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FC Aarau: Es wird trainiert – und bald gespielt?

Es ist eine ereignisreiche Woche, die für den FC Aarau zu Ende geht. Am Montag stiegen die Profis ins Mannschaftstraining ein, am Dienstag feierte der FC Aarau Geburtstag, zwei Abschiede und einen neuen Präsidenten. Und am Freitag entscheiden die Clubs der Super- und Challenge League über die Fortführung der Meisterschaft.

118 Jahre alt wurde der FC Aarau am vergangenen Dienstag, bereits am Montag jährte sich der Aufstieg aus dem Jahr 2013 und am Mittwoch der Cupsieg aus dem Jahr 1985. Auch in diesem Jahr ist die laufende Maiwoche ereignisreich: Anfang Woche standen die Spieler der 1. Mannschaft erstmals nach zwei Monaten Zwangspause wieder auf dem Trainingsplatz, Alfred Schmid und Roger Geissberger traten aus dem Verwaltungsrat der FC Aarau AG zurück, Philipp Bonorand ist seither designierter Präsident und am kommenden Freitag entscheiden die Clubbosse, ob und in welcher Form diese Saison überhaupt zu Ende gespielt wird. Die Chancen stehen gut, dass bereits am 19. Juni das erste der ver-bleibenden 13 Spiele stattfindet. Somit können fast alle Entscheidungen sportlich herbeigeführt werden; nur einen Absteiger aus der Challenge League wird es keinen geben, weil die Promotion League abgebrochen wurde und es damit auch keinen Aufsteiger gibt.

Alle Mann an Bord
Zurück zum Trainingsstart beim FC Aarau. Gemeinsame Trainings waren angesichts des landesweiten «Lockdowns» zwischen Mitte März und Mitte Mai verboten, sodass sich die Spieler individuell fit gehalten haben. Beim Neubeginn waren alle Kaderspieler anwesend, wobei mit Flavio Caserta, Ersan Hajdari, Silvan Schwegler und Gentrim Uka aktuell auch vier U-18-Nachwuchstalente zur Trainingsgruppe des Aarauer Fanionteams zählen. Alle Trainingseinheiten finden unter verstärkten Hygienemassnahmen statt. Dazu gehören tägliche Gesundheitschecks für alle Spieler, limitierte Zutritts- und Aufenthaltsberechtigungen im Stadion Brügglifeld, sowie das Einhalten des Mindestabstandes, zum Beispiel durch die Nutzung der Garderoben bei den KEBA-Trainingsplätzen. Auch Zaungäste und Besucher sind keine zugelassen.

Philipp Bonorand neuer Präsident
Was für den Gränicher Alfred Schmid und den Seengener Roger Geissberger galt, trifft auch auf den Aarauer Philipp Bonorand zu. Von je her ein grosser Fan des FC Aarau, engagiert er sich mit viel Herzblut für den Stadtclub. Er gehörte in den Jahren 2000 bis 2008 unter anderem in den Bereichen IT und Kommunikation der erweiterten Geschäftsleitung des FC Aarau an. In den vergangenen Jahren entwickelte er sich zum erfolgreichen Geschäftsmann und ist heute Inhaber der Vital AG in Oberentfelden und der Multiforsa AG in Auw. Der 39-jährige Bonorand übernimmt einen finanziell gesunden Club, der nie über seine Verhältnisse gelebt hat. Mit dem Darlehensangebot des Bundesrates, sagt Bonorand, werde man sich deshalb momentan nicht -näher auseinandersetzen müssen. «Die FC Aarau AG verfügt zurzeit noch über genügend liquide Mittel. Zudem erscheint mir aufgrund der bisher bekannten Bedingungen ein solches Darlehen sehr gefährlich, insbesondere wegen der verlangten Solidarhaftung zwischen den partizipierenden Clubs und die Forderung einer Reduktion der Lohnsumme um 20 Prozent.» In Anbetracht der bescheidenen Lohnstruktur in der Challenge League sei diese Bedingung «etwas gar populistisch motiviert.»

Damit der FCA auch weiterhin auf gesunden Beinen stehen kann, sollten aber langsam wieder Zuschauer ins Brügglifeld pilgern dürfen, hält Bonorand abschliessend fest. Aktuell liegt der Schnitt bei stattlichen 3294 Zuschauern pro Heimspiel. Der Bundesrat informierte am Mittwoch (nach Redaktionsschluss) darüber, ob an Sportveranstaltungen bereits im Juli wieder Zuschauer zugelassen werden könnten. Gute Nachrichten für die Clubs, sofern diese sich am Freitag für ein Weiterspielen aussprechen. 

Text: RC | Bild: Sarah Rölli
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