Forstbetrieb Jura | Der Landanzeiger
Fabian Dietiker, Leiter Abteilung Wald; Erwin Städler, Kreisförster; Max Wehrli, Präsident Betriebskommission; Martin Blattner, Leiter Forstbetrieb Jura; Sylvia Lüthi, Aktuarin und Ruedi Iseli, Verfasser
Neuer Betriebsplan für die Wälder des Forstbetriebs Jura

Naturereignisse erschweren Planung

Der Forstbetrieb Jura unterzeichnete zusammen mit den zuständigen Behörden des Kantons Aargau den neuen Betriebsplan. In diesem wird geregelt, wie viel Holz über die nächsten fünfzehn Jahren in den Wäldern von Densbüren, Erlinsbach, Küttigen sowie dem Staatswald nachhaltig genutzt werden dürfen. So wurde die gesamte Waldfläche in 63 sogenannte «Bewirtschaftungseinheiten» unterteilt. In jeder dieser Einheiten wird alle sechs Jahre das Holz genutzt, welches in der Zwischenzeit herangewachsen ist. Dabei werden nur selektiv Bäume geerntet und keine flächigen Holzschläge durchgeführt. Für jede Einheit gibt es waldbauliche Ziele, die man in den kommenden Jahrzehnten erreichen will.

Anspruchsvolle Planung
«Trotz einer detaillierten Nutzungsplanung ist heute vermehrt mit Naturereignissen zu rechnen», so Martin Blattner, Leiter des Forstbetriebs Jura. Dies macht die Planung teils sehr anspruchsvoll. Starke Winde, Trockenheit und Borkenkäfer bereiten dem Wald in den letzten Jahren Sorgen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, resistentere Baumarten bei der Waldbewirtschaftung zu fördern. Oftmals stehen jedoch genau diese Arten bei Reh und Gams zuoberst auf dem Speiseplan. Luchse, welche sich im Forstrevier bewegen, helfen somit aktiv bei der Bewirtschaftung des Waldes mit.

Rund ein Viertel wird der Natur überlassen
Im Betriebsplan wird auch geregelt, welche Waldgebiete der Natur überlassen werden. In diesen Wäldern wird der natürliche Zerfallsphase freien Lauf gelassen. Diese sogenannten Nutzungsverzichtsflächen machen rund -einen Viertel der betreuten Wälder aus. Sie sind wichtige Lebensräume für Pilze, Pflanzen und Tiere.

Obwohl der Forstbetrieb Jura rund 900 Hektaren Wald bewirtschaftet, ist der Forstbetrieb auf andere Arbeiten als die Holzernte angewiesen. Ein grosser Teil des Umsatzes wird durch Naturschutzarbeiten gemacht. Denn im Forstrevier gibt es eine Vielzahl von Gebieten, welche ökologisch sehr wertvoll sind. Auch die Pflege und Aufwertung dieser Lebensräume wird im neuen Betriebsplan behandelt.

Text: AWI | Bild: zVg
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