Schwinger Patrick Räbmatter aus Uerkheim | Der Landanzeiger
Auch dem Uerkner Schwinger Patrick Räbmatter, der hier auf seiner 2018 gewonnenen Bank vor seinem Arbeitsplatz sitzt, bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten. Der Baselstädtische Schwingertag von diesem Jahr wurde bereits abgesagt, weitere Fest werden folgen
Schwingen

Warten und hoffen statt kämpfen und siegen

Der Schwinger Patrick Räbmatter aus Uerkheim muss alternative Trainingsmethoden suchen, damit er für einen allfälligen, verspäteten Saisonauftakt bereit wäre.

«Ich kann nicht einfach zuhause sitzen und nichts machen, sonst kommt es nicht gut», sagt der Uerkner Schwinger Patrick Räbmatter. Der Eidgenössische Schwingerverband hat bis Ende April sämtliche Wettkämpfe und Trainings untersagt. Fit bleiben will der mit 41 Kränzen dekorierte 28-Jährige aber dennoch, schliesslich könnte die Saison plötzlich doch noch beginnen. «Ich war einmal auf dem 1000er-Stägli, aber es hatte extrem viele Leute», erzählt Patrick Räbmatter, «ansonsten probiere ich, mich zuhause fit zu halten. Ich -habe eine kleine Kraftstation, was aber natürlich nicht mit einem Fitnesscenter zu vergleichen ist. Ausserdem kann ich auf dem Hometrainer Velofahren.» So weit, so gut. Ein Sägemehlathlet lebt aber nicht zuletzt von seinen schwingtechnischen Fähigkeiten. «In den Schwingkeller können wir derzeit nicht», sagt der zweifache Eidgenosse, «so bleibt diesbezüglich nicht viel mehr, als abzuwarten.»

Erste Feste abgesagt
Geplant hatte «Räbi», dass das Hallenschwinget Brunegg vom 29. März den wettkampfmässigen Startschuss bedeutet. «Es wäre für mich ein erster Formtest gewesen. Im Training war ich sehr gut unterwegs.» Wann und ob überhaupt die Saison in Angriff genommen werden kann, ist noch nicht klar. Schon viele Feste, unter anderem das Baselstädtische Schwingfest vom 21. Mai, wurden bereits ab-gesagt. «Es kommen sicher noch mehr dazu», bleibt Patrick Räbmatter realistisch.

Keine Schwingfeste, kein Spass, keine Preise. «Es würde eine Stabelle oder Glocke von diesem Jahr fehlen», sagt der Uerkner, «das würde schon ein bisschen wehtun.» Und was ist mit den Sponsoren? «Ich glaube nicht, dass es für mich in diesem Bereich grosse Konsequenzen zur Folge hätte. Ich hoffe, dass sie auf mich zukommen, wenn -etwas ist.»

So würden sich Patrick Räbmatter und seine Schwingkollegen freuen, wenn zumindest ein Teil der Feste «gerettet» werden kann. So zum Beispiel das Niklaus-Thut-Schwinget am 20. Juni, das erstmals anlässlich des Jugend- und Dorffests vor «Räbis» Haustüre statt-findet. «Eine komplette Absage der Saison würde nicht nur mich, sondern auch meine Gegner und vor allem die Veranstalter treffen», sagt «Räbi», «trotzdem müssen wir die Vorgaben des Bundesrates einfach akzeptieren, denn wir wollen ja, dass das Coronavirus möglichst schnell verschwindet.» Ein weiteres Szenario ist, einen Teil des im Frühling Verpassten im Herbst nachzuholen. «Es ist auch eine Möglichkeit, aber das könnte Probleme mit dem Wetter mit sich bringen.»

Zeit gut nutzen
So viel zur möglichen Zukunft. Vorderhand geht es aber darum, die Zeit dennoch möglichst gut zu nutzen. Langweilig wird es «Räbi» trotz weniger Sport nicht. Im in der ganzen Schweiz tätigen Transportunternehmen seiner Familie gibt es genug zu tun. «Im Grossen und Ganzen läuft es noch normal», so Räbmatter, «die Aufträge kommen rein und werden auch weiterhin reinkommen, wenn auch vielleicht etwas weniger. Mit Ferienabwesenheiten und Überzeitkompensationen kann man das ausgleichen.» Je nachdem, was weiter passiert, drohen aber weiterreichende Konsequenzen. «Irgendwann könnte es bezüglich Zahlungen eine Kettenreak-tion geben. Damit müssen aber wahrscheinlich alle umgehen.»

Text & Bild: MWY
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print