Corona darf Entwicklung nicht stoppen | Der Landanzeiger
Wie soll das Leben in den Innenstädten künftig sein? Ein Blick in die Aarauer Rathausgasse.
IG Aargauer Altstädte

Corona darf Entwicklung der Altstädte nicht stoppen

Das Leben in den Innenstädten ist durch Corona noch gefährdeter als je zuvor. Der Detailhandel steht vor einer grossen Prüfung und die zielgerichtete Entwicklung der Altstädte darf durch Corona nicht aufgehalten werden. Dafür setzt sich die Interessengemeinschaft Aargauer Altstädte ein.

2015 wurde der Verein Aargauer Altstädte von 12 Aargauer Altstädten und dem Flecken Bad Zurzach als Interessengemeinschaft gegründet. Das Ziel ist die gemeinsame Förderung und Stärkung der Altstädte und der Zweck besteht darin, zuhanden der beteiligten Gemeinden Grundlagen zu schaffen, mit welchen die zugeschnittenen Massnahmen, welche die Attraktivität der Aargauer Altstädte für die Bewohner, das Gewerbe und die Kunden erhalten respektive steigern, weiterentwickelt werden können. Als Grundlage für Einstieg und Vorgehen wurde von Fachleuten und dem Vorstand ein konfektionierter Entwicklungsprozess ausgearbeitet. Dass die gegenseitige Information und der Erfahrungsaustausch eine wichtige Funktion der Interessengemeinschaft sind, wird am Beispiel der seit 2018 mit dem Musterprozess arbeitenden Stadt Brugg dokumentiert. Gerade, weil die Ziele, die Inhalte und Massnahmen in jeder Stadt anders sein werden, sind Pilotstädte wichtig. Der Prozess allerdings ist für alle konfektioniert und gleich. Die Städte erarbeiten Fakten, die für alle zugänglich sind.

Das Jahr 2020 wurde im gemeinsamen Handeln der IG Aargauer Altstädte durch Corona gebremst. Treffen für Diskussionen und Workshops mussten ausfallen und in den Städten haben sich durch die Pandemie die Prioritäten geändert. Auch der traditionelle Altstadtgipfel mit den Stadtammännern musste ausgesetzt werden. Diese Situation ist äusserst bedauerlich, denn die Entwicklungen in den Alt- und Innenstädten ist gerade auch wegen den wirtschaftlichen Corona-Auswirkungen dringlich. In den Innenstädten steigt die Zahl der leerstehenden Läden, Traditionsunternehmen schliessen und die Nutzung der Flächen ist kaum abzuschätzen.

Workshops auf 2021 verschoben
Geplant war die Aufnahme der Tätigkeiten in zwei Bereichen. Einerseits soll die Installation des «City-Managements» in verschiedenen Städten angeschoben oder – wie in den Fällen Rheinfelden und Aarau – begleitet werden. Diese neue Funktion braucht Umschreibung der Aufgaben, Eingliederung in die städtische Organisation, Finanzierungsmodelle und Kontrollinstrumente. Andererseits gewinnt die gemeinsame Entwicklung der Liegenschaften zunehmend an Bedeutung. Der gemeinsam mit der Öffentlichen Hand, den privaten Immobilienbesitzern und Mietern anzugehende Prozess umfasst neben der Nutzung und Entwicklung der Liegenschaften die zusätzlichen Bereiche wie Entwicklung der Strassen und Plätze. Die Workshops mit Referaten von Fachleuten und Beteiligten sollen im April 2021 nachgeholt werden können.

Zusammenarbeit mit Gewerbe
Ein zweiter Schritt zur gesteuerten Entwicklung der Liegenschaften soll ein kuratierter Bericht «Nutzung der Erdgeschosse im Veränderungsprozess» bieten. Dafür wurde auch eine Kooperation mit dem Aargauischen Gewerbeverband vereinbart. Die Aufgabe besteht darin, eine zugängliche Plattform anzubieten, um an die vielen Massnahmen zu kommen, die die Dorfkern- und Stadtentwicklung im Bereich der Erdgeschossnutzung ausmachen. Die Plattform soll allen zur Verfügung stehen, die sich mit dem Problem der Nutzung der Erdgeschosse im Veränderungsprozess auseinandersetzen. Das Resultat des Projekts ist also ein Inventar von Massnahmen, Lösungsansätzen oder Beispielen, aus welchen der Betroffene (Kurator) auswählen kann, um seine Entwicklungsstrategie für das Erdgeschoss am besten zu unterstützen.

Die IG Aargauer Altstädte will auch immer wieder das Bewusstsein fördern, dass die zufällige Entwicklung der Altstädte meist nicht zum gewünschten Resultat führt.

Wer ein Nutzungsziel erreichen will, muss die Entwicklung steuern und die Beteiligten involvieren. Es bleibt zu hoffen, dass der Schwung durch Corona nicht gänzlich gebrochen wird und die Prozesse 2021 wieder in Fahrt kommen. 

Text: MSU | Bild: Gerry Frei
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