«Nuss – Nuss – Nuss, dr Schil­ling obe druf»

Von | 9. Novem­ber 2017 | News

Die Mit­glie­der der 1824er Schützengilde der Schützengesellschaft Aar­au tra­fen sich am 4. Novem­ber zur tra­di­tio­nel­len Tafel­run­de vor dem NUSSNUSS, wel­ches zum all­jähr­li­chen Aar­au­er Herbst­brauch­tum gehört. Der Obmann Urs Hodel durf­te Frau Regie­rungs­rä­tin Fran­zis­ka Roth, Vor­ste­he­rin DGS und Divi­sio­när Hans-Peter Wal­ser, Kom­man­dant der Ter­ri­to­ri­al­re­gi­on 2 als Gäs­te begrüssen.

Wie­der­um freu­ten sich bei guter Wit­te­rung vie­le Kin­der, die sich am Holz­markt ein­fan­den, auf den bevor­ste­hen­den Süssigkeiten- und Nuss­re­gen. Punkt 13.30 Uhr rief die erwar­tungs­fro­he Kin­der­schar – zuerst etwas zag­haft – dann aber, sekun­diert vom Gil­den­ob­mann immer lau­ter: «Nuss, Nuss, Nuss, dr Schil­ling obe druff». Unent­wegt rie­fen die Kin­der vol­ler Begeis­te­rung den his­to­ri­schen Zwei­zei­ler und eben­so unent­wegt war­fen die Mit­glie­der der 1824er Schützengilde von der Ter­ras­se des Restau­rant Gra­ben die Besche­rung auf den Platz hin­un­ter: Emsig sam­mel­ten die Kin­der zum Teil behelmt, als Schutz vor den in die Men­ge gewor­fe­nen Nüssen, alles ein und rich­te­ten die Bli­cke wie­der gegen den Bal­kon. Eini­ge hat­ten Plas­tik­sä­cke mit­ge­bracht, ande­re steck­ten die Sachen in ihre Hosen- und Jacken­ta­schen. Nach ca. 20 Minu­ten waren alle Gaben ver­teilt. Der Obmann Urs Hodel mun­ter­te die anwe­sen­den Kin­der auf, im nächs­ten Jahr wie­der zu kom­men.

Wil­des Gewim­mel im Süs­sig­kei­ten-Regen

Die Tra­di­ti­on des NUSS-NUSS

Die 1824er Schützengilde pflegt die­sen alten Brauch seit dem Jah­re 1900 wie­der, nach­dem die­ser Brauch fast 100 Jah­re ein­ge­schla­fen war. Er stammt ursprünglich aus dem 17. Jahr­hun­dert. Im Mit­tel­al­ter, am Tag des Aus­schies­set, besam­mel­ten sich die Schützen jeweils vor dem Wett­kamp­fe zur Mor­gen­sup­pe. Und von Zeit zu Zeit wur­de eine Hand­voll Nüsse oder Schil­lin­ge unter die vor dem Gast­hof war­ten­den und «Nuss, Nuss, Nuss, dr Schil­ling obe druf!» schrei­en­den Kin­der­schar gewor­fen.
Spä­ter wur­den die Kin­der nach dem End­schies­sen der Schützengesellschaft Aar­au ganz offi­zi­ell mit Nüssen und ande­rem beschenkt.