Scheibenstand und Kugelfang: Blei und Antimon verursachen Kosten | Der Landanzeiger
Die beiden Altlastfachleute, die Geologin Tanja Stauber und ihr Stellvertreter, der Geograph Eric Gasser verfolgen die Abbauarbeiten.
Schlossrued

Scheibenstand und Kugelfang: Blei und Antimon verursachen Kosten

Die Schlossrueder Schiessanlage mit Schützenhaus und Scheibenstand wurden 1928 von der 1875 gegründeten Schützengesellschaft erbaut und in Betrieb genommen. Ende 2016 war dann Ende Feuer, nach 141 Jahren aktiver Schützentätigkeit. Die Schützengesellschaft wurde aufgelöst, infolge Mitgliederschwund und Nachwuchsproblemen. Das Schiesswesen in der Schweiz hatte sich allgemein verändert. Das Schützenhaus – notabene mit automatischer Trefferanzeige und Schiesstunnel zur Lärmbekämpfung – sowie der Scheibenstand wurden an die Gemeinde Schlossrued verschenkt.

Der grosse Sanierungsbrocken kommt derzeit auf die Gemeinde zu. Im November 2019 wurde der Kredit für den Rückbau in der Höhe von rund 310’000 Franken, woran Bund (80’000 Franken) und Kanton (90’600 Franken) ihre Beiträge leisten. Für die Gemeinde bleibt ein Rest von 138’750 Franken.

Aufwändige Messarbeiten
Beim Scheibenstand am Stauber ist zur Zeit einiges los. Neben Baggerarbeiten und Abtransport des kontaminierten Materials stehen Tanja Schenker der Firma CSD-Ingenieure, zusammen mit ihrem Stellvertreter, Eric Gasser, im Dauereinsatz. Die beiden Fachleute haben die Aufgabe, die Triage des Aushubmaterials zu begleiten. Schwer kontaminiertes Material mit einer Bleikonzentration von über 2000 mg/kg kommt in eine spezielle Bodenwaschanlage nach Regensdorf, wo die Bleikügelchen herausgefiltert und das Material danach, zusammen mit mittelschwer verschmutztem Erdreich in eine dafür geeignete Deponie oder Wiederverwertung abtransportiert wird. Das Material, welches weniger belastet ist (500 –1000 mg/kg Blei) wird in eine Deponie Typ E abgeführt. In diesem Material musste auch Antimon festgestellt werden, weswegen eine Laboranalyse vor der Entsorgung nötig ist.

Ueli und Simon Götschmann, sowie der Schlossrueder Bauamtschef Andres Zürcher haben die Aufgabe, das Material nach den Vorgaben der CSD-Fachleuten abzubauen und zum temporären Zwischenlagerplatz unterhalb des Stauber zu bringen, wo es durch die Firma Bachmann Bauunternehmung AG aus Kirchleerau abtransportiert wird. Sobald alles belastete Material draussen ist, erfolgt die Prüfung durch die zuständige Fachstelle des Kantons. Erst nachdem diese die Freigabe erteilt hat, kann mit dem Rückbau des Scheibenstandes begonnen werden. Danach folgen die Terrainanpassungen sowie die Instandsetzung des Gehweges. Die Arbeiten sind wetterabhängig. Wenn es einigermassen trocken bleibt, rechnet Tanja Schenker damit, dass sie bis Ende dieser, Anfang nächster Woche fertig sind.

Kein Durchgang für Spaziergänger
Der Gehweg hinter dem Scheibenstand ist zur Zeit unpassierbar. Es bleibt für die Bauarbeiten nur wenig Platz, und die Waldstrasse ist eng und wird rege zum Abtransport des Materials benützt. Schon aus Sicherheitsgründen haben Spaziergänger, Biker, Hunde und Pferde hier nichts zu suchen. Tanja Schenker attestiert den Schlossruedern diesbezüglich grosse Disziplin.

Text: Frieda Steffen | Bild: zVg
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