Medi­en­kon­fe­renz zum Sta­di­on­pro­jekt. Von links: Stadtrat Hans­peter Thür, Stadt­prä­si­dent Hans­peter Hil­fiker, Stadtrat Daniel Sie­gen­thaler (Bild: Sarah Künzli)

Ori­en­tie­rung zum Sta­di­on­pro­jekt Aarau

Stadtrat ist beim Stadion bereit auf Änderungen einzutreten

Von | 6. März 2018 | News

Der Aar­auer Stadtrat ist bereit auf die Ände­rungen des bis­he­rigen Pro­jektes ein­zu­treten. Dabei nimmt er aber auch die Gene­ral­un­ter­neh­merin HRS Real Estate AG stärker in die Pflicht. Diese «Plan B»-Variante birgt jedoch beträcht­liche Risiken. Bau­recht­liche Anpas­sungen sind nötig, die wieder Ein­spra­chen nach sich ziehen können.

Wäh­rend den letzen zwei Monaten hat sich der Stadtrat intensiv mit dem soge­nannten «Plan B» für das neue Sta­dion «Tor­feld Süd» aus­ein­an­der­ge­setzt. Bei diesem Pro­jekt bestehen aller­dings Risiken, welche der Stadtrat nur bedingt beein­flussen kann: Ins­be­son­dere die nötige Teil­zo­nen­än­de­rung, der neue Gestal­tungs­plan, Anpas­sungen und Neu­ver­gabe von Bau­be­wil­li­gungen bedingen einer­seits poli­ti­sche Zusagen, ander­seits können sie zu neuen Ein­spra­chen führen, welche wie­derum Ver­zö­ge­rungen nach sich ziehen.

«Nägel mit Köpfen» bis zum 20. März

Damit der «Plan B» über­haupt eine Chance hat, ist es zwin­gende Vor­aus­set­zung, dass die Betei­ligten HRS Real Estate AG, der FC Aarau und die meinstadion.ch mit einer klaren Zusage Unter­stüt­zung bieten.

Erst nach dieser Zusage wird der Stadtrat die öffent­liche Auf­lage der Teil­zo­nen­än­de­rung «Sta­dion Tor­feld Süd» beschliessen.

Diese Auf­lage muss aller­dings laut Stadtrat bis zum 2. April starten, damit alle Ver­fahren abge­schlossen werden können und das Sta­dion recht­zeitig für den FC Aarau zur Ver­fü­gung steht.

Pla­nungs­kosten-Ersatz und Kon­vi­tio­nal­strafe

Der Stadtrat for­dert zudem von der HRS Real Estate AG, dass sie die bis­he­rigen Pla­nungs­kosten von rund 2 Mil­lionen Franken über­nimmt. Auch wenn das neue Pro­jekt trotz rechts­kräf­tigem Gestal­tungs­plan keine Bewil­li­gung erhält.

Eben­falls soll eine Kon­ve­tio­nal­strafe fällig werden, wenn die HRS AG erneut, trotz vor­lie­gender Bau­be­wil­li­gung für die Hoch­häuser, nicht mit dem Sta­di­onbau beginnen würde.

Der Stadtrat ver­langt weiter, dass der defi­ni­tive Kauf­ver­trag bis spä­tes­tens Mitte August 2018 abge­schlossen ist.

Swiss Foot­ball League gewährt Lizenz

Die Swiss Foot­ball League, SFL zeigt gemäss Stadtrat Ver­ständnis für die ver­fah­rene Situa­tion und wäre bereit, dem FC Aarau im April 2021 wei­terhin eine Spiel­li­zenz zu erteilen, auch wenn das Sta­di­on­pro­jekt noch durch Rechts­ver­fahren gegen die Bau­be­wil­li­gung der Hoch­häuser blo­ckiert wäre.

Aaraus «Plan B»

Eigent­lich liegt eine gül­tige Bau­be­wil­li­gung für ein Fuss­ball­sta­dion in Aarau vor. Die Bau­herrin HRS Real Estate AG wollte ein Sta­dion mit Ein­kauf­center als Man­tel­nut­zung bauen – der soge­nannte «Plan A».

Ver­treter der Sta­dion Aarau AG, der Stadt Aarau und der HRS AG kamen im Dezember 2016 aber zum Schluss, dass sich diese Vari­ante mit Ein­kauf­center in der aktu­ellen «Ein­kaufs­center-Situa­tion» nicht ren­ta­bi­li­sieren lasse.

Darauf hin wurde eine neue Vari­ante aus­ge­ar­beitet, in wel­cher die Quer­fi­nan­zie­rung des Pro­jektes über vier unter­schied­liche Hoch­häuser ums Sta­dion mit total 600 Woh­nungen erreicht werden soll – Plan B

Für diese vier Hoch­häuser mit Höhen zwi­schen 60 bis 75 Metern braucht es aller­dings eine neue Bau­be­wil­li­gung. Gegen diese Bewil­li­gung können wie üblich Ein­spra­chen erfolgen.

Wenn alles glatt läuft, könnte der Spa­ten­stich im Jahr 2019 erfolgen und der Ankick im neuen Sta­tion wäre dann im Jahr 2021.