jedoch noch nicht zwi­schen der Out­door- und Indoor­sportart ent­schieden. «Bis vor Kurzem war ich sehr Beach­vol­ley­ball ori­en­tiert. Doch seit ich die Chance bekommen habe, in der Indo­or­ju­gend­na­tio­nal­mann­schaft an Spielen und Trai­nings­la­gern teil­zu­nehmen und sich eben­falls einige gute Ver­ein­s­an­ge­bote für nächste Saison ergeben haben, bin ich unschlüssig,» erzählt die junge Spie­lerin. Genaueres will sie zu den Ange­boten jedoch noch nicht erzählen. Auf jeden Fall möchte sie ver­su­chen in beiden Dis­zi­plinen das Beste aus sich her­aus­zu­holen und wird sich mit einer Ent­schei­dung noch Zeit lassen.

Indoor­saison

Die Links­hän­derin spielt seit dieser Saison auf der Dia­go­nal­po­si­tion beim Erst­li­gisten von Volley Schö­nen­werd, der gerade ver­gan­genes Wochen­ende den Auf­stieg in die NLB geschafft und somit die lau­fende Saison beendet hat. Sie trai­niert neben der Schule 16 Stunden pro Woche, absol­viert drei Ein­heiten im Sand, drei Trai­nings in der Halle und ist zweimal im Kraft­raum. Aus­serdem ist sie Teil des Zweit­li­ga­teams von Smash 05, dem Verein der sie aus­ge­bildet hat, um mehr Spiel­praxis zu erhalten. Dies führt zu der Frage, was denn «Gameday» für Anika bedeutet. Sie erzählt, dass sie an diesen Tagen die Schule kom­plett aus­blende, egal wie viele Prü­fungen anstehen. 

«Ich kon­zen­triere mich vor dem Match nur auf das Vol­ley­ball.» Am liebsten reist sie dann mit dem Zug an die Spiele, da sie sich dann wacher fühlt als nach einer stun­den­langen Auto­fahrt. Um auch wäh­rend des Spiels ready zu sein, ist die Ath­letin immer mit Snacks aus­ge­stattet. «Es wird kaum einen Match oder ein Timeout geben, in dem ich nicht esse. Ich bin immer hungrig,» erzählt Anika schmun­zelnd.

Mit dem eigenen Ehr­geiz umgehen

Die talen­tierte Vol­ley­bal­lerin ist in jeder Trai­nings­ein­heit fokus­siert. Vol­ley­ball nimmt einen grossen Teil in Anikas Leben ein. In ihrer Frei­zeit, die noch übrig bleibt, weiss sie jeweils gar nicht was mit sich anzu­fangen. «Ich bin sehr ehr­geizig, was meine Stärke und gleich­zeitig meine Schwäche ist,» erzählt Anika. Sie sei schnell ver­bissen, was sie spie­le­risch blo­ckiert und somit zu Frust führt. Mit dem eigenen Ehr­geiz umzu­gehen – ein gutes Mass zu finden – ist nicht immer ein­fach. Dies habe die Möh­li­nerin in dieser Saison ver­bes­sern können, will aber weiter daran arbeiten. Von Ver­let­zungen ist die junge Ath­letin bisher ver­schont geblieben und ist somit auf gutem Kurs, dass man noch viel von ihr hören wird.

Zukunfts­pläne

Anika sieht alle erfolg­rei­chen Vol­ley­bal­le­rinnen gewis­ser­massen als ihr Vor­bild. Trotzdem will sie nicht ihre Kar­riere mit deren ver­glei­chen. Sie weiss ihren eigenen Weg zu gehen. Noch vor einem halben Jahr hätte Anika auf die Frage nach ihrem Traum­ziel fol­gen­der­massen geant­wortet: «Mein Traum­ziel ist die Teil­nahme an den olym­pi­schen Spielen im Beach­vol­ley­ball.» Was sich geän­dert hat, ist, dass sie nun durchaus auch in der Halle ähn­lich hohe Ziele ver­folgt und sich alle Optionen offen­lassen möchte. In fünf Jahren will sie mit ihren eigenen Fort­schritten zufrieden sein und den Ehr­geiz zur kon­ti­nu­ier­li­chen Arbeit nicht ver­loren haben, also weiter zu trai­nieren und sich zu ver­bes­sern. Aus-serdem wird sie zu diesem Zeit­punkt ihren Matu­r­aab­schluss in der Tasche haben und hof­fent­lich wissen, was sie aus­bil­dungs­mässig machen möchte. «Ich schreibe sehr gerne und würde später gerne etwas in diese Rich­tung machen, aber in wel­cher Form weiss ich noch nicht,» erzählt die Schü­lerin.

RW