Von links: Guido Beljean, Gemeindeschreiber Felix Fischer, Fredy Gut und Armin Bührer.
Das Referendum gegen das Schulprovisorium ist mit 590 gültigen Unterschriften zustande gekommen

«Wir sind nicht gegen neuen Schulraum!»

Das Referendum gegen den an der «Herbst-Gmeind» bewilligten Verpflichtungskredit von 3,7 Millionen Franken für provisorische Schulraum-Module beim Dorfplatz wurde Anfang Woche mit 598 Unterschriften eingereicht. 590 davon sind gültig. Am 7. März kommt es zur Volksabstimmung.

Gemeindeschreiber Felix Fischer nahm am Montagmorgen vom ehemaligen Gemeindeammann Fredy Gut freundlich und gut gelaunt ein dickes Dossier entgegen. Darin befinden sich 598 Unterschriften von Köllikerinnen und Köllikern, die sich gegen den von der Gemeindeversammlung beschlossenen Verpflichtungskredit von 3,7 Millionen Franken für den provisorischen «Modularen Schulraum» auf dem Dorfplatz aussprechen.

598 Unterschriften wurden am Montag an die Gemeinde Kölliken übergeben.

Fredy Gut wurde begleitet von Armin Bührer und Guido Beljean, dem ehemaligen Gemeinderat. Zu dritt haben sie die Unterschriften gesammelt und dabei «offene Türen» eingerannt, wie sie erzählen. «Die Kölliker waren gut informiert und wussten genau, um was es geht», sagt Fredy Gut. Es geht um den Bau eines Schulprovisoriums für 3,7 Millionen Franken. Der Verpflichtungskredit wurde an der «Herbst-Gmeind» mit 37 Ja gegen 20 Nein angenommen. Dank des erfolgreichen Referendums hat nun das Volk das letzte Wort.

Der Gemeinderat hat die Abstimmung aufgrund der Dringlichkeit auf den 7. März festgesetzt. «Wir sind nicht gegen neuen Schulraum », stellen die Unterschriftensammler klar. Fredy Gut erklärt, warum er mit seinem Team das Referendum ergriffen hat: Als 2015 das neue Schulhaus am Farbweg eingeweiht wurde, geschah dies mit dem Hinweis, dass es jederzeit erweitert und aufgestockt werden kann, falls es eines Tages mehr Schulraum bräuchte. «Die Leute erinnern sich noch heute genau an dieses Modell und verstehen es nicht, warum die Gemeinde dies jetzt nicht tut, sondern ein neues Schulprovisorium auf dem Dorfplatz erstellen möchte, für fast vier Millionen Franken», bringt es Fredy Gut auf den Punkt.

Das Schulhaus am Farbweg wurde vor fünf Jahren eingeweiht. Die Unterschriftensammler möchten nun erreichen, dass es um ein Stockwerk erhöht wird.

Dass die Gemeinde im Vorfeld der «Gmeind» nicht oder nur wenig informiert hat über das Millionen- Provisorium, kann der ehemalige Ammann nicht verstehen. Völlig unbestritten ist, dass es in Kölliken neuen Schulraum braucht.

Wegen des grossen Zeitdrucks will die Gemeinde ein Provisorium auf dem Dorfplatz bauen. Gemäss den Unterschriftensammlern wäre es jedoch möglich, das Schulhaus am Farbweg mit einer leichten zeitlichen Verzögerung zu der von der Gemeinde und der Schule genannten Frist um ein Stockwerk zu erhöhen.

Die drei Initianten des Referendums sind der Meinung, dass es auch bei der Gemeinde-Variante eine ähnliche Verzögerung geben würde.

Zweites Referendum «Wallenmatt»
Pünktlich zum Abgabetermin wurde am Montag ein zweites erfolgreiches Referendum mit 375 Unterschriften von Sarah Mathys eingereicht. Hier geht es um den Erschliessungs-Kredit der Überbauung «Wallenmatt» von 505’000 Franken. Geplant sind 77 Wohnungen.

Sorgen bereitet den Anwohnern, dass die Wallenmattstrasse als Erschliessungsstrasse vorgesehen ist. Diese Strasse dient den Kindern des Quartiers als Schulweg. An der «Herbst- Gmeind» wurde ein Rückweisungsantrag mit 22 zu 24 Stimmen knapp abgelehnt. Das erfolgreiche Referendumsbegehren wird vom Gemeinderat am 11. Januar beraten. Die Urnenabstimmung dazu wird voraussichtlich am 13. Juni erfolgen.

Text & Bilder: Kaspar Flückiger
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