Mari­anne Wehrli, LL.M Rechts­an­wältin

Kindesmutter macht was sie will

Von | 13. Februar 2018 | Rat­geber Recht

FRAGE | Ich bin Vater zweier Mäd­chen im Pri­mar­schul­alter. Im Schei­dungs­ur­teil wurde mir nur das gerichts­üb­liche Besuchs­recht alle vier­zehn Tage zuge­bil­ligt.
Der Kon­takt zu meinen Töch­tern ist aber sehr gut und sie würden gerne häu­figer und länger kommen, wenn ihre Mutter sie denn liesse. Diese erfindet aber ständig Aus­reden, wie sie mir die Mäd­chen vor­ent­halten kann. Was kann ich dagegen unter­nehmen?

ANTWORT | Sie können sich an die Kindes- und Erwach­se­nen­schutz­be­hörde KESB wenden. Diese ist dem Bezirks­ge­richt am Wohn­sitz Ihrer Töchter ange­glie­dert. Die KESB kann die Besuchs­re­ge­lung im Schei­dungs­ur­teil abän­dern und ergänzen.

Dazu müssen Sie der KESB detail­liert bean­tragen und erklären, wie Sie sich die künf­tige Rege­lung vor­stellen. In Ihrem Fall ist es emp­feh­lens­wert, neben den Besuchs­wo­chen­enden auch die Auf­tei­lung der Fei­er­tage und allen­falls Ferien ver­bind­lich zu regeln.

Damit das Besuchs­recht zukünftig nicht mehr so leicht unter­laufen werden kann, emp­fiehlt sich die Ein­set­zung eines Bei­standes. Sie sollten dem Gericht auch bean­tragen, der Mutter Wei­sungen mit Straf­an­dro­hung im Unter­las­sungs­fall zu erteilen. Ebenso sollten Besuchs­wo­chen­enden, die durch das Ver­halten der Mutter ver­kürzt werden oder ganz aus­fallen, nach­ge­holt werden müssen.

 

Das Ver­fahren vor der KESB ist jedoch kos­ten­pflichtig. Auch bei knappen finan­zi­ellen Ver­hält­nissen haben Rechts­su­chende in der Regel keinen Anspruch auf einen unent­gelt­li­chen Rechts­ver­treter, weil die KESB von Amtes wegen ver­pflichtet ist, sich (aus­schliess­lich) für das Wohl des Kindes ein­zu­setzen.

Trotzdem erscheint mir in Ihrem Fall wenigs­tens eine vor­gän­gige Bera­tung bei einem Anwalt sinn­voll, der Ihnen ins­be­son­dere bei der Aus­for­mu­lie­rung der Anträge behilf­lich sein kann.

Rechts­fragen können gestellt werden an:

Mari­anne Wehrli, Rechts­an­wältin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aarau
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch