CS Credit Suisse Marktgebietsleiter Aargau | Der Landanzeiger
Roger Keller, Marktgebietsleiter für das Private Banking der Region Aarau, Lenzburg, Seetal, Wynental (links) – Fausto Giardina, Marktgebietsleiter Private Banking Aarau/Suhretal (mitte) – Hans Nauer, Leiter Firmenkunden Aarau, Lenzburg, Zofingen (rechts)
Aus der Neuen Aargauer Bank wird Credit Suisse

Wieviel Aargau geht mit der NAB verloren?

So erleben die Marktgebietsleiter der Region die neue Situation

Ende November geht die Neue Aargauer Bank (NAB) in den Mutterkonzern Credit Suisse über. Die bisher grösste Regionalbank im Aargau verschwindet. Von den heute dreissig NAB-Filialen im Aargau werden nur zwölf weiterhin bestehen. Die Credit Suisse bleibe im Aargau aber stark verankert, betonen die Verantwortlichen. Der Landanzeiger hat bei den Marktgebietsleitern im Erscheinungsgebiet nachgefragt.

Roger Keller, Sie sind Marktgebietsleiter für das Private Banking der Region Aarau, Lenzburg, Seetal, Wynental. Wie unterscheidet sich der Aarauer Privatkunde vom Wynentaler Kunden?
Roger Keller: Grundsätzlich haben Bankkunden in Aarau und im Wynental sehr ähnliche Bedürfnisse. Sie erwarten eine kompetente Ansprechperson und umfassende digitale Dienstleistungen. Das Wynental hat natürlich einen eher lokaleren Charakter als die Stadt Aarau. Die Bevölkerung schätzt es, wenn sie ihre Ansprechpersonen persönlich kennen und erwarten von ihnen auch ein regionales Engagement.

Die Neue Aargauer Bank ist für ihre vorteilhaften Konditionen für Hypotheken bekannt, bleibt das so?
Roger Keller: Vorweg: Alle bestehenden Hypothekarverträge werden von der CS per 27. November 1:1 übernommen. Wir werden weiterhin eine persönliche und umfassende Hypotheken-Beratung zu attraktiven Konditionen anbieten.

Der Zins vom Sparbuch ist tief, jene der Hypotheken auch, welche Entwicklung erwarten Sie hier?
Roger Keller: Wir gehen davon aus, dass die Zinsen weiterhin anhaltend tief bleiben; darum gibt es attraktive Anlagemöglichkeiten mit höheren Rendite-Chancen. Für jene, die den Traum vom Eigenheim realisieren wollen, bleibt die Finanzierung sehr attraktiv und kann auf Wunsch auch langfristig fixiert werden.

Der Hauptsitz der Credit Suisse ist in Zürich. Werden nun alle wichtigen Entscheidungen dort getroffen?
Roger Keller: Nein, die operativen Entscheide werden weiterhin im Aargau getroffen. Das gilt nicht nur für das Privatkundengeschäft, sondern auch für das Private Banking und das Firmenkundengeschäft, das mit regionalen Teams lokal vor Ort ist. Unsere Berater haben die gleichen Kompetenzen wie bisher. Wir betreiben zum Beispiel im Aargau drei Hypocenter, welche unsere Kredite bearbeiten.

Fausto Giardina, Sie sind Marktgebietsleiter Private Banking Aarau/ Suhretal, welche Rückmeldungen haben Sie erhalten, als bekannt wurde, dass die NAB verschwindet? Ich gehe davon aus, nicht nur wohl wollende?
Fausto Giardina: Wir haben Verständnis, dass unsere Kunden etwas verunsichert sind. Die gelebte Kundennähe der NAB werden wir in der CS Region Aargau weiter pflegen. Die bewährten Führungskräfte und Mitarbeitenden sorgen für Kontinuität, wir sind regional präsent und die nächstliegende Geschäftsstelle ist in gut 15 Autominuten erreichbar. Die meisten Kunden geben der neuen Organisation eine Chance, die wir mit Elan packen werden.

Gibt es für die Kunden spürbare Veränderungen der Dienstleistungen dadurch, dass die NAB zur CS wird?
Fausto Giardina: Unsere Kundinnen und Kunden müssen nichts unternehmen, denn alle Verträge und Vereinbarungen gehen per 27. November in die CS-Region Aargau über. Bis zum Abschluss der vollständigen Integration im Frühling 2021 bleiben auch die aktuellen Produkte unverändert. Durch die Integration in die CS geniessen unsere Kunden noch mehr Vorteile durch Zugang zu weiteren Dienstleistungen zu attraktiven Konditionen.

Die Zahl der Geschäftsstellen lichtet sich und die klassischen Schalter fehlen. Geht diese Entwicklung nicht am Bedürfnis der Kunden vorbei?
Fausto Giardina: Die CS betreibt im Kanton Aargau 12 Geschäftsstellen – 10 davon sind alle mit Schalter ausgestattet. Richtig ist, dass sich die Zahl der Geschäftsstellen reduziert.

Durch die immer stärkere Nutzung digitaler Lösungen und bargeldloser Bezahlmöglichkeiten sinken die Kundenfrequenzen in den Geschäftsstellen. Gleichzeitig werden die telefonischen Kontakte viel häufiger genutzt. Kundinnen und Kunden haben die Wahl, sich so beraten zu lassen, wie sie es wünschen.

Geht durch die neue Organisation nicht Kundennähe verloren?
Fausto Giardina: Nein, die Regionalität und Kontinuität bleiben bestehen, denn die neue Organisation besteht aus einer bewährten Crew, die mit den Kundenbedürfnissen vertraut ist und persönlich darauf eingeht. Die Organisation mit den regionalen Marktgebietsleitern zeigt, dass die CS-Region Aargau sehr stark auf die regionalen Eigenheiten im Aargau ausgerichtet ist.

Hans Nauer, Sie sind der Leiter Firmenkunden Aarau, Lenzburg und Zofingen. Die NAB-Regionalstudie, gewissermassen der «Zustandsbericht über den Kanton Aargau», wird jeweils mit einer gewissen Spannung erwartet, wie sieht deren Zukunft aus?
Hans Nauer: Die diesjährige Regionalstudie widmet sich dem aktuellen Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie wird Anfang Dezember von der Verfasserin und den Exponenten der CS-Region Aargau vorgestellt.

Corona hat auch Auswirkungen auf die Aargauer Wirtschaft. Können Sie uns einen Überblick geben, wie es um die Firmen in Ihrer Region steht?
Hans Nauer: Durch die rasche Auszahlung der Covid-19-Überbrückungskredite haben wir im Frühling viele KMUs in der Region unterstützt. Die aktuellen Marktbedingungen sind anspruchsvoll, wobei diese je nach Branche sehr unterschiedlich sind. Die wirtschaftlichen Aussichten hängen stark von der weiteren Entwicklung der Pandemie und den damit verbundenen Massnahmen und Einschränkungen ab.

Es ist zu erwarten, dass sich die wirtschaftliche Lage noch zuspitzt. Wie bereitet sich Ihre Bank darauf vor?
Hans Nauer: Unsere Beraterinnen und Berater sind in engem Kundenkontakt und kennen die aktuellen Herausforderungen der Unternehmen. Wir unterstützen diese bei einem erfolgsversprechenden Geschäftsmodell rasch mit massgeschneiderten Lösungen. Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir unserer Kundschaft als Partnerin mit Rat und Tat wie z. B. einem vorübergehenden Verzicht der Amortisation zur Seite stehen.

Viele Menschen im Kanton befürchten, dass mit dem Verschwinden der NAB auch viel Aargau verlorengeht. Was sagen Sie dazu?
Hans Nauer: Die KMUs werden auch in Zukunft von bewährten und erfahrenen NAB- und CS-Beratern betreut, die seit Jahren in der Region verwurzelt sind. Dies schafft die so wichtige regionale Nähe und sorgt für Kontinuität.

Ein Beispiel der starken Verbundenheit mit den Aargauer Firmen- und Geschäftskunden ist die kürzliche Verlängerung der Partnerschaft mit dem Aargauischen Gewerbeverband (AGV) bis 2022. Zudem werden wir die sehr wichtigen Beziehungen mit den lokalen Gewerbeverbänden weiter intensiv pflegen.

Text: RAN | Bild: zVg
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