Masterplan für Kasernenareal verabschiedet– 50 Jahre Qualität | Der Landanzeiger
Durch Einbezug der wichtigen Wegbeziehungen und der Parzellierung ergeben sich im Masterplan 13 Areal-Sektoren.
Aarau

Masterplan für Kasernenareal verabschiedet

Die Stadt Aarau und der Kanton Aargau haben den gemeinsamen Masterplan für die schrittweise Entwicklung des Kasernenareals in Aarau beschlossen.

Das Kasernenareal im Stadtzentrum von Aarau ist für die Stadt und den Kanton von grosser Bedeutung. Es bietet ein einzigartiges Entwicklungspotenzial an zentralster Lage. Die Stadt Aarau und der Kanton Aargau planen deshalb seit 2014 gemeinsam die Zukunft des Kasernenareals.
Der 1982 abgeschlossene Waffenplatzvertrag zwischen Bund und Kanton regelt die gegenwärtige militärische Nutzung und hat eine Laufzeit bis 2030. Bis dahin wollen Stadt und Kanton die Zeit nutzen, um die Weichen für eine zukunftsfähige Entwicklung des attraktiven Areals zwischen Bahnhof und Altstadt zu stellen. Dies soll einvernehmlich zwischen Stadt, Kanton und Bund erfolgen.

Stadtrat und Kanton sagen Ja
Der Aarauer Stadtrat hat am 1. März dieses Jahres und der Aargauer Regierungsrat am 17. März den Masterplan und den dazugehörigen Zusatz zum Letter of Intent aus dem Jahr 2015 verabschiedet.
Dieser Zusatz definiert die Planungsschritte für die vierte Phase der Arealentwicklung (Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Nutzungsplanung) sowie eine Kostenschätzung. Der Kanton spricht einen Verpflichtungskredit in der Höhe von rund 470’000 Franken für seinen Anteil an den weiteren Planungskosten. Der Aarauer Einwohnerrat wird am 10. Mai 2021 über den Kredit in der Höhe von ebenfalls rund 470’000 Franken für den Anteil der Stadt befinden.

Der Masterplan bildet ein für die Arealentwicklung wichtiges Planungsinstrument und damit die Grundlage für die weitere Entwicklung des Areals. Ziel der Planung sind qualitativ hochstehende und nachhaltige Nutzungen auf dem Kasernenareal, die dem einmaligen Potential und der ausgezeichneten zentralen Lage des Areals gerecht werden. Die Stossrichtung des Masterplans mit Öffnung, Durchwegung und Nutzungsdurchmischung des Areals als vielfältiges Stadtquartier wird dabei weiterverfolgt. Dies soll nach 2030 durch eine schrittweise Öffnung und Umnutzung des Areals für zivile Nutzungen in Abstimmung mit der teilweisen militärischen Nutzung erreicht werden. Seitens des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) besteht die Absicht, im Kasernenareal über 2030 Teilbereiche weiterhin zu mieten und militärisch zu nutzen. Die vom VBS angemeldeten Bedürfnisse stehen im Einklang mit der Stossrichtung des Masterplans.

13 Sektoren und eine Piazza
Der Planungsperimeter umfasst das Gebiet zwischen Laurenzenvorstadt, Kasinostrasse, Apfelhausenweg und Poststrasse. Eigentümer der grössten Fläche in diesem Perimeter ist der Kanton, zweitgrösster das VBS. Durch Einbezug der wichtigen Wegbeziehungen und der Parzellierung ergeben sich im Masterplan 13 Areal-Sektoren (A bis M, siehe Abbildung).

Vorwiegende Nutzungen im nördlichen Band sind das Bezirksgericht und weiterhin die erwähnten militärischen Nutzungen. Zivile Nutzungen der Bestandesbauten sind ebenfalls möglich. Beim mittleren Band stehen Mischnutzungen mit Wohnen und Arbeiten in hoher Dichte im Sinne eines Zentrumsgebiets im Vordergrund. Unterschiedliche Zielgruppen und Trägerschaften tragen dazu bei, dass die Vielfalt sowohl architektonisch als auch sozialräumlich erreicht werden kann. Die angestrebten Nutzungen für das südliche Band umfassen Kultur, Bildung, Dienstleistungen, Gastronomie, Hotel, Begegnung und den Kultur-Leuchtturm Alte Reithalle. Wohnen ist hier an geeigneten Lagen nicht ausgeschlossen. Hier wird auch die zentrale und attraktive Piazza mit verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten liegen, über welche die Hauptbeziehung vom Bahnhof entlang der Reithalle bis zur Kasinostrasse führen.

Anliegen aufgenommen
Interessierte Kreise wurden eingeladen im Rahmen des Forums IV im Februar 2020, ihre Anliegen in den Prozess einzubringen und Stellung zum Masterplanentwurf zu beziehen. Die Mehrheit der Anliegen konnte im vorliegenden Masterplan berücksichtigt oder in die Folgeplanungen aufgenommen werden. In der vierten Phase werden nun auf der Grundlage des Masterplans und unter Einbezug von Bund, Kanton und Stadt Aarau die Städtebau- und Mobilitätskonzepte erarbeitet und die Wirtschaftlichkeit überprüft. Anschliessend wird die Nutzungsplanung anhand der erarbeiteten Grundlagen angepasst. Aktuelle Informationen zum Projekt sind unter www. aarau.ch aufgeschaltet.

Text: AG | Bild: zVg
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print