Am nächsten Mitt­woch |

Rüeblimärt und mehr

Von | 30. Oktober 2017 | News

Der Aar­auer «Karot­ten­markt», der jeweils am ersten Novem­ber­mitt­woch statt­findet, ist mitt­ler­weile weit über die Stadt- und Kan­tons­grenzen hinaus bekannt und beliebt. Mit dem Rüeb­li­märt kommt auch Leben in die ganze Stadt.

Am kom­menden Mitt­woch, 1. November 2017, erwacht Aarau wieder ganz früh. Es ist Rüeb­li­märt und noch bei tiefer Dun­kel­heit rollen die Markt­fahrer und Aus­steller an, um ihre Stände auf­zu­stellen und zu deko­rieren. Im Zen­trum steht das Rüebli, mit dem viele den Aargau in Ver­bin­dung bringen und des­halb den Kanton als «Rüeb­li­land» bezeichnen. Der High­tech-Kanton Aargau ver­mit­telt längst ganze andere und viel moder­nere Werte und will sich eigent­lich von der Karotte als Symbol trennen. Die Sym­pa­thie der Men­schen aus nah und fern zum Rüebli kann den Aar­auern wei­terhin nur recht sein. Zum Rüeb­li­märt werden näm­lich regel­mässig gegen 40’000 Men­schen erwartet, die auch einen Besuch in der Alt­stadt, in den Restau­rants oder gar in den Museen auf dem Pro­gramm haben.

Die Bier­idee

Die Ent­ste­hung des Aa- rauer Rüeb­li­märts wird ver­schie­dent- lich über­lie­fert, die Kern­aus­sage bleibt aber stand­fest bestehen: Ein paar Aar­gauer sassen im Restau­rant Affen- kasten beim Bier. Einer sprach vom Zie­bele­märit, wahr­schein­lich weil die- ser gerade statt­fand. «Was den Ber­nern die Zwie­beln, sind uns Aar­gauern die Rüebli», war man sich einig; nicht um- sonst werde der Aargau als «Rüebli- Kanton» bezeichnet. Einer aus der bier­see­ligen Runde soll dar­aufhin die Frage auf­ge­worfen haben, wieso es denn keinen Rüeb­li­märt gebe? Die Rüeb­li­märt-Bier­idee wurde nicht ein­fach run­ter­ge­spühlt, son­dern im fol­genden Jahr schon umge­setzt, wenn auch nur mit beschei­denem Auf­wand. An 30 ein­fa­chen Ständen wurde jede Sorte Rüebli ange­boten, dazu anderes Gemüse, Tro­cken­früchte, Blumen und Deko­ra­ti­ons­ar­tikel. Das Publi­kums­in­ter­esse war derart gross, dass die Ware schon am frühen Nach­mittag aus­ver­kauft war.

Ab halb acht geht es los

Das Komitee achtet darauf, dass das Rüebli – in wel­cher Varia­tion auch immer – die Lea­der­po­si­tion behält. Auch zahl­reiche andere, vor­wie­gend land­wirt­schaft­liche Erzeug­nisse werden ange­boten. Back­waren, Tee, Bas­tel­ar­beiten, aller­hand Kunst­hand­werk, Kleider und vieles mehr ver­voll­stän­digen die Ange­bots­pa­lette. Für das OK-Team um Walter Käser liess sich die dies­jäh­rige Rüeb­li­märt-Auf­lage wieder nach dem alt­be­währten Muster planen. Der Graben ist die Haupt­schlag­ader, der neue Schloss­platz wird immer mehr zum Herz­stück und der Fär­ber­platz mit der Markt­halle bietet Platz zum Durch­atmen. Wem es in der Markt­zone etwas eng wird, der nutzt die Gele­gen­heit für einen Abste­cher in die Alt­stadt. «Die Leute planen auf ihrem Besuch in Aarau ver­mehrt ein Zusatz­pro­gramm», hält Stefan Jost, Prä­si­dent des ZENTRUM Aarau, der Ver­ei­ni­gung der Fach­ge­schäfte, fest. Schon früh am Morgen sind die Restau­rants gefüllt und wer sich für das Mit­tag­essen auf gut Glück einen Platz sucht, tut dies meist ver­ge­bens. In den ver­gan­genen Jahren wurden gegen 60 Busse auf dem Park­platz im Schachen gezählt und am Bahnhof werden die Ankom­menden mit einer Aarau-Ein­kaufs­ta­sche bedient. Der Rüeb­li­märt und seine Besu­cher haben sich an Aarau gewöhnt und irgendwie ist der Rummel eine Beson­der­heit dieser Ver­an­stal­tung, die um 18 Uhr offi­ziell wieder enden wird. Dann kehrt in der Stadt wieder Ruhe ein und die Türe steht für den Winter und die Weih­nachts­zeit offen. Mehr zum Rüeb­li­märt gibt es unter www.aarauinfo.ch.