Gehen bald in Pension: Die drei regionalen Förster Martin Leu (2021, Forstbetrieb Oberes Suhrental), Urs Gsell (2024, Forstbetrieb Muhen-Hirschthal-Holziken) und Daniel Zehnder (2025, Forstbetrieb Leerau-Rued)

Drei Forstregionen planen den Zusammenschluss

Zwischen 2021 und 2025 gehen die Förster der Forstbetriebe Oberes Suhrental, Muhen-Hirschthal-Holziken und Leerau-Rued in Pension. Die elf betroffenen Ortsbürgergemeinden prüfen neue Strukturen: Der zukünftige Forstbetrieb soll zwei Förster und einen Standort haben. Bis Mitte Dezember müssen die beteiligten Gemeinden einen Grundsatzentscheid fällen.

Ende 2021 geht Martin Leu, Förster des Forstbetriebs Oberes Suhrental, in Pension. Urs Gsell, Förster des Forstbetriebs Muhen-Hirschthal-Holziken, folgt ihm 2024. 2025 wird Daniel Zehnder, Förster des Forstbetriebs Leerau-Rued pensioniert. Die drei Forstbetriebe nutzen diese Ausgangslage als Chance und hinterfragen die aktuellen forstbetrieblichen Strukturen. «Die betroffenen Waldeigentümer der elf Gemeinden prüfen einen schlagkräftigen und robusten Forstbetrieb mit interessanten Arbeitsplätzen», das schreibt eine Arbeitsgruppe mit Vertreten der drei Forstbetriebe in einer Mitteilung.

Die drei Forstbetriebe haben einen Bericht erarbeiten lassen: darin wird unter anderem abgeklärt, ob es einen oder zwei Betriebe benötigen würde, welches die optimale Rechtsform ist, wie ein künftiges Organigramm aussehen soll, welche Variante am betriebswirtschaftlichsten ist und wo ein gemeinsamer Forstwerkhof stehen könnte.

Betrieb mit zwei Förstern
Die zukunftsfähigste Betriebsstruktur bestehe aus einem Betrieb mit gut 2100 Hektaren Wald und zwei ausgebildeten Förstern an der Spitze, schreibt Theo Kern, Projektverfasser und Geschäftsführer WaldAargau. Er wurde von den drei Forstbetrieben, nach einem Evaluationsverfahren, mit dem Projekt beauftragt. Bei den Maschinisten und Forstwarten sind ebenfalls zwei Gruppen mit 3 bis 4 Mitarbeitern vorgesehen. In einem Betrieb dieser Grösse können die Mitarbeitenden vermehrt nach ihren Fähigkeiten eingesetzt werden, schreibt der Projektverfasser weiter. Fehlen Mitarbeiter aufgrund von Ferien, Militär oder Aus- und Weiterbildung, so könne mit der Zusammenlegung Stellvertretungen auf allen Stufen sichergestellt werden. Diesem Betrieb können sich bei Bedarf weitere Gemeinden anschliessen. «Erste Nachbarschaftsbetriebe haben bereits Interesse bekundet, mehr aber noch nicht», sagt Gertud Müller, Präsidentin des Forstbetriebs Oberes Suhrental, im Gespräch mit dem Landanzeiger.

Als optimale Rechtsform für einen Forstbetrieb mit diesen Rahmenbedingungen sei eine selbständige öffentlich-rechtliche Gemeindeanstalt, schreibt Theo Kern in seiner Projektabklärung. Die Führungsstruktur kann so an die Bedürfnisse der Eigentümer angepasst werden. Eine schlanke Führungsstruktur sei möglich. Das Mitspracherecht könne entsprechend festgelegt werden. Eine Gemeindeanstalt könne auch selbständig in den Fahrzeugpark investieren.

Ein gemeinsamer Forstwerkhof
Die aktuellen Forstwerkhöfe in Kirchleerau, Staffelbach und Muhen sind zu klein für einen gemeinsamen Werkhof. Zudem können sie zum Teil nicht erweitert werden oder liegen am Rande des neuen geplanten Forstbetriebs. Für den Zusammenhalt des neunköpfigen Teams sei ein zentraler Standort wichtig. Der ehemalige Forstwerkhof der Gemeinde Schöftland wäre von der Lage her eine Variante. Theo Kern, Verfasser des Berichts, sagt zu diesem Standort: «Auch dieser ehemalige Forstwerkhof ist zu klein, das Ausbaupotential ist jedoch an diesem zentralen Standort vorhanden. » Kern empfiehlt zudem einen Neubau in einer Industriezone zu prüfen. Ein neuer Werkhof sei nicht viel teurer, könne aber die Bedürfnisse des neuen Betriebs optimal abdecken. Mit einem Neubau in der Industriezone sei die Investition abgesichert.

Neuer Forstbetrieb soll am 1. Januar 2022 starten
«Bis Mitte Dezember müssen die beteiligten Gemeinden ihren Grundsatzentscheid gefällt haben», sagt Gertrud Müller, Präsidentin Forstbetrieb Oberes Suhrental. Folgen die Gemeinden den Empfehlungen des Berichts, so werden bis im Sommer 2020 die nächsten Arbeiten in Angriff genommen. Es werde eine Betriebsstrategie ausgearbeitet und weitere Schritte zur Umsetzung in die Wege geleitet. Die Gemeinden können für die Wintergmeind 2020 die neue Anstaltsordnung traktandieren. «Die aktuelle Planung sieht vor, dass der neue Forstbetrieb per 1. Januar 2022 starten kann», sagt Gertrud Müller abschliessend.

Text: RAN | Bild: zVg
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