Verzicht auf neuen Seilgarten und mehr | Der Landanzeiger
Während 15 Jahren vergnügten sich klein und gross im Seilpark auf dem Rütihof ob Gränichen. Damit ist nun Schluss, auf den geplanten Neubau muss verzichtet werden.
Die Wirtshaus Rütihof AG zieht die Notbremse

Verzicht auf neuen Seilgarten und mehr

Noch bevor Bundesrat und Aargauer Regierung strengere Corona-Massnahmen festlegten, zog Andreas Fetscher vom «Rütihof» ob Gränichen die Notbremse. Er schliesst sein Unternehmen bis voraussichtlich Anfang März 2021. Doch das sind nicht die einzigen Einschränkungen.

Die Crew des Gasthof «Rütihof» ob Gränichen kann nicht mehr. Chef Andreas Fetscher hat die Notbremse gezogen und den Betrieb vorerst bis Anfang März 2021 geschlossen. «Die letzten Wochen und Monate haben bei unseren Mitarbeitenden Spuren hinterlassen», schreibt Fetscher in einem Brief an Gäste und Behörden. Alle hätten Angst. Angst um den Job, Angst um den Betrieb und Angst vor Ansteckungen bei den Gästen oder im Team. Man habe alles versucht, um den Betrieb aufrecht zu halten, «doch wir mussten feststellen, dass es für uns so nicht weitergehen kann».

Finanzierung nicht möglich
Nach langem Ringen haben die Verantwortlichen entschieden, den geplanten Neubau des beliebten Seilparks zu sistieren und auf eine Wiedereröffnung zu verzichten. «Finanziell können wir dieses Projekt nach einem solchen Jahr nicht mehr tragen und müssen es begraben», sagt Fetscher.

Der «Rütihof» habe sehr hohe Fix-kosten, auch wenn er geschlossen sei, deshalb gehe es in den kommenden Monaten um die Sicherung der betrieblichen Existenz und die Wahrung der 32 Arbeitsplätze. «Wir kommen nicht darum herum, auch den Tierbestand zu reduzieren», sagt Fetscher weiter. Dazu käme der Verzicht auf werterhaltende Investitionen in der Höhe von rund 60’000 Franken.

Unterstützung gefordert
Nun fordert Andreas Fetscher staatliche Unterstützung für die Deckung der Fixkosten seines Betriebs, «denn wir sind ohne eigenes Verschulden in diese Situation gekommen». Ein Erhalt des Betriebs auf Kosten der eigenen Gesundheit, des privaten Vermögens und einem Abschieben der kompletten politischen Verantwortung an sein Unternehmen, komme für ihn nicht in Frage. «Nun stehen all die gewählten Personen in der Verantwortung; nicht mit Worten und Ideologien, sondern mit Taten» schreibt Fetscher in seinem Brief weiter. «Sofern es die Vorgaben erlauben, werden wir den Rütihof am 3. März 2021 wieder eröffnen, aber die Bedingungen müssen sich drastisch verbessern.» 

Text: RAN | Bild: RAN/Archiv
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