Kack- und Urin-Spio­­ne als neu­es Berufs­bild?

Von | 9. Novem­ber 2017 | Gedan­ken

In Lau­sanne macht man nun Nägel mit Köp­fen. Den Stuhl­gang in der Stadt statt im WC zu ent­rich­ten kos­tet 200 Fran­ken. Wobei Hun­de sind bil­li­ger und bezah­len nur 150 Fran­ken. Uri­nie­ren wie­der­um ist für Hun­de gra­tis, Men­schen bezah­len 100 Fran­ken, gleich­viel wie fürs Spu­cken! Besucht ein Hund den Fried­hof, kos­tet das 70 Fran­ken. Uri­niert er dann noch an einen Grab­stein, geht es dann schon recht ins Geld! Hand aufs Herz – wir alle fin­den es nicht toll, wenn in der Stadt gespuckt, uri­niert und gekackt wird. Mit den Bus­sen ist das aber so eine Sache. Wer kon­trol­liert das denn?

Lau­sanne kann­te bis heu­te schon ein ähn­li­ches Bus­sen­re­gle­ment. Wo gespuckt, uri­niert oder … gelegt wer­den, ist in der Regel wohl kaum ein Poli­zist in der Nähe. Das wis­sen auch die Poli­ti­ker, die die­se Bus­sen­ver­ord­nung abge­seg­net haben. Das mit der Poli­zei hat in Lau­sanne nicht gefruch­tet. Nun geht man dort einen inter­es­san­ten Schritt wei­ter. Jeder Stadt­an­ge­stell­te ist nun neben­bei auch noch Detek­tiv. Er hat das Recht jeden zu mel­den, der irgend­et­was aus­schei­det. Wobei dann erst noch unter­sucht wer­den muss, ob da jemand etwas dafür kann.

Ein Bei­spiel: Jemand geht in ein Restau­rant essen. Das Essen ist so schlecht, dass sich der Jemand auf dem Heim­weg übergeben muss – und prompt vom Stadt­gärt­ner erwischt wird.

Nun kommt die Schuld­fra­ge. Kann der Aus­schei­den­de wirk­lich etwas dafür, dass er schlecht geges­sen hat und die­ses des­halb nicht bis nach Hau­se brach­te? Wohl kaum? Da könn­te schon ein Gerichts­fall ent­ste­hen. Dabei müsste her­aus­ge­fun­den wer­den, ob das Restau­rant der­mas­sen schlecht kocht, dass die Gäs­te das Geges­se­ne nicht nach Hau­se brin­gen oder ob viel­leicht der Gast beim Essen zu tief ins Glas geguckt hat. Eine schwie­ri­ge Ange­le­gen­heit. Ob da die Anwäl­te wirk­lich Argu­men­te lie­fern kön­nen?

Schwie­rig wirds auch dann, wenn einer beim Uri­nie­ren erwischt wird, sei­nen Namen aber nicht mehr weiss. Wird er dann vom Gärt­ner in Hand­schel­len abgeführt? Sie sehen – Lau­sanne ist theo­re­tisch auf dem rich­ti­gen Weg – prak­tisch aber hapert es gewal­tig!