Mari­an­ne Wehr­li, LL.M Rechts­an­wäl­tin

Kün­di­gung per SMS in die Feri­en

Von | 12. Okto­ber 2017 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Ich ver­brach­te die bei­den letz­ten Sep­tem­ber­wo­chen in Spa­ni­en. Vor mei­nen Feri­en gab es wie­der ein­mal einen gros­sen Streit mit mei­nem Chef und ich war froh, weg­zu­kom­men. Am Frei­tag­abend der zwei­ten Feri­en­wo­che erhielt ich eine SMS vom Chef, dass er mir auf Ende Okto­ber kün­di­ge und ich am Mon­tag nur noch mei­ne Schlüs­sel und die Arbeits­klei­dung abge­ben müs­se. Sonst hät­te ich nichts mehr im Geschäft zu suchen. Darf er mir per SMS kün­den und dann auch noch in mei­nen Feri­en?

ANTWORT | Ja, Ihr Chef durf­te bei­des. Ist im Arbeits­ver­trag nichts ande­res ver­ein­bart, ist eine Kün­di­gung form­frei gül­tig. Sie kann also nicht nur schrift­lich und per Ein­schrei­ben, son­dern auch münd­lich, still­schwei­gend, per E-Mail, SMS oder Whats­app aus­ge­spro­chen wer­den. Pro­ble­ma­tisch ist unter Umstän­den nur die Beweis­bar­keit der Kün­di­gung über­haupt und dass sie recht­zei­tig zuge­stellt wur­de. In Ihrem Fall ist die Kün­di­gungs­form im Arbeits­ver­trag nicht gere­gelt. Die Kün­di­gungs­frist beträgt einen Monat und wur­de mit der Kün­di­gungs­mit­tei­lung am 29. Sep­tem­ber somit ein­ge­hal­ten. Ihr Arbeits­ver­hält­nis endet damit auf Ende Okto­ber.

Dass Sie die Kün­di­gung wäh­rend Ihren Feri­en erhiel­ten, hat kei­ne Aus­wir­kun­gen, denn das Arbeits­recht sieht kei­ne Sperr­zei­ten wäh­rend Feri­en­ab­we­sen­hei­ten vor wie sie etwa wäh­rend Krank­heit, Unfall oder Schwan­ger­schaft der Arbeit­neh­me­rin gel­ten.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mari­an­ne Wehr­li, Rechts­an­wäl­tin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aar­au
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch