Viele Kabinen finden neue Verwendungen: Aus der Telefonkabine in Uerkheim ist eine Büchertausch- Kabine geworden

Telefonkabinen: Ein Fall fürs Museum

Nach 138 Jahren ist Schluss: Die letzte Swisscom Telefonkabine hat den Weg ins Museum für Kommunikation in Bern angetreten.

Fast 60’000 Publifone hatte die Swisscom (früher PTT) vor 30 Jahren noch in Betrieb. Letzte Woche wurde die letzte in Baden abgebaut und ins Museum transportiert. In den letzten beiden Jahren hat Swisscom die letzten rund 3000 Publifone zurückgebaut. Rund 650 wurden umgenutzt, als Getränke- oder Snackautomaten, Defibrillatorstandorte, Bücherschränke oder Bars haben sie ein zweites Leben.

Juri Jaquemet, Kurator am Museum für Kommunikation, nahm das Geschenk gerne entgegen. «Die letzte Telefonkabine repräsentiert eine Art Festnetztelefonie-Leitfossil. Sie zeugt von einer Zeit, als die Telekommunikation noch nicht «mobil» war.» So erfüllt sie den Sammlungszweck aus einer nationalen Perspektive den Wandel der Kommunikation als Geschichte der Medien in ihrer Wechselwirkung mit der Gesellschaft zu dokumentieren.

Die letzte Telefonkabine kommt vorerst ins Depot, wird gereinigt, fotografiert und in der Sammlungsdatenbank erfasst. «In Zukunft wird sie sicher in einer Ausstellung zu sehen sein, damit sich auch Menschen mit Jahrgang 2019 später einmal etwas unter dem Begriff ‹Telefonkabine› vorstellen können», verspricht Juri Jaquemet.

Text & Bild: RAN
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