Absage Bankett und Morgenfeier

Absage Bankett und Morgenfeier Maienzug 2021 | Der Landanzeiger

Die Maienzugkommission hat aufgrund des Corona-Virus und der damit verbundenen Planungsunsicherheit entschieden, auf das Bankett und die Morgenfeier 2021 zu verzichten. Das schreiben die Verantwortlichen am Donnerstag, 4. März in einer Mitteilung.

Der 2. Juli soll gleichwohl in einem würdigen Rahmen und mit feierlichen Akzenten stattfinden. Die Stadt Aarau verzichtet aufgrund der aktuellen Lage auf eine reguläre Durchführung des Maienzugs 2021.

In der Maienzugkommission werden aktuell sämtliche Optionen für einen «Maienzug-light» geprüft und diskutiert. Die Stadt wird wiederum auf feierliche Akzente setzen und den Fokus auf die Kinder legen. Eine entsprechende Kommunikation erfolgt zu gegebener Zeit.

Der Stadtrat und die Maienzugkommission bedauern, dass 2021 auf das Bankett und auf die Morgenfeier verzichtet werden muss. Sie danken für das Verständnis und freuen sich auf den Maienzug-light.

Die Taten des «Staatsfeinds Nummer 1»

Die Taten des «Staatsfeinds Nummer 1»| Der Landanzeiger

Am 21. Februar hätte der berüchtigte Dieb und Einbrecher Bernhart Matter aus Muhen seinen 200. Geburtstag gefeiert. Der «helvetische Robin Hood», wie er später auch genannt wurde, kam 1821 zur Welt. Der «Staatsfeind Nummer 1» wurde am 2. Januar 1854 in der «Herberge» Teufenthal zum letzten Mal festgenommen und am 24. Mai 1854 in Lenzburg vor 2000 Zuschauern hingerichtet. Es war die letzte öffentliche Hinrichtung im Kanton Aargau.

Bernhart Matter wurde am 21. Februar 1821 als viertes von später neun Geschwistern in Muhen geboren. Vermutlich nicht im Gasthof Bären, wie man lange annahm, sondern in einem Haus an der Hardstrasse. Sein Vater war wohl der Wirt vom «Bären» gewesen, dessen Konkurs lag aber bereits gut zwei Jahre zurück. Bernharts Grossvater war einst Untervogt der Republik Bern in Muhen gewesen. Er wurde nach seinem Vater Bernhard getauft, schrieb sich aber immer mit einem «t».

Bernhart Matter besuchte die (Winter-) Schule in Muhen, das Schulhaus war nur gut hundert Meter von seinem Elternhaus entfernt. Im Sommer weilte er, wie viele seiner Altersgenossen, nur sporadisch im Unterricht, helfen im eigenen Haus und Hof war damals oft wichtiger. 1835 wurden in Muhen 57 Eltern schulpflichtiger Kinder wegen deren mehrmaligen Absenzen gebüsst.

Schon früh gestohlen
Schon als Schuljunge war Bernhart an Diebstählen beteiligt. Etwa beim Griff in die Kasse des Salzauswägers. Dabei kaufte jeweils ein Junge zur Ablenkung im Krämerladen Süssigkeiten. Man konnte den gewieften Jungs aber nichts nachweisen und Bernhart stritt jede Beteiligung ab. Es kam aber immer wieder zu solchen Dorfdiebstählen.

Anfängerfehler
Am 5. Juni 1836 verübte der erst 15-jährige Bernhart den ersten seiner unzähligen aktenkundigen Einbrüche. Er entwendete in der Aarauer Bijouterie Ulysses Cellier vier Goldringe. Der Diebstahl flog auf, weil Matter zurückkehrte, um bei der Jungfer im Laden den Wert der Ringe zu erfragen. Am 29. Juni 1836 wurde er dafür zu einer Gefängnisstrafe von vier Wochen verurteilt.

Lehre als Steinhauer
Nach der Haftstrafe begann er die Lehre bei Steinhauer Haberstich in Unterentfelden. Nach dem Tod seines Lehrmeisters, ein Jahr später, erlernte er den Maurerberuf bei Samuel Lüscher in Muhen. Er war als Maurer später bei verschiedenen Meistern oder als Kundenmaurer im Suhren-, Wynen- und Seetal unterwegs. Von Gleichaltrigen liess er sich dazu verleiten, dem Wagner Rudolf Künzli Levat (Raps) zu entwenden und einem Stofffärber weiterzuverkaufen. Er wurde erwischt und musste dafür 1841 erneut für vier Wochen ins Gefängnis – jeden dritten Tag bei Wasser und Brot.

Frisch entlassen heiratete Matter die sechs Jahre ältere Barbara Fischer aus Tennwil. Kennengelernt hatte er sie in Schöftland, wo sie als Näherin tätig war. Matter hatte zeitlebens viele Frauenbekannt- und liebschaften, tanzte gerne und hatte eine attraktive Ausstrahlung.
Das junge Paar wohnte erst bei Matters Eltern in Muhen, siedelte aber dann nach Zofingen über. Sie bekamen laut den Aufzeichnungen bald eine Tochter namens Maria, deren Geburtsdatum nicht verzeichnet ist.

Nur Begüterte bestohlen
In dieser Zeit verübte Matter bereits Getreidediebstähle. Dabei bestätigte sich, was schon das Gericht bereits früher festgestellt hatte, eine grosse Schlauheit und Frechheit beim Verüben der Taten. Bei der damaligen Hungersnot und Armut gewann Matter viele Freunde, weil er nur Begüterte bestahl und die Beute freigiebig verteilte.

Er wurde schliesslich verhaftet und vom Obergericht am 26. Juli 1844 des beschwerten Diebstahls verurteilt, und zwar zu 3 Jahren Kettenstrafe in der Strafanstalt Baden plus Schadenersatz. Dort verschaffte er sich wegen guter Führung bald Vorteile. Diese fanden ein jähes Ende, als seine Gemeinschaftszelle zu einem Tabakkollegium mutierte, wo selbst Kirschwasser nicht fehlte. Er wurde in die Filialstrafanstalt Königsfelden versetzt, wo er bald wieder Erleichterungen genoss – ohne diese auszunutzen.

Bei Matters Strafantritt zog seine Frau zu ihrer Schwester nach Schlossrued in den Klack. Maria wurde zur Betreuung weggeben, die Grosseltern Matter kamen für die Betreuung auf.

Nach der Entlassung wollte Matter ein ehrlicher Mensch werden. Er arbeitete unter anderem als Maurer beim Bau der Kaserne in Aarau. Die schlechten Löhne und das grosse Gefälle zwischen Arm und Reich führten dazu, dass zur Mitte des 19. Jahrhunderts so viele Menschen wegen Eigentumsdelikten verurteilt wurden, wie kaum je zuvor. Auch Matter wurde wieder rückfällig. Alleine und als Teil der Bande des alten Gärtners Haberstich aus Entfelden verübte er zwischen Januar 1848 und 1849 laut späterer Gerichtsakte rund zwanzig Einbrüche und Diebstähle, dies in den Kantonen Aargau, Solothurn und Baselland. Darunter einen Silberwarendiebstahl in der Kirche Kulmerau. Das Werkzeug dafür hatte er zuvor dem Zofinger Bezirksrichter gestohlen. Bei mehreren Einbrüchen machte er gemeinsame Sache mit dem Elsässer Juden Andreas Kemar, von diesem erlernte Matter das Einbrecher-Handwerk erst recht.

Für einen Einbruch in einer Tuchwarenhandlung in Oftringen war Matter dann dringend tatverdächtig und wurde polizeilich ausgeschrieben. Fast wäre er in seiner Wohnung im «Obertel» in Suhr am 5. März 1849 aufgegriffen worden, doch er floh über den Kamin ins Freie. Immerhin fand man ein Paket Tuch, was seine Teilnahme am Einbruch in Oftringen bestätigte.

Bald wurde er im damals berüchtigten Löwen in Erlinsbach mehrfach gesehen. Eine davon ausgehende Hausdurchsuchung in Niedergösgen führte diverses Diebesgut sowie Matter und seine Konkubine, die Kellnerin Höcker aus Rheineck, zutage. Die Verhafteten sollten ans Bezirksgericht Zofingen ausgeliefert werden, die Solothurner Landjäger entliessen allerdings die Kellnerin voreilig und Matter war inzwischen ebenfalls weg. Er brach im Gefängnis in Olten Gitterstäbe heraus und seilte sich mit einem zerschnittenen Leintuch aus dem dritten Stock ab. Dank seiner Fussketten wurde die Überquerung der Aarebrücke frei. Der Nachtwächter hielt ihr Rasseln für einen bösen entlaufenen Hund und brachte sich in Sicherheit. Matter trieb sich nun vorwiegend in den Juradörfern herum, weil er sich dort vor der Polizei sicher wähnte. Er verübte dabei mindestens einen Einbruch in Baden, zu dem ihn Jakob Dietiker in Thalheim anstiftete und wofür er einen Heimatschein erhielt. Denn schon länger wollte es Matter drei seiner Brüder gleichtun und nach Amerika auswandern.

In dieser Zeit beschäftigten sich auch die Zeitungen erstmals mit Matter. Man bezeichnete ihn «als Haupt einer ziemlich starken Schelmenbande». Das war er allerdings nachweislich nie. Er wurde eher immer wieder von seinen Kumpanen ausgenützt. Am 5. April 1849 wurde er in Lostorf aufgespürt, verhaftet und nach Zofingen ins Bezirksgefängnis gebracht. Zehn Tage später entfloh er. Ein Bekannter hatte ihm ein Messer zugesteckt, womit Matter den Block, an den er gefesselt war, durchfeilte und über den Estrich entschwand. Er wurde tags darauf in Kölliken und später im Rütihof gesehen und verlangte drei Tage später im Müheler Schwabistal bei Kaspar «Huttechasper» Lüscher Essen und ein Nachtlager.

Er hielt sich weiter in der Gegend auf. Es ereignete sich ein Lebensmitteldiebstahl, hinter dem wohl Matter steckte und Matter verlangte von «Götzmetzger» Künzli in Muhen, er solle ihm Schriften verschaffen für die Auswanderung nach Amerika. Nun tauchten Landjäger bei «Huttechasper» auf. Dieser fürchtete die Rache Matters und verriet nichts, meinte aber, man möge ihm folgen, wenn er heute das Essen ins Versteck Matters trage. Im Tägermoos in Kölliken ergriffen die Landjäger schliesslich den unter einer Tanne liegenden Matter, welcher sich ohne nennenswerten Widerstand ergab. Die Fangprämie lautete auf 32 Franken.

Anfang September war die «Criminaluntersuchung mit Bernhart Matter von Muhen und Consorten» soweit abgeschlossen, dass sie dem Bezirksgericht vorgelegt werden konnte. Am 8. Oktober 1949 brach der «ziemlich renommierte Matter» (Titel der Aargauer Zeitung) erneut aus. Er versorgte sich bei mehreren Einbrüchen mit Essen und trieb sich in den Wäldern im Suhren- und Wynental herum. Dann wurde er wieder aufgegriffen und zu einer Kettenstrafe von 16 Jahren verurteilt. Diese trat er in der Strafanstalt Baden an. Vier seiner Kumpane wurden zu kürzeren Gefängnisstrafen verurteilt. Seine Ehefrau wurde wegen Hehlerei angeklagt, aber später freigesprochen. Sie liess sich angesichts der Zuchthausstrafe «wegen peinlicher Bestrafung» von Matter scheiden. Die Ehe wurde am 8. Juni 1850 gerichtlich aufgelöst. Der Kontakt brach aber nie ab.

Am Sonntag, 18 August 1850 brach Matter in Baden aus. In wochenlanger Arbeit hatte er, wenn er jeweils auf dem Abort sass, mit einem kleinen Bohrer rund um eine Bodendiele Loch an Loch gebohrt. Das blieb in der herrschenden Düsternis unbemerkt. Er zerschnitt sein Leintuch in Streifen, versteckte es unter dem Hemd und liess sich bei einem nächtlichen Rundgang des Wachhabenden zum Abort führen. Der Landjäger setzte seinen Rundgang während Matters vermeintlichem «Geschäft» fort. Als er zurückkam, hatte dieser die Diele herausgehoben und sich in Freiheit abgeseilt – nach fünfeinhalb Monaten Haft.

Zwei Tage darauf tauchte er bei «Huttechasper» Lüscher auf. Nicht um sich zu rächen, sondern um Essen, Kleider und Unterschlupf zu erbetteln, was er auch bekam. Als Entgelt ging er nachts auf Raubzug und versorgte diesen mit Proviant. Bis zum 12. September konnten ihm acht Diebstähle im Bären Kirchleerau, im Pfarrhaus Kulm, in der Herberge Teufenthal, in der Pinte Rotacker, im Pfarrhaus Starrkirch, in der Pinte Wöschnau, bei Gemeindeammann Gloor in Rettersweil und bei Dr. Rufli in Seengen nachgewiesen werden.

Nach dem Einbruch in Starrkirch wollte Matter nach Bern, um die gestohlene Ware zu veräussern. Unterwegs wurde er jedoch überfallen. Zwei Burschen nahmen ihm das Diebesgut ab. Bei Dr. Rufli in Seengen liess er deshalb zwei Pistolen mitlaufen, um in Zukunft gegen solches gewappnet zu sein. Eine der Pistolen verkaufte er, die andere behielt er. Dieser Besitz wurde ihm später zum Verhängnis, weil sie in der Anklage als Hauptargument und Zeichen seiner «Gemeingefährlichkeit» diente.

Obwohl Matter nicht mehr in Muhen wohnte, war er nach wie vor oft dort gesehen. Sein Elternhaus durfte er allerdings nicht mehr betreten, seine Mutter wollte keinen Konflikt mit den Behörden riskieren. In der Nacht vom 13. auf den 14. September gingen Matter und «Huttechasper» erstmals gemeinsam auf einen bestens organisierten Diebeszug. Sie «besuchten» Lüschers Schwiegervater in Vordemwald. Matter zog sich dabei dicke, weiche Filzpantoffeln an, stieg trotz eines Schläfers durchs Fenster ins Wohnzimmer und entwendete eine silberne Uhr. Danach stiegen die beiden im Nebenhaus in den Keller, wo sie sich einige Holzkellen Wein aus einem Fass genehmigten. Dann führte Matter den bereits torkelnden Lüscher – den er auch davon abhalten musste, laut zu sprechen – in den Speicher, wo sie Schinken und Schüfeli in den Rucksack packten und einen Sack voll «Frucht» mitgehen liessen. Wegen der Uhr fiel der Verdacht auf Matter. Man suchte ihn und Lüscher wurde verhaftet. Matter bekam davon Wind. Als man ihn in seiner Hütte im Suhrer «Obertel» aufgreifen wollte, war er bereits geflohen. In der Nähe von Matters Hütte stand das Bauernheimet von «Obertugöpfs», Familie Schmid. Ihnen legte Matter die gestohlenen Leckerbissen vor die Haustüre. Dann entschwand er in den Kanton Bern.

Am 20. September schrieb er dem Landjägerfeldweibel Frei in Aarau, er ziehe es vor, dem Papst in Rom zu dienen, nicht dem Zuchthausverwalter in Baden. In Rubigen liess er sich nämlich für die päpstliche Garde anwerben. Er machte sich mit anderen Rekruten auf den Weg nach Mailand. Der Dienst als Söldner war ihm aber schon in Ruswil verleidet. Via Huttwil, Bern, Willisau und Sursee kam er wieder ins Suhrental, wo er feststellen musste, dass unter anderem seine ehemalige Frau wieder wegen ihm verhaftet worden war. Er wusste jetzt weder ein noch aus, hatte aber nicht den Mut, sich zu stellen.

Er wollte nun endgültig nach Amerika. Unterwegs traf er im Elsass seinen früheren Kumpan Kemar. Dieser konnte Matter vom Auswanderungswillen abbringen und verleitete ihn zum einträglichen Warenschmuggel in der Grenzregion. Erst Zigarren, Zucker und Kaffee, später die noch einträglichere Seide. Dazu reisten die beiden – getrennt – nach Rapperswil, um solche einzukaufen und dann in Basel über die Grenze zu schmuggeln. Sie planten auch einen Einbruch im Handelshaus Hasler und Geissberger in Othmarsingen, wo Kemar einbrach und Matter Schmiere stand. Sie teilten den Raub auf, Kemar nahm 400 Franken, Matter den Rest von 325 Franken und Münz. Kaufmann Hasler konnte allerdings später nachweisen, dass ihm 1151 Franken gestohlen worden waren. Kemar hatte also Matter übers Ohr gehauen.

Im Elsass erschien Kemar nicht am vereinbarten Treffpunkt. Matter wollte wieder nach Amerika und löste deshalb unter falschem Namen eine Fahrkarte nach Paris. Er verbrachte dort rund einen Monat, wovon wenig bekannt ist. Lediglich ein weiterer Brief an Landjägerfeldweibel Frei, worin er ihm seine Auswanderung mitteilte. Er holte sich dort ausserdem eine «geheime Krankheit» (Geschlechtskrankheit). Einigermassen genesen reiste er weiter nach Le Havre. Ein Schiffsbillett nach Amerika bekam er allerdings nicht. Die vorgeschriebene ärztliche Untersuchung zeigte: Matter war doch noch nicht ausreichend geheilt. Er wurde zurückgewiesen. Ein harter Schlag.

Matter bekam Heimweh und reiste zurück. Vorerst nach Strassburg, wo er sich unter dem falschen Namen Kaspar Richner eine Geliebte anlachte. Das wurde auch in der Heimat bekannt, weil der Gränicher Viehhändler Kaspar Richner mehrere Liebesbriefe aus dem Elsass bekam. Ein Briefwechsel zwischen den Gemeindeammännern von Gränichen und dem elsässischen Marlenheim zeigte, dass Fräulein Catharina Weber den als begütert aufgetretenen Kaspar Richner – sprich: Matter unter falschem Namen – hatte heiraten wollen, dieser hatte sich dann aber auf Nimmerwiedersehen verabschiedet. Weitere Liebesbriefe belegen, dass Matter dort noch weitere Bekannschaften gemacht hatte. In Kaspar Richners zwanzigköpfigem Haushalt im Refental war übrigens Matters Tochter Maria in Pflege. Im Elsass trieb Matter inzwischen auf eigene Rechnung Schmuggel.

Mitte Januar 1851 trafen Matter und Kemar wieder aufeinander. Und verabredeten erneut eine Reise nach Rapperswil. Am vereinbarten Treffpunkt erschien Kemar erneut nicht. Matter reiste wieder zurück. Währenddessen verübte Kemar nachweislich 24 Einbrüche im Raum Lenzburg, in Kulm und in Aarburg, wobei er die Täterschaft auf Matter lenkte. Erst später stellte man fest, dass Matter nicht Täter sein konnte. Matter wusste davon nichts und beide trafen sich bald wieder zu einer erfolgreichen dritten und sogar einer vierten Reise. Dabei nahm er einen Umweg ins Suhrental und erfuhr dabei, dass sich seine ehemalige Frau Barbara immer noch in Haft befand.

Unterwegs zu einer fünften Reise nach Zürich und Rapperswil wurde Matter am 19. Februar 1851 ausserhalb von Erlinsbach aufgegriffen. Der Aargauer Polizeichef Gysin selber war nach Basel gereist, um die Grenzdörfer nach dem notorischen Schelm abzuklappern. Letztlich hatte der Erlinsbacher Landjäger Lehmann einen Hinweis ernst genommen, wonach Matter «in acht Tagen» in der Gegend sei. Er hatte Zivilkleidung angezogen und belauerte, um die von Matter selbst angebene Zeit, dessen übliche Wege. Er stiess auf Matter und dessen Begleiter, dem er sich als Suter aus Seon vorgestellt hatte. Matter versuchte zu entfliehen, der Polizist rief Bauern, die gerade am Holzen waren, zu Hilfe. Matter bedrohte diese mit seiner Pistole, stürzte aber bei der Flucht. Lehmann warf sich auf ihn, ein Schuss löste sich, richtete aber keinen Schaden an. Schliesslich gelang es allen gemeinsam, Matter zu überwältigen. Der «Schuss» war laut Definition übrigens keiner, die Pistole war nur mit Pulver gefüllt. Matter war auf Solothurner Boden dingfest gemacht worden und der Kanton Aargau verlangte die sofortige Überstellung. Was mehr oder weniger prompt geschah.

Nach dreiwöchiger Haft in Aarau wurde Matter ohne Fesseln in seiner Zelle angetroffen. Er hatte beide Schlösser der Fussschellen losgesprengt. Man fand ein sichereres Gefängnis im alten Rathaus Lenzburg, dort waren trotzdem zusätzliche Schlosserabreiten fällig, bis Matter überführt werden konnte. Das geschah am 2. April, an die Wachmannschaft ergingen dabei strenge Verhaltensregeln. Im Rahmen der Verhöre wurde er Mitte Mai mit seiner ehemaligen Frau konfrontiert. Obwohl diese zugab, Tuch und Löffel erhalten und verbraucht bzw. weiterverkauft zu haben, versuchte sie Matter nach Kräften zu entlasten. Er habe ihr nie etwas gegeben und sie hätte ihm nie etwas abgenommen, sagte er laut Protokoll. Am 3. Juli wurde Matters Urteil eröffnet: 20 Jahre schwere Haft, einige Richter hatten gar Matters Tod gefordert.

Am17. Juli, dem Vorabend des Lenzburger Jugendfestes gelang Matter wieder einmal die Flucht. Wofür die Obrigkeit in den Zeitungen Häme einstecken musste. Gefangenenwart Halder und der Landjäger Stierli wurden entlassen, Vizekorporal Vogt degradiert. Matter entschwand ins Seetal, dann über die Hügel ins Suhrental und Richtung Basel. Unterwegs beging er mehrere Einbrüche, um sich Proviant, Schuhe, Geld und Kleider zu verschaffen. In Basel traf er Kemal und war umgehend wieder am Schmuggeln. Bald planten sie einen lukrativen Einbruch in Sursee. Matter hoffte, so seine Auswanderungskasse füllen zu können. Als Treffpunkt wurde der Löwen in Büron vereinbart. Dem dortigen Wirt erscheint verdächtig, dass sich der zechende Matter bald als Lüscher, bald als Lüthy ausgibt.Er ruft die Landjäger und Matter wird am 27. Juli wieder verhaftet. Fluchtversuche unterwegs und in Sursee scheitern.

Er musste nun die mit viel Aufwand vorbereite Isolationshaft – unter anderem mit besonders starken Ketten – auf der Aarburg antreten. Nach einem Ausbruchversuch im Dezember 1851 erfolgen zusätzliche bauliche Vorkehrungen und noch mehr Aufmerksamkeit. Matter versucht es trotzdem wieder und scheitert mehrmals. In der Zwischenzeit waren sogar Bemühungen im Gange, Matter in eine französische oder englische Strafkolonie zu überführen. Der Bundesrat lehnt ab. Nach einem erneuten Gesuch aus demAargau wendet der sich doch an den englischen Gesandten, nun lehnt dieser ab.

Am 11. Januar 1853 gelang Matter doch noch die Flucht. Mit einem Eisenstück feilte er über mehrere Nächte seinen Ring an, die Lücke füllte er tagsüber mit Brot. Dann legte er ein Brett über dem Ofen frei, wo er zur Backstube durchschlüpfen konnte. Via Hof konnte er sich so durch eine Schiessscharte über die Festungsmauer abseilen. Die zusammengeknüpften Bettlaken reichten nicht aus und Matter stürzte mehrere Meter ab. Er verletzte sich am Bein, blieb aber trotz Ketten an den Füssen ohne Knochenbruch. Er versteckte sich in Scheunen in der Gegend und durchfeilte mit dem spitzen Stück einer Sense die Fussketten. Bald kamer bei Johannes Lüscher, den «Spenglers» unter. Deren Nachbar, den «Huttechasper », mied er nun, wegen dessen Verrat. Als Gegenleistung für den Unterschlupf erhielten «Spenglers» Waren aller Art von seinen Diebeszügen, welche er wieder beging. Frau Lüscher plante sogar selber ein Dutzend solcher Touren. Matter wurde mehrmals beinahe aufgegriffen. Einmal konnte er den Landjägern nur noch im Güllenfass eines zugeneigten Bauern entkommen. Matter hatte allmählich genug von Frau Lüscher, die immer dreister wurde und ihm mit Denunziation drohte. Letztlich ermöglichte Matter den Lüschers deren geplante Auswanderung nach Amerika, welche am 31. August 1853 erfolgte. Matter kehrte deshalb vorübergehend doch zu «Huttechasper» zurück, bevor er sich im Elsass wieder als Schmuggler betätigte. Allerdings ohne Kemar, der inzwischen in Haft sass. Von dort aus begab er sich auch wieder auf Touren in den heimatlichen Gefilden.

Um Weinachten 1853 bekam er Heimweh, reiste aber erst an Silvester mit der Post nach Birsfelden, um sich zu Fuss über den Jura zu begeben. Unterwegs kehrte er mehrmals ein. Am 2. Januar 1854 brach er zeitig auf, er kam wegen des Schnees nur mühsam an Lenzburg vorbei und erreichte nach zwölfstündigem Marsch die Landstrasse zwischen Gränichen und Teufenthal. Dort traf er einen Gontenschwiler namensWeber, der ihn aber nicht erkannte. Beide gingen in die Herberge, um sich aufzuwärmen und einen Schoppen zu trinken. Bald kehrten einige Kulmer Amtspersonen nach einer Schlittelpartie ebenfalls ein. Man erkannte Matter und eine einstige Schulkameradin, die zufällig vor Ort war, bestätigte dessen Identität. Bei einem veritablen Handgemenge wurde er darauf festgenommen. Man brachte ihn ins Bezirksgefängnis Aarau. Dort schloss man ihn mit schwersten Ketten an die Wand, die Hände weit voneinander. Matter war geständig. Ende März folgte das Todesurteil. Erst jetzt merkte Matter, wie ernst es galt. Am 23. April abends um halb sechs kontrollierte der Landjägerkorporal seine Fesseln. Alles war in Ordnung. Bereits eine Dreiviertelstunde später wurde Matter ohne alle Fesseln ausserhalb seiner Gefängnisstube angetroffen. Er hatte sich mit den Kräften der Verzweiflung befreit.

Am 24. Mai 1854 wurde er bei den Fünflinden in Lenzburg von Scharfrichter Franz Josef Mengis aus Rheinfelden hingerichtet. Es war das letzte Todesurteil und die letzte öffentliche Hinrichtung im Aargau. Die «Neue Bundesverfassung» von 1848 hatte die Todesstrafe eigentlich bereits aufgehoben. Sie wurde allerdings fünf Jahre später wieder eingeführt, der letzte in einem zivilen Strafprozess zum Tode Verurteilte war Hans Vollenweider, der am 18. Oktober 1940 in Sarnen wegen eines Tötungsdelikts mit der Guillotine hingerichtet wurde.

Zusammenfassung von Martin Sommerhalder. Quellen: «Bernhart Matter», von Nold Halder; Herausgeber Kaspar Halder; Jahresschrift 2003 «Bernhart Matter» der Vereinigung für Heimatkunde Suhrental.

Bundesrat Berset lobte den Aargau

Bundesrat Berset lobte den Aargau | Der Landanzeiger

Der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati empfing am 25. Februar Bundesrat Alain Berset in Aarau. Gemeinsam besuchten sie das Seniorenzentrum «Auf Walthersburg» in Aarau, eines der 106 Pflegeinstitutionen im Kanton, die in diesen Tagen mit der Zweitimpfung versorgt werden. Anschliessend fand im Grossratsgebäude in Aarau ein kurzer Austausch statt.

Die Themen des Besuchs waren die epidemiologische Lage, die Impfkampagne, die erweiterte Teststrategie (repetitives Testen) und die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen in der Pandemiebekämpfung. Bundesrat Berset wurde unter anderem begleitet von Anne Lévy, Direktorin Bundesamt für Gesundheit BAG, und Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG. Von Seiten Kanton Aargau empfingen Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, Grossrat Dr. Severin Lüscher, Kantonsärztin Dr. Yvonne Hummel, Andreas Obrecht, Leiter Impfkampagne und PD Dr. Christoph Fux, Chefarzt am Kantonsspital Aarau, die Gäste.

Weitere Öffnungsschritte
Der Bundesrat hat am 24. Februar über das weitere Vorgehen informiert und eine schrittweise Öffnung ab dem 1. März beschlossen. Als Erstes sollen Aktivitäten mit geringem Übertragungsrisiko ermöglicht werden. Wenn es die epidemiologische Lage erlaubt, erfolgt der nächste Öffnungsschritt am 22. März. Vorgängig ist wieder eine Anhörung der Kantone vorgesehen.

Der Aargauer Regierungsrat begrüsst den Entscheid des Bundesrats, die Schutzmassnahmen vorsichtig und zeitlich über mehrere Wochen gestaffelt zu lockern. Das Erreichte der letzten Wochen soll nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Der Regierungsrat ist sich bewusst, dass damit Bevölkerung und Wirtschaft weiterhin von einschneidenden Beschränkungen betroffen sind. Er setzt sich deshalb dafür ein, dass besonders stark betroffene Wirtschaftsbereiche, wie zum Beispiel die Gastronomie, mit dem nächsten Lockerungsschritt wieder vollständig öffnen können, wenn es von der epidemiologischen Lage her zu verantworten ist.

Aargauer Impfkampagne
Die kantonale Impfkampagne beruht auf drei Pfeilern: Erstens betreibt der Kanton bisher neun regional verteilte Impfstandorte, die jeweils einem Spital angeschlossen sind. Die Eröffnung des zehnten und letzten Impfstandorts in der Hirslanden Klinik in Aarau ist für März vorgesehen. Zweitens setzt die Impfkampagne auf aktuell zehn mobile Einheiten, die Pflege- und später Betreuungsinstitutionen anfahren und vor Ort versorgen.

Damit erreicht die Impfung Personen, die sich nur unter grossen Anstrengungen extern impfen könnten. In der zweiten Welle der Covid-19-Pandemie waren über die Hälfte der Todesfälle in Pflegeheimen zu verzeichnen, was die Bedeutung der mobilen Impfteams unterstreicht. Die Versorgung der 106 Pflegeinstitutionen ist logistisch aufwendig und benötigt mehr Zeit als die Impfung in Impfzentren.

Drittens werden frühestens ab Mai, wenn die Kantone grössere Impfstofflieferungen erhalten werden, auch die Hausarztpraxen und Impfapotheken beliefert. Damit soll eine wohnortsnahe Versorgung sowie eine weitere Kapazitätssteigerung sichergestellt werden. Aktuell verfügt der Kanton Aargau über Kapazitäten, um zirka 35’000 Personen pro Woche zu impfen. Aufgrund des begrenzt verfügbaren Impfstoffs finden zurzeit aber nur etwa 9000 Impfungen pro Woche statt.

Teststrategie wird erweitert
Neben der Impfkampagne, dem Contact Tracing sowie den Massnahmen zur Reduktion von sozialen Kontakten ist wiederholtes Testen von asymptomatischen Personen ein weiterer wichtiger Pfeiler in der Pandemiebekämpfung. Mindestens 50 Prozent der infizierten Personen sind asymptomatisch. Um vermehrt Ansteckungsketten über asymptomatische Personen zu unterbrechen, müssen diese erkannt werden. Das ist nur mit häufigem und wiederholtem Testen möglich sowie konsequenter Isolation der infizierten Personen.

Die ersten Tests im Rahmen des Pilotprojekts sind in ausgewählten Institutionen seit dem 3. März vorgesehen. Die Pilotphase dauert voraussichtlich vier Wochen mit Durchführung von rund 3000 bis 4000 Tests pro Woche. Die Teilnahme am repetitiven Testing ist für alle Personen der beteiligten Institutionen freiwillig.

«Aarau nimmt wieder Schwung auf»

«Aarau nimmt wieder Schwung auf» | Der Landanzeiger

Der Frühling steht vor der Tür, die Fachgeschäfte dürfen wieder geöffnet haben. Die Stimmung bei Zentrum Aarau, der Vereinigung der Aarauer Fachgeschäfte, ist definitiv heiterer als noch vor ein paar Wochen, man ist motiviert. «Aarau nimmt wieder Schwung auf», heisst sodann auch das passende Motto ihres Jahresplans, der an der Generalversammlung vergangene Woche vorgestellt wurde. Geplant sind wie jedes Jahr verschieden gemeinsame Aktivitäten über das ganze Jahr verteilt.

Frühlings-Hingucker
So werden sich die Ladengeschäfte vom 2. bis 5. April an der Schnitzeljagd des Naturamas beteiligen und ihre Schaufenster zur Verfügung stellen. Danach wird es vom 6. bis 11. April blumig: Unter dem Namen «Blumen- KunstwerkStadt» wollen die Aarauer Floristen gemeinsam mit den beiden Handwerksbetrieben Steinbildhauerei Aeschbach und Schmiede zu Aarau nach Ostern einige Orte der Stadt mit verschiedenen Hinguckern schmücken. Die Stadt soll ausserhalb des Kunsthauses während einer Woche einige objekthafte Höhepunkte erhalten, die das künstlerische Handwerk ortsansässiger Betriebe zeigen. Die Ladengeschäfte werden diese Idee mitunterstützen und die Schaufenster mit Blumendeko hervorheben.

Kein Nightshopping
Anfangs Sommer ist eine Modewoche angedacht. Die Details dazu müssen noch geklärt werden. Was dann im Herbst 2021 wieder stattfinden wird, ist der Stadtoutlet am 25. September. Die Läden laden mit Ständen vor den Läden und buntem Markttreiben zum Schoppen und zur Schnäppchenjagd ein. In der Adventszeit werden dann auch wieder die Gassen mit Tannenbäumen und Weihnachtsbeleuchtungen geschmückt, auch die Schaufenster laden zum Bummeln ein. Verbunden wird das ganze wieder mit einem Kundenwettbewerb.

Was 2021 definitiv nicht stattfinden wird, ist das Nightshopping. «Der Anlass hat eine Dimension angenommen, für die wir die Verantwortung, den finanziellen und personellen Aufwand nicht mehr tragen können, unter anderem wegen den immer mehr werdenden Auflagen wie dem Entsorgungskonzept, den Corona-Schutzkonzepten für alle und die Verwendung von Mehrweggebinden.»

Erste Vision-Version
City Managerin Romana Waller nutze die Generalversammlung, um den Mitgliedern ihren Vorschlag einer gemeinsamen Vision für Aarau vorzustellen. Sie stellte klar: «Es ist noch nichts in Stein gemeisselt. Es ist ein Vorschlag, eine erste Version, die ich euch gerne präsentieren möchte.» In ihrer Vision unter dem Titel «Bewusst vielfältig» will sie Trends wie «Nachhaltigkeit » und «bewusstes Einkaufen» einbinden und Anreize im Angebotsmix schaffen. Ziel ist es zudem mehr Frequenzen in die Innen- und Altstadt zu bringen. «Wir sind momentan dran Pop-Up-Konzepte zu entwickeln und auch die Markthalle soll aktiviert werden. » Die Aufenthaltsqualität soll erhöht werden, indem Erlebnisse geschaffen werden. «Es sind einige Projekte am Laufen. So zum Beispiel der Weihnachtsmarkt, der neu aufgegleist wird. Aber auch eine interessante Idee für ein Setzlings- und Gartenflohmarkt liegt auf meinem Tisch.»

Elektromobilität für jeden!

Elektromobilität für jeden! | Der Landanzeiger

Die City Garage GmbH ist Ihr Nissan-Partner in und um Aarau und sie kennen sich gerade deshalb im Bereich Elektromobilität bestens aus. Seit dem 1. März ist nun auch die Marke «JAC» neu und offiziell in der City Garage GmbH vertreten.

Die Elektromobilität ist im Kommen und sie ist wichtig. Dennoch schrecken viele noch vor dem Umstieg zurück. Neben vielen Mythen, dürfte auch der Preis eine entscheidende Rolle spielen. Der JAC wirkt genau dem entgegen, denn mit JAC wird Elektromobilität für jeden erschwinglich. In der City Garage liegt das Einführungsangebot bei nur 23’789 Franken inklusive Batterie – ein unschlagbares PreisLeistungsVerhältnis!

Nachhaltig unterwegs
Wer einen JAC fährt, setzt ein deutliches Statement zur CO2Senkung und geniesst dabei ein unbeschwertes Fahrgefühl. Denn der JAC liefert schon ab der ersten Umdrehung sein maximales Drehmoment und beschleunigt vollkommen unterbrechungsfrei. Ob Wallbox, öffentliche Ladestation oder Haushaltssteckdose: mit dem neuen JAC sind Sie nachhaltig unterwegs und beim Tanken so flexibel wie Sie es möchten.

Exklusives Design
Der eS2 bietet viel Auto fürs Geld: Der Innenraum überzeugt durch edle Ausstattung und Komfort. Die roten Ziernähte an Armaturenbrett und Sitzen akzentuieren das ansprechende Design. Das hochwertig verarbeitete Leder am Lenkrad sorgt für Griffigkeit. Die Ledersitze, mit der designgebenden Perforierung, untermalen die sportliche Note des JACs. Die Komfortsitze sind in der Höhe einstellbar und können beheizt werden. Sie bieten guten Halt und ein rückenschonendes, bequemes Sitzgefühl, auch bei längeren Fahrten.
Über die Smartphone-Schnittstelle können Apps von Mobiltelefonen über die innovative MirrorLinkTechnologie genutzt werden, die sich komfortabel über den Touchscreen bedienen lassen. Der elegantsportliche Innenraum überzeugt ausserdem durch sein geräumiges Platzangebot. Die Rücksitzbank lässt sich geteilt umklappen und bietet genug Stauraum, um auch Transporte durchzuführen.
Lernen Sie JAC kennen und besuchen Sie die City Garage GmbH in Aarau.

City Garage GmbH

Delfterstrasse 12
5000 Aarau
www.citygaragegmbh.ch

«Wir planen Szenarien für Turnfeste»

«Wir planen Szenarien für Turnfeste» | Der Landanzeiger

Kurt Hunziker aus Kirchleerau hat nach dem Abgang von STVGeschäftsführer Ruedi Hediger ad interim die operative Führung des Schweizerischen Turnverbandes übernommen. Im Gespräch mit dem «Landanzeiger» spricht er über die Verfehlungen in der Rhythmischen Gymnastik, die Herausforderungen rund um die Pandemie und die neue STV-Direktorin.

Kurt Hunziker, Sie führten vom 1. Januar bis 28. Februar ad interim die Geschäftsstelle des Schweizerischen Turnverbands. Wie liefs?
Kurt Hunziker: Es war eine intensive aber auch eine sehr erfüllende Zeit. Ich durfte auf ein erfahrenes und motiviertes Team auf der Geschäftsstelle zählen, das mich unterstützte.

Welches waren die wichtigsten Arbeiten?
Kurt Hunziker: Die Herausforderungen aufgrund des Corona-Virus sowie die Untersuchungen in der Rhythmischen Gymnastik und im Frauenkunstturnen waren und sind die wichtigsten Themen, die den STV aktuell bewegen. Als Finanzchef des Verbandes beschäftigte mich zudem der Abschluss der Jahresrechnung 2020.

Der STV ist in die Kritik geraten, weil es angeblich zu Verfehlungen in der Rhythmischen Gymnastik und im Frauenkunstturnen gekommen sei. Wie sehr hat Sie das getroffen?
Kurt Hunziker: Die verschiedenen Vorwürfe haben mich sehr betroffen gemacht. Es ist uns sehr wichtig, dass diese Vorwürfe nun geprüft und aufgearbeitet werden. Deshalb liessen wir diese durch eine externe Anwaltskanzlei und durch die unabhängige Ethikkommission untersuchen.

Wie hat sich das Turnen und ihre Arbeit seit Corona verändert?
Kurt Hunziker: Vor allem die Absage nahezu aller Wettkämpfe, der Turnunterhaltungen und das teilweise Trainingsverbot schmerzt sehr. Unsere Turnerinnen und Turner vermissen den Sport und das gesellige Zusammensein im Turnverein sehr. Das ständige Überarbeiten der Planungen, die fehlende Planungssicherheit und die generelle Ungewissheit erschwert die Arbeit. Das ist für alle Stufen der Turnfamilie herausfordernd.

Das STV-Budget 2020 sah ein Minus von rund 500’000 Franken vor, bei einem Umsatz von rund 19,5 Mio. Franken. Welche finanziellen Auswirkungen hat die Pandemie für den STV?
Kurt Hunziker: Nach Eintreten der Pandemie haben wir relativ früh Eventualplanungen ausgearbeitet und bei anstehenden Anlässen Absageszenarien entwickelt und durchgespielt, juristische Unsicherheiten geklärt, damit wir die Risiken und Kosten im Griff haben. Von dieser Weitsicht profitieren wir nun: Das Rechnungsjahr 2020 wird besser abschliessen als budgetiert, da wir nicht alles realisieren konnten, was geplant war. Die Minderausgaben übersteigen die Mindereinnahmen. Insgesamt «schrumpft» der Umsatz um 16 Prozent. Der STV konnte aber vor allem auch auf die Kulanz und Unterstützung seiner Partner und Sponsoren zählen! Das ist nicht selbstverständlich. Umso mehr schätzen wir das. Je länger die Pandemie andauert, desto grösser wird der Schaden für das Turnen sein. Die Mitglieder sind das Rückgrat des Verbandes. Wenn ganze Jahrgänge nicht eintreten und übertreten würden, dann hätte dies grosse finanzielle Konsequenzen.

Wie budgetierten Sie fürs 2021?
Kurt Hunziker: Wir haben die Verschiebung von Anlässen und einen Nachholbedarf an Leiter- und Richterkursen für 2021 budgetiert. Die Planung 2021 beinhaltet aber auch die Durchführung von Europameisterschaften im Kunstturnen in Basel Ende April 2021, WM Akrobatikturnen in Genf im Juli 2021 und die Faustball WM der Frauen Mitte Juli in Jona SG. Wir sind froh, dass Organisationen im Turnsport durch das Stabilisierungspaket COVID-19 des Bundes über eine gewisse Absicherung für coronabedingte Schäden verfügen. Ohne das Stabilisierungspaket des Bundes wären viele Sportanlässe und Events dieses Jahr auf Grund des hohen finanziellen Risikos nicht durchführbar.

Wann rechnen Sie wieder mit offenen Turnhallen und ersten Turnfesten?
Kurt Hunziker: Wir hoffen, dass unsere Turnvereine sobald wie möglich wieder normal trainieren können. Wann dies sein wird, ist sehr schwierig vorherzusehen. Seit letztem Herbst besteht eine Task Force, die zusammen mit den Turnfestorganisatoren in drei verschiedenen Szenarien die Durchführung der Turnfeste 2021 plant. Da die Vereine nicht trainieren können – insbesondere in den schätzbaren Disziplinen – wird es immer schwieriger. Die Entscheide über die Art der Durchführung werden durch die OK’s demnächst gefällt.

Nach dem Rücktritt von Ruedi Hediger wurde eine Nachfolge gesucht. Hat Sie dieses Amt nicht gereizt?
Kurt Hunziker: Ich bin in meiner Funktion als Finanzchef sehr glücklich. Und mit Béatrice Wertli hat der STV eine tolle Persönlichkeit als neue Direktorin gefunden. Ich freue mich, dass erstmals eine Frau zur Direktorin des STV gewählt wurde. Sie bringt eine grosse Erfahrung mit und verfügt über ein ausgezeichnetes Netzwerk. Wir arbeiten bereits sehr gut zusammen. Ich bin überzeugt, dass sie die Richtige ist, um den STV sowohl im Sportlichen als auch als Organisation in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.


Zur Person

Kurt Hunziker, 44 Jahre
Wohnort: Kirchleerau
Zivilstand: verheiratet, 1 Tochter
Erlernter Beruf: Fachmann Finanz- und Rechnungswesen
Jetziger Beruf: Chef Finanzen Beim STV seit: 1996
Turnt aktiv: Männerriege Moosleerau
Teilnahmen an Eidg. Turnfesten: 1996 Bern, 2002 Baselbiet, 2007 Frauenfeld, 2013 Biel, 2019 Aarau
Hasst: diese Pandemie
Liebt: gutes Essen, mit guten Freunden und guten Gesprächen bei einem guten Glas Wein (ich vermisse es)
Lebensmotto: Du kannst den Wind nicht ändern, aber du kannst die Segel anders setzen. (Aristoteles)


HSC-Präsident ausgezeichnet

HSC-Präsident ausgezeichnet | Der Landanzeiger

Der frühere Kranzschwinger René Zehnder hat den HSC Suhr Aarau als Vereinspräsident in der NLA der Handballer etabliert – nun wird er mit dem Special Award ausgezeichnet. «Die Auszeichnung freut mich riesig. Es ist eine grosse Ehre», sagt René Zehnder (64). Der Präsident des HSC Suhr Aarau, wurde anlässlich des Handballspieles Suhr Aarau – Winterthur, mit dem Special Award ausgezeichnet. Der Suhrer ist nach Ernst Lämmli (Fussball, 2011), Beat Stirnemann (MTB, 2013) und Freddy Blatter (Tennis, 2015) der vierte Gewinner aus dem «Landanzeiger»-Gebiet.

Die Auszeichnung wurde 2011 vom Verband Aargauer Sportjournalisten (VASJ) ins Leben gerufen. Seit drei Jahren wird der Special Award nun vom VASJ, der IG Sport Aargau und dem BKS gemeinsam an Personen mit speziellen Verdiensten für den Leistungssport im Kanton Aargau vergeben. René Zehnder nahm auf die Saison 2012/13 hin als Nachwuchsverantwortlicher Einsitz im Vorstand des HSC Suhr Aarau. Im Januar 2015 bildet er zusammen mit Andy Siegenthaler ein Co-Präsidium. In derselben Form führt er den Verein in der Saison 2015/16 zusammen mit Thomas Kähr. Seit dem Frühling 2016 präsidiert René Zehnder den HSC in Eigenregie. Der Verein hat sich unter Zehnder massiv weiterentwickelt und in der NLA etabliert. Das alles kulminiert im Sommer 2020 im Gewinn des Supercups – dem ersten Titel für den Verein nach 20 Jahren.

Reinhard Ahlborn ist neuer Geschäftsführer

Reinhard Ahlborn ist neuer Geschäftsführer | Der Landanzeiger

Reinhard Ahlborn führt seit dem 1. März die Geschäfte der beiden AMAG Betriebe Aarau und Baden. Der 52-Jährige hat verschiedenste Funktionen im Garagengewerbe erfolgreich wahrgenommen und ist ausgewiesener Branchenprofi.

Ahlborn absolvierte als Grundstein seiner Karriere eine kaufmännische und technische Ausbildung im Automobilhandel. Danach folgten ein Studium der Wirtschaftswissenschaften sowie ein MBA. Reinhard Ahlborn bringt viel Branchenerfahrung und einen hohen Leistungsausweis in der Automobilindustrie mit: Gestartet als Juniorverkäufer bei der BMW Group, kam er 2001 in die Schweiz, um die Händlerentwicklung von BMW Schweiz zu leiten, war dann acht Jahre Niederlassungsleiter von BMW Dielsdorf und nach der Leitungsfunktion für Elektromobilität & New Mobility Services zuletzt als Head of Corporate Sales & Mobility Services tätig.

Seine Freizeit verbringt Reinhard Ahlborn so oft wie möglich mit Familie und Freunden. Zudem treibt er gerne Sport – in diesem Jahr steht unter anderem ein Marathon auf seinem Plan. Als Outdoorfan verbringt er darüber hinaus möglichst viel Zeit in der Natur und neben Wandertouren in der Schweiz zählen Reisen in fremde Länder zu seinen Interessen.

Reinhard Ahlborn sagt: «Ich freue mich sehr, Teil der AMAG-Familie sein zu dürfen und die Zukunft beim Marktführer in der Schweiz aktiv mitgestalten zu können. Wir haben uns in Baden und Aarau hohe Ziele gesetzt, die ich gemeinsam mit meinem Team angehen möchte. Eine wunderbare Aufgabe, in der vor allem Menschen im Mittelpunkt stehen.»

«Badewanne» erhält Nachfolger

«Badewanne» erhält Nachfolger | Der Landanzeiger

Er hat einst eine Badewanne zum Rennauto umgebaut und damit Legenden-Status erreicht. Nun präsentiert Hannes Roth aus Schöftland sein neustes Kunstwerk: den «APE P1000». Entstanden ist der Rennwagen aus einem dreirädrigen Kleintransporter.

Ein Yamaha R1-Motor mit 1000 Kubik und 152 PS. Bisher maximal erreichte Geschwindigkeit: 100 km/h. Gewicht: 200 Kilo. Bauzeit: 700 Arbeitsstunden, verteilt auf 2 Jahre. Das sind die Eckdaten von «Projekt Nummer 7», wie der Schöftler Hannes Roth seinen neusten Wurf bezeichnet. «Äusserlich ist eigentlich nur das ‹Blechhüttli› des Piaggio Ape P50 geblieben, alles andere haben wir neu konstruiert», sagt der Garagist auf Anfrage, nachdem er ein Video davon auf den Sozialen Medien veröffentlicht hat. Wir erreichen den Inhaber der Suhre-Garage auf der Skipiste in Arosa, wo er sich nach all den Strapazen etwas Ferien gönnt. Hoch erfreut über die vielen positiven Reaktionen, die er bisher erlebt hat, berichtet der 50-Jährige vom Bau der Maschine: Der 3-PS-Motor, der dem Fahrzeug den Namen gibt, wurde ausgebaut. «Ape» ist übrigens italienisch und bedeutet «Biene ». Nicht zu verwechseln mit der Vespa, dem «Wäspi», die zwar ebenfalls von Piaggio stammt, aber nur zwei und nicht drei Räder hat wie die «APE».

Theoretisch 190 km/h möglich
Anstelle des 3-PS-Motors heulen nun 152 Pferdestärken auf und auch der Hubraum ist um das 20-fache angewachsen. «Theoretisch könnte man mit dem Ape P1000 bis 190 km/h fahren », verrät Hannes Roth, «das habe ich aber bisher nicht riskiert. In Roggwil haben wir ihn mal auf 100 km/h gedrückt ». Wenn der Fahrzeugbauer «wir» sagt, meint er seine fleissigen Helfer. Dazu gehört ein Carosseriebetrieb, ein Metallbauer und Leute, die sich mit Motoren auskennen.

Es geht um den «Wow-Effekt»
Vorbild für «Projekt 7» war ein ähnliches Fahrzeug, das Rennfahrer Loris Rosati gebaut hat. «Thomas Kohler vom Bergrennen Reitnau rief an und sagte, er habe den Italiener gerade engagiert.» Das war 2018 und seither hat Roth das Baufieber endgültig gepackt. Nach fahrenden Bierkästen, Bob-Schlitten und der legendären Badewanne, nahm das siebte Projekt somit seinen Lauf. Das Unikat hat noch etwas mehr Power als das italienische Vorbild und ist Strassentauglich. Im Vordergrund stehe aber der «Wow-Effekt», sagt Hannes Roth. Andere Zwecke als damit zu «Racen » und die Leute zu begeistern, gebe es nicht. Eine Chance, das Fahrzeug in Action zu sehen, soll es am 10. März im Driving Center Safenwil geben. Film und Fernsehen sind dabei.
Zwar gönnt sich der Tüftler nun ein paar Tage Ferien, lange ausruhen wird er aber nicht. «Ich bin Geschäftsführer in meiner Garage, aber etwas selber anzupacken und zusammenzubauen, das reizt mich immer wieder, das ist mein Lebenselixier.» Ein neues Projekt habe er auch schon im Hinterkopf – mit Sicherheit wird auch das wieder eine verrückte Idee sein.

«Badewanne» erhält Nachfolger | Der Landanzeiger
Mit dieser Badewanne wurde Hannes Roth berühmt.