Danilo und Patricia Senn vom «Ochsen» in Schöftland | Der Landanzeiger
Die Stühle sind oben: Danilo und Patricia Senn in der zurzeit geschlossenen Gaststube des «Ochsen».
Gasthaus zum Ochsen in Schöftland: ein junges Wirtepaar kämpft mit kreativen Ideen gegen die schwierigen Zeiten an

Festtagsmenü direkt vom «Ochsen»

Es gibt Wirte, die sind von der zweiten Schliessung des Jahres besonders hart betroffen. Danilo und Patricia Senn übernahmen das Gasthaus zum Ochsen im März, sieben Tage vor dem ersten Lockdown. Nach einem hoffnungsvollen Sommer steht seit Montag wieder alles still. Doch das Paar hat einen Weg gefunden, wie das Festtagsessen aus der Ochsenküche zu den Gästen kommt: Per Adventsbox.

In diesen Tagen haben Danilo und Patricia Senn in der Ochsenküche viel zu tun. Dies, obwohl das Gasthaus seit Montag geschlossen ist, wie alle Restaurants in der Schweiz. Die schwierige Zeit hat das junge Wirtepaar und ihr Team flexibel und kreativ werden lassen. Wer in der Adventszeit gerne im kleinen Kreis zu Hause mit wenig Aufwand ein Festtags-Menü geniessen möchte, für den gibt es seit dem 5. Dezember und noch bis am Sonntag die Adventsbox. «Über Weihnachten haben wir sehr viele Bestellungen», freut sich Danilo Senn. Obwohl der 28-Jährige kein Fan ist von Take-Away, wie er selber sagt, kann ihm diese Form wenigstens etwas Umsatz bringen. Nächste Woche startet dann die Silvesterbox mit neuen Menüs vom Küchenchef Michael Walter, die auf www.zum-ochsen.ch bestellt werden können. «Wenn auch diese Box gut läuft, könnten wir uns vorstellen, sowas auch nach dem Jahreswechsel anzubieten», sagen die Jungwirte, denen die aktuelle Lage wirtschaftlich arg zusetzt.

Kundn holen ihre bestellte Adventsbox ab | Der Landanzeiger
Eine Kundin und ihre Tochter holen ihre bestellte Adventsbox ab, deren Inhalt sie zu Hause nach Anleitung mit einfachen Mitteln in der Küche fertig zubereiten können.

«Eigentlich konnten wir gar nie richtig starten», erklären die Senns. Denn als sie im März anfingen, hatten sie gerade mal sieben Tage offen. Dann kam der erste Lockdown. Der Sommer lief dann vielversprechend, aber im Oktober wurden sie erneut durch strengere Coronamassnahmen gebremst.

Schlimmer noch: weil sie keine Zahlen vom «Normalbetrieb» vorweisen können, ist unklar, ob, wie und wann es vom Bund eine Entschädigung gibt. Moralische Unterstützung und ein finanzielles Entgegenkommen bei der Miete gibt es erfreulicherweise von den Ochsen-Eigentümern Daniel Frey und Sandra Roth.

Die Senns, die in Zofingen mit ihrem bald zweijährigen Sohn Marius wohnen, sagen offen: «Vom Konkurs bis zum Happy-End ist alles möglich.»

Text & Bild: Kaspar Flückiger
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