Novem­ber – Zeit der Hiobs­bot­schaf­ten?

Von | 15. Novem­ber 2017 | Gedan­ken

Der meist trübe, nas­se und dunk­le Monat Novem­ber schlägt uns aufs Gemüt. Wenn uns dazu noch Hiobs­bot­schaf­ten errei­chen, nei­gen wir dazu, den Monat ins Pfef­fer­land zu wünschen, obschon wir ihn wie die Hiobs­bot­schaf­ten akzep­tie­ren müssen.

Aus unse­rem Mut­ter­haus erreicht uns die Mit­tei­lung, dass Redak­tor Kurt Blum ver­starb. Kurt Blum (KBZ) war ein Zofin­ger Urge­stein und mich ver­bin­det eben­falls recht viel mit Zofin­gen. Kurt Blum hat in früheren Jah­ren auch schon Kom­men­ta­re für den Land­an­zei­ger ver­fasst und wir hat­ten ein freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis, obschon wir das Heu längst nicht immer auf der­sel­ben Bühne hat­ten.

Bei­spiels­wei­se bei der Fra­ge des Anschlus­ses von Uerk­heim zu Zofin­gen war ich skep­tisch – er nicht. Schwamm drüber. Das habe ich Kurt nie nach­ge­tra­gen. Wir scherz­ten höchs­tens darüber, wenn wir uns sahen! Unter­schied­li­che Ansich­ten mach­ten eben den Jour­na­lis­mus erst inter­es­sant.

 

Gute Jour­na­lis­ten haben ihre Mei­nung und durch­aus auch Fein­de, denn sie schrei­ben nicht ein­fach nach der Fah­ne im Wind. Was ich an Kurt beson­ders schätz­te, war sei­ne Suche nach unse­ren Wur­zeln. Kurt war ein wan­deln­des Muse­um. Lei­der wer­den die­se Men­schen immer rarer. Dabei wäre es auch für die Gegen­wart und die Zukunft auf­schluss­reich, wenn man die Ver­gan­gen­heit kennt. Das wie­der­um zeigt dann wie­der inter­es­san­te Zusam­men­hän­ge auf.

Neh­men wir die zwei­te Hiobs­bot­schaft der Woche als Bei­spiel: Rin­gier schliesst die Dru­cke­rei im luzer­ni­schen Adli­gens­wil. Der Luzer­ner Auf­schrei ist bis nach Zofin­gen zu hören. Als ich in der Fir­ma Rin­gier mei­ne Leh­re als Schrift­set­zer absol­vier­te, kauf­te das Unter­neh­men die Dru­cke­rei C. J. Bucher in Adli­gens­wil. Das sei eine gros­se Chan­ce für den Werk­platz Luzern, hiess es damals. Schliess­lich wur­de dort der «Blick» gedruckt. Das leuch­te­te ein – bis heu­te! Wo ist die einst so stol­ze Druck­bran­che bloss hin­ge­kom­men? Trau­rig, trau­rig – auch für die dor­ti­gen Arbeits­kräf­te!