Mehr Sor­ge tra­gen zur Natur!

Von | 11. Janu­ar 2018 | Gedan­ken

Der Sturm­wind «Burg­lind» hat uns wie­der ein­mal die Augen geöff­net. Gegen die Natur­ge­wal­ten ist kein Kraut gewach­sen. Gegen­über dem letz­ten gros­sen Sturm Lothar hat sich den­noch etwas ver­än­dert: Wir konn­ten uns bes­ser vor­be­rei­ten. Unse­re Meteo­ro­lo­gen sind heu­te in der Lage, die Wet­ter­ka­prio­len ziem­lich genau und vor allem früh­zei­tig vor­aus­zu­sa­gen. Viel mehr als die losen Gegen­stän­de zu befes­ti­gen, kön­nen wir aller­dings nicht tun und so sind eben jeweils Schä­den vor­pro­gram­miert.

Aber Hand aufs Herz: Gegen­über dem Lothar kamen wir noch glimpf­lich davon. Ich weiss natür­lich auch, dass dies kein Trost für jene ist, die es här­ter traf. Zum Glück sind wir aber hier­zu­lan­de sehr gut ver­si­chert, so dass so ziem­lich alles wie­der gut kom­men dürf­te.

Ich trau­te mei­nen Augen nicht, als ich nur zwei Tage nach «Burg­lind» las, dass kein Zusam­men­hang mit dem Kli­ma­wan­del bestehe und es schon frü­her sol­che Stür­me gab. Welch «wei­se» Fest­stel­lung!

Prompt reagiert hat der US-Prä­si­dent, in dem er bekannt­gab, dass jetzt mit Mee­res-Ölbohr­platt­for­men auf­ge­rüs­tet wer­de. Offen­bar ist die Ölka­ta­stro­phe von 2010 bereits ver­ges­sen. Die Ölpest im Golf von Mexi­ko wur­de durch die Explo­si­on der Ölbohr­platt­form Deep­wa­ter Hori­zon am 20. April 2010 aus­ge­löst und war eine der schwers­ten Umwelt­ka­ta­stro­phen die­ser Art. Die aus dem Bohr­loch im Macon­do-Ölfeld in den Golf von Mexi­ko aus­ge­tre­te­ne Ölmen­ge wird auf 800 Mil­lio­nen Liter geschätzt. Unse­re Umwelt hat’s irgend­wie geschluckt – doch sie blu­tet und wird sich rächen!

 

Wir sind nur kur­ze Zeit Gast auf die­ser Welt. Ein Gast soll­te sich auch als sol­cher beneh­men und nicht alles kaputt machen. Natür­lich gibt es nie direk­te Zusam­men­hän­ge bei den Natur­ka­ta­stro­phen. Wer das aber alles her­un­ter­spielt, öff­net Tür und Tor für die Umwelt­sün­der – und das beginnt ganz klein.

Fast­food-Ver­pa­ckun­gen und Red­Bull-Dosen wer­den ein­fach aus dem Auto­fens­ter gewor­fen (sie­he Schö­nen­wer­der­stras­se in Ober­ent­fel­den). Ziga­ret­ten­stum­mel wer­den en mas­se ein­fach in die Natur aus­ge­setzt. 5,6 Bil­lio­nen Ziga­ret­ten wer­den jedes Jahr welt­weit geraucht, 4,5 Bil­lio­nen davon wer­den acht­los weg­ge­wor­fen. Offen­bar ist das schon nor­mal gewor­den und hat natür­lich nicht direkt mit dem Kli­ma­wan­del zu tun, obschon ein Ziga­ret­ten­stum­mel 50 Liter Was­ser ver­seucht. Zusam­men­hän­ge zu suchen, ist müs­sig.

Es ist unse­re Pflicht, Sor­ge zur Umwelt zu tra­gen. Nach uns sol­len schliess­lich hier auch noch Men­schen ange­nehm leben kön­nen. Wohl­stand und Weg­werf­men­ta­li­tät haben das Umwelt­be­wusst­sein ver­drängt. Dabei gäbe es noch so vie­le moder­ne Sam­mel­stel­len. Natur­ge­wal­ten sind zwar kaum zu ver­hin­dern, aber jeder von uns kann einen klei­nen Bei­trag für eine intak­te Natur leis­ten. Schliess­lich wol­len wir unse­ren Besu­chern stets auch eine schö­ne und sau­be­re Schweiz «ver­kau­fen».