Mari­an­ne Wehr­li, LL.M Rechts­an­wäl­tin

Vor­sor­ge für den Not­fall

Von | 8. Febru­ar 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Ein Bekann­ter hat­te vor ein paar Wochen einen tra­gi­schen Unfall und liegt seit­dem im künstlichen Koma. Wel­che Vor­sor­ge kann ich für einen sol­chen Fall tref­fen, damit mei­ne Ange­hö­ri­gen wis­sen, was zu tun ist und die nöti­gen Voll­mach­ten haben?

ANTWORTSie kön­nen mit einem Vor­sor­ge­auf­trag und einer Patientenverfügung vor­sor­gen. Die Patientenverfügung hält Ihre Wünsche und Vor­stel­lun­gen fest, wie Sie medi­zi­nisch ver­sorgt wer­den möch­ten. Sie kön­nen dar­in bestim­men, ob Sie lebens­ver­län­gern­de Mass­nah­men wünschen, wel­che Ange­hö­ri­gen Aus­kunft von den Ärz­ten erhal­ten sol­len, mit wel­chen medi­zi­ni­schen Mass­nah­men Sie ein­ver­stan­den sind und ob Sie Ihre Orga­ne spen­den wol­len.

Sie müssen die Patientenverfügung schrift­lich abfas­sen, ob von Hand oder mit dem Com­pu­ter spielt kei­ne Rol­le, solan­ge Sie sie datie­ren und unter­schrei­ben. Im Vor­sor­ge­auf­trag kön­nen Sie eine voll­jäh­ri­ge Per­son Ihres eige­nen Ver­trau­ens bestim­men, die für Sie ent­schei­det wenn Sie nach einem Unfall oder auf­grund Krank­heit oder Alters urteils­un­fä­hig würden.

Sie kön­nen die­se Per­son mit der Besor­gung Ihrer finan­zi­el­len oder recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten betrau­en und sie ermäch­ti­gen, über medi­zi­ni­sche Mass­nah­men zu ent­schei­den, wenn Sie kei­ne Patientenverfügung ver­fas­sen möch­ten. Den Vor­sor­ge­auf­trag müssen Sie von Anfang bis Ende von Hand schrei­ben, datie­ren und unter­zeich­nen.

Alter­na­tiv kön­nen Sie ihn von einem Notar auf­set­zen und beglau­bi­gen las­sen. Bevor die ermäch­tig­te Per­son für Sie tätig wer­den kann, wird die Erwach­se­nen­schutz­be­hör­de die Gültigkeit des Doku­ments überprüfen und klä­ren, ob Sie tat­säch­lich urteils­un­fä­hig sind und die von Ihnen ein­ge­setz­te Per­son in der Lage ist, die ihr übertragenen Auf­ga­ben wahr­zu­neh­men.

Wich­tig: Bewah­ren Sie die Doku­men­te an einem siche­ren Ort auf und infor­mie­ren Sie eine Ver­trau­ens­per­son wo die Unter­la­gen im Not­fall zu fin­den sind.

Sie kön­nen bei­de Doku­men­te auch beim Bezirks­ge­richt Ihres Wohn­orts hin­ter­le­gen. Den Hin­ter­le­gungs­ort der Patientenverfügung kön­nen Sie zusätz­lich auf Ihrer Ver­si­che­rungs­kar­te, den­je­ni­gen des Vor­sor­ge­auf­tra­ges beim Zivil­stands­amt mel­den.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mari­an­ne Wehr­li, Rechts­an­wäl­tin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aar­au
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch