Muhen atmet auf: «Hochwasserschutz hat einmal mehr funktioniert»

Muhen atmet auf | Der Landanzeiger

Trotz vielfach bewährtem Hochwasserschutz musste in Muhen vergangene Woche die Feuerwehr vereinzelt Keller auspumpen. Drohnenbilder zeigen eindrückliche Bilder. Bange Anwohner fragen: Muss man beim Hochwasserschutz nachbessern? «Nein, der Hochwasserschutz hat einmal mehr planmässig funktioniert», sagen der Feuerwehrkommandant und der Gemeindeammann.

Die Bilder von letzter Woche sind eindrücklich: westlich des Hochwasserdamms, auf dem die WSB zwischen Hirschthal und Obermuhen fährt, fliesst ein breiter brauner Strom. Das ist so geplant. Das ist der Hochwasserschutz von Muhen. Eingeweiht im Dezember 2004 hat er sich seitdem oft bewährt. In Muhen ist man froh und auch stolz auf diesen Schutz. Eine «Entlastungsrinne » leitet einen Teil des Suhre-Hochwassers ab einem gewissen Pegel noch auf Hirschthaler Boden über Kulturland ab und nach dem Gefahrenbereich weiter unten beim Schulhaus wieder in die Suhre ein.

Auch auf der Ostseite des Damms, also entlang des eigentlichen Suhrelaufs, hat die Suhre ihr Bett verlassen und südlich der Kesslerstrasse/Bändeli eine ganze Fläche überschwemmt (Bild Mitte). Ander Kesslerstrasse 1, wo die Suhre unter der ehemaligen Fabrik durchfliesst, staute sich viel Schwemmholz, blockierte den Lauf der Suhre zusätzlich und verschärfte die Situation. Im Erdgeschoss ist das Fotostudio von Hannes Kirchhof. Er liess eine Drohne steigen und verbreitete eindrückliche Bilder auf sozialen Medien. Zwar hat er schon manches Hochwasser erlebt, diesmal aber kam sehr viel Wasser. Schätzungsweise soviel wie 2005, ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Hochwasserschutzes.

Bangen bei den Anwohnern
Hannes Kirchhof und seine Nachbarn erlebten bange Stunden. Die Feuerwehr musste an der Kesslerstrasse/Bändeli einige Keller auspumpen. Unter diesem Eindruck stellte sich bei den Anwohnern die Frage: Muss man in Muhen in Sachen Hochwasserschutz nun über die Bücher? Muss man sogar nachbessern? «Aus Sicht der Feuerwehr hat der Hochwasserschutz auch diesmal funktioniert. Das Wasser der ausgepumpten Keller an der Kesslerstrasse war eindeutig kein Suhrewasser, sondern Grundwasser, von dem wir nicht genau wissen, aus welchem Grundes in die Keller floss», erklärt Dominik Graber, Kommandant der Feuerwehr Entfelden-Muhen.

Auch für Muhens Gemeindeammann Andreas Urech hat der Hochwasserschutz diesmal wieder einwandfrei funktioniert. Die Drohnenbilder von Hannes Kirchhof stimmen nach seinen Aussagen sogar ziemlich exakt mit den im Projekt skizzierten überschwemmbaren Zonen überein. «Wir müssen nicht nachbessern», so das zufriedene Fazit von Andreas Urech.

Einsprecher blockiert Spital-Neubau

Einsprecher blockiert Spital-Neubau | Der Landanzeiger

Eigentlich ist alles bereit für den Baustart des neuen Hauptgebäudes des Kantonsspitals Aarau. Die Baubewilligung wurde am 29. März erteilt. Doch der Baubeginn des 569-Millionen-Projekts wird von einem Einsprecher blockiert.

«In der Beschwerde wird hauptsächlich behauptet, der Neubau des KSA habe zusammen mit dem geplanten Parkhaus für Mitarbeitende eine bedeutende Verkehrszunahme im angrenzenden Quartier zur Folge», sagt Stadtrat Hanspeter Thür (Grüne) gegenüber der Aargauer Zeitung. In seiner Beschwerdeantwort bestreitet der Stadtrat diesen Zusammenhang und weist darauf hin, dass der Neubau zu keiner Vergrösserung des Spitals führe und deshalb kein zusätzlicher Verkehr generiert werde.

Die Identität des Einsprechers darf aus rechtlichen Gründen nicht preisgegeben werden. Klar ist aber: Der KSA-Einsprecher muss aus dem angrenzenden Quartier stammen, denn sonst kann er keine legitimierte Einsprache machen. Der Aarauer Stadtrat hat dem KSA die Baubewilligungam29.März erteilt und dabei drei Einwendungen abgewiesen. Mit zwei der drei Einsprecher konnten sich die Verantwortlichen einigen. Der Dritte hat den stadträtlichen Entscheid mittels Beschwerde beim Kanton angefochten. «Das Spital hat anschliessend ein weiteres Mal versucht, mit dem Einsprecher zu verhandeln», schreibt die AZ weiter.

Der Aargauer Regierungsrat muss nun entscheiden, ob er der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzieht, damit ein baldiger Baustart möglich wird. Denn bis die eigentliche Beschwerde behandelt ist, dürfte bis zu einem Jahr vergehen. «Es wird darumein weiterer Versuch unternommen, sich mit dem Beschwerdeführer gütlich zu einigen», schreibt die Aargauer Zeitung. «Wie aus seinem Umfeld zu hören ist, gibt es noch diese Woche eine Verhandlung unter Leitung des regierungsrätlichen Rechtsdienstes.» Die Verantwortlichen des KSA, der Stadt und des Kantons hoffe nauf eine baldige und gütliche Einigung.

«Für das Suhr der Zukunft wünsche ich mir etwas mehr Gelassenheit im politischen Alltag»

Suhrs Gemeindeammann Marco Genoni | Der Landanzeiger

Marco Genoni ist seit 2018 Gemeindepräsident von Suhr. Er hat sich entschieden, an den Gesamterneuerungswahlen im Herbst nicht mehr anzutreten. Das ist aber kein Grund bereits jetzt auf die Bremse zu treten. Suhr ist in Bewegung und formt sich seine Zukunft. Und Marco Genoni ist mitten im Geschehen und möchte noch einiges erledigen.

Herr Genoni, kürzlich lud der Verein «Zukunft Suhr» die Bevölkerung dazu ein, unter dem Motto «Wie sieht DEIN Suhr in Zukunft aus?» Ideen für eine bessere Gestaltung des Aussenraums einzubringen. Wie würden Sie sich die Gestaltung von Suhr wünschen?
Marco Genoni: Für eine gute Lebensqualität nimmt der Wert unseres unmittelbaren Umfeldes an Bedeutung zu. Zwei Aspekte ergänzen sich bestens: Massnahmen, um den Klimawandel im Dorf erträglicher zu machen, bieten gleichzeitig angenehme Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum: Bäume, Sitzmöglichkeiten, Grünflächen, naturnahe unversiegelte Flächen, Aussenflächen für Restaurants und Gewerbe, Wasserspiele usw. Wir arbeiten daran.

Bis zum 13. August läuft auch noch das Mitwirkungsverfahren zum Thema Verkehr. Worum geht es dabei?
Mit dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr KGV geht die Gemeinde die grossen Bögen bei der Entwicklung der Mobilität in Suhr an. Ziel ist ein gutes Nebeneinander von Fussverkehr, Radverkehr und Autoverkehr. Mit einer guten Planung sollen Wege, Plätze und Verbindungen sicherer und attraktiver werden.

Bevölkerungsumfragen, Mitwirkungsverfahren und regelmässige Informationsforen– Weshalb scheint es Suhr so wichtig, seine Bevölkerung überall mit einzubeziehen?
Grundsätzlich werden Entwicklungsschwerpunkte und Projekte besser, wenn sie von verschiedenen Perspektivenbetrachtet und diskutiert werden. Wir leben diese Vielfalt bereits im Gemeinderat, aber durch die verschiedenen Möglichkeiten der Mitwirkung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger gibt es eine grössere Vielfalt. Der Gemeinderat versucht dann nach Möglichkeit, Ideen und Kritikpunkte aller Beteiligten zu berücksichtigen und einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Das Projekt Zukunftsraum ist gescheitert. Welche positiven Aspekte ziehen Sie dennoch aus der Projektarbeit rund um den Zukunftsraum?
Der Austausch mit anderen Gemeinden ist immer befruchtend. Er hilft, sich gegenseitig besser zu verstehen und die eigenen Strukturen und Arbeitsweisen kritisch zu betrachten. Dieses Projekt hat mich jedoch sehr viel Kraft gekostet. Die Positionen waren von Anfang an bereits bezogen. Diese Polarisierung hat zu verhärteten Fronten geführt. Leider fehlt im politischen Alltag oft eine gewisse Gelassenheit. Es ist selten etwas schwarz/weiss.

Es sind Sommerferien! Führt es Sie in der Regel ans Meer oder in die Berge?
Das Meer war wichtig, solange unsere Söhne klein waren. Jetzt bin ich gerne in den Bergen und verbringe ein Teil der Ferien auch gerne in Suhr. Es gibt immer wieder Einiges zum Entdecken und viele interessante Angebote in unserer Region.

Sie stammen aus der Region Airolo. Schlägt das Herz im Eishockey automatisch für Ambri?
Das ist so. Als Teenager war die Valascia ein wichtiger Treffpunkt. Es ging auch nicht nur um Eishockey, sondern auch um die sozialen Kontakte, den Ausgang und das Feiern.

Sind Sie eigentlich mit dem Eishockeytorhüter Leonardo Genoni vom EV Zug verwandt?
Nein, er ist nicht verwandt. Ein Brand hat Ende des 19. Jahrhunderts die Archive in Airolo leider zerstört. Vieles ist verloren gegangen betreffend Geschichte, aber auch in Bezug auf Stammbäume. Deswegen ist eine allfällige Verwandtschaft nicht mehr nachvollziehbar. Gute Reflexe sind ja auch in der Politik wichtig.

Zurück nach Suhr: Wohin ziehen Sie sich jeweils zurück, wenn Sie etwas Abstand und Erholung brauchen?
Kurze Erholung hole ich mich in unserem Garten oder auf der Terrasse. Es tut mir immer gut, wenn ich Zeit finde, ins Boxtraining zu gehen. Es geht um ein intensives Konditionstraining und die Reaktionen werden natürlich auch geübt. Eine tolle Gruppe ausserhalb meiner politischen und privaten Kontakte.

Sie haben entschieden, an der Erneuerungswahl im Herbst nicht mehr anzutreten. Was möchten Sie unbedingt noch abschliessen, bevor Sie abtreten?
Mir ist eine geordnete Übergabe sehr wichtig, weil die Arbeit im Gemeinderat langfristiger Natur ist. Vieles ist gut eingefädelt. Wir haben dieses Jahr die interne Arbeit mit der Kanzlei neu organisiert. Wir haben die Geschäftsleitung gestärkt und sind sehr gut aufgestellt für die nächsten Jahre.

Auf was sind Sie in Suhr besonders stolz?
Ich bin besonders stolz auf unsere Schule. Sie ist organisatorisch und fachlich sehr gut aufgestellt. Wir haben in all den Jahren miteinander (Schulpflege, Schulleitung und Gemeinderat) gemeinsame Ziele verfolgt und so Vieles erreicht. Nach aussen sind vor allem die gute Infrastruktur ersichtlich: alle Kindergärten sind neugebaut oder saniert worden, wir haben für die Primarschule im Feld angebaut und im Dorf mit dem Vinci einen wichtigen Schritt gemacht. Die vielen Investitionen konnten wir nur teilweise aus eigener Kraft finanzieren. Diese Investitionen sind langfristiger Natur. Über eine längere Zeitachse ist Suhr finanziell gut aufgestellt und hat seine Aufgaben gelöst. Nach einem schwierigen Jahr 2020 schätze ich für meine Nachfolgerin oder Nachfolger auch finanziell einen positiven Abschluss fürs Jahr 2021.

Was wünschen Sie sich für das Suhr der Zukunft?
Etwas mehr Gelassenheit im politischen Alltag und Respekt vor allen Personen, die sich politisch für unsere Gemeinschaft einsetzen. Und selbstverständlich hoffe ich, dass Suhr sich weiterhin so positiv entwickelt und dass die Suhrerinnen und Suhrer Freude haben am gemeinsamen Gestalten des Dorflebens.



Zur Person Marco Genoni
Alter: 59
Beruf: Geschäftsführer von rund 2000 Milchproduzenten von Glarus bis Bern
Erlernter Beruf: Ingenieur Agronom ETH
Zivilstand: verheiratet, zwei Söhne
Partei: unabhängig, Mitglied von Zukunft Suhr
Im Gemeinderat seit: 2010
Gemeindepräsident seit: 2018
Aufgewachsen in: Airolo
Lebt in Suhr seit: 2003
Das mag er: feines Essen in guter Gesellschaft oder eine Mountainbike-Tour in der Leventina
Das mag er weniger: die sozialen Ungerechtigkeiten auf dieser Welt

Suhr der Zukunft | Der Landanzeiger

Deutliche Vorteile bei Nässe und im Gefälle

Deutliche Vorteile bei Nässe und im Gefälle | Der Landanzeiger

Antiblockiersysteme (ABS) gehören bei Autos, Lastwagen und Motorrädern zum Stand der Technik, bei E-Bikes sind solche Systeme noch nicht verbreitet. E-Bikes mit ABS haben vor allem bei nassem Untergrund und im Gefälle deutliche Vorteile. Dies ist das Ergebnis eines Tests, den die BFU erstmals durchgeführt hat – in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik AGU Zürich.

Bremsen mit dem E-Bike auf nasser Fahrbahn – das ist heikel und mit einem hohem Sturzrisiko verbunden. Vorteile hat, wer ein E-Bike mit ABS fährt. Die Systeme haben beim Geradeaus fahren vor allem bei nassem Untergrund und beim anspruchsvollen Übergang von einer griffigen zu einer rutschigen Fahrbahnmessbare Vorteile. Dort verkürzt sich der Anhalteweg deutlich, und das E-Bike bleibt besser in der Fahrspur.
Das sind erste Ergebnisse eines Tests auf verschiedenen Fahrflächen, den die BFU in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik AGU Zürich durchgeführt hat. Der Test hat aber auch gezeigt: Trotz ABS bleibt ein nasser Untergrund immer schwierig und rutschig. Nachgewiesen wurde mit dem Test auch, dass bei einer Vollbremsung auf trockenem Untergrund das Hinterrad bei einem E-Bike mit ABS nicht abhebt. Dies verhindert einen Überschlag – besonders im Gefälle. Das Verhalten beim Bremsen in der Kurve wurde in diesem Test nicht untersucht. Beim Fahren mit einem beladenen Veloanhänger hat der Test positive und negative Effekte gezeigt: Einerseits verkürzt sich der Bremsweg sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn. Andererseits schert durch den Schub des Anhängers das Hinterrad bei einem E-Bike mit ABS stärker aus.

So wurde getestet
Am Dynamic Testcenter (DTC) in Vauffelin haben die BFU und die AGU Zürich verschiedene E-Bike-Modelle mit und ohne ABS auf gerader Fahrbahn getestet. Die E-Bikes wurden mit GPS und Geschwindigkeitssensoren ausgerüstet, um die Beschleunigung, den Anhalteweg und die Fahrspur des E-Bikes exakt zu bestimmen. An drei Messstationen hat das Testteam zudem Videoaufnahmen gemacht, um die Verzögerung auch visuell darzustellen. An der ersten Messstation wurde die Vollbremsung auf trockener Fahrbahn ausgemessen, an der zweiten das Bremsen auf einem Übergang des Belags von trocken zu nass und an der dritten Messstation wurde analysiert, wie sich die nasse Fahrbahn auf den Anhalteweg auswirkt. Weitere Tests fanden im Gefälle sowie auf gerader Fahrbahn mit einem beladenen Veloanhänger statt. Die AGU Zürich wertet nun alle technischen Daten aus, und die BFU wird die Erkenntnisse aus dem Test in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlichen.

ABS allein schützt vor Unfällen nicht
Ein erstes Fazit des Tests fällt positiv aus: «Der Test hat gezeigt, dass Antiblockiersysteme der Sicherheit beim Bremsen zuträglich sind, indem sie etwa bei Nässe den Bremsweg verkürzen und im Gefälle die Gefahr eines Überschlags reduzieren», sagt Roland Grädel, BFU-Produkteexperte. «Es macht daher Sinn, beim E-Bike-Kauf auf ABS zu achten.» Um einen Unfall zu verhindern, ist jedoch auch die Fahrweise entscheidend: Deshalb ist es wichtig, mit dem E-Bike defensiv und vorausschauend zu fahren. Ebenfalls wichtig ist das Tragen eines Velohelms, da sich damit die Wahrscheinlichkeit einer Kopfverletzung bei einem Unfall deutlichreduziert. Bessere Sichtbarkeit hilft ebenfalls, da E-Bikes von anderen Verkehrsteilnehmenden leicht übersehen oder zu spät wahrgenommen werden. Auf dem E-Bike empfiehlt sich, auch am Tag mit Licht zu fahren und eine Leuchtweste zu tragen. Alle Tipps für eine sichere Fahrt mit dem E-Bike finden sich in der neuen nationalen Kampagne, welche die BFU in diesem Jahr lanciert hat.

Aluminium lässt die Pfunde purzeln

Aluminium lässt die Pfunde purzeln | Der Landanzeiger

Mit dem neuen Qashqai setzt Nissan jetzt in Europa verstärkt auf Leichtbau: Dank des grossflächigen Einsatzes von leichtem Aluminium bringt die neue Crossover-Generation weniger Gewicht auf die Waage.

Die Motorhaube, die Türen und die vorderen Kotflügel sind aus einer Aluminiumlegierung gestanzt. Allein dadurch ist der neue Qashqai rund 60 Kilogramm leichter als die Vorgängerversion. Die Gewichtseinsparung verbessert nicht nur die Effizienz, sondern gibt auch Spielraum für den Einsatz neuer und zusätzlicher Technologien – darunter der elektrifizierte Antriebsstrang, der erstmals beim Qashqai zum Einsatz kommt. Um dies zu ermöglichen, hat Nissan insgesamt 52 Millionen Pfund (60,26 Millionen Euro) in die Aluminiumproduktion im Werk Sunderland investiert. Damit wurden unter anderem eine zweite extragrosse Presslinie, die letztes Jahr eingeführt wurde, und der «Zyklon» installiert: Die Recycling-Anlage stösst Schrott mit 150 km/h aus und verarbeitet mehr als sieben Tonnen Metall pro Stunde, was den Abfall reduziert und eine umweltfreundlichere Produktion ermöglicht.

Recycling-Kreisläufe
Während die Motorhauben und Türen in Form gestanzt werden, wird das überschüssige Material zerkleinert und abgesaugt – die unterschiedlichen Aluminiumsorten bleiben dabei sorgfältig getrennt. Durch diese Trennung kann Nissan hochwertigen Schrott an die Lieferanten und Zulieferer zurückgeben, die daraus Aluminiumlegierungsbleche fertigen und diese wiederum in den Produktionsprozess des japanischen Automobilherstellers einbringen. Dieses «geschlossene» Recycling-Systemreduziert Abfall undCO2-Emissionen und trägt damit zum Unternehmensziel bei: Nissan will bis 2050 klimaneutral arbeiten – im gesamten Geschäftsbetrieb genauso wie über den Lebenszyklus der Fahrzeuge hinweg. Das Recycling von Aluminiumschrott spart mehr als 90 Prozent der Energie, die zur Herstellung einer vergleichbaren Menge aus Rohstoffen benötigt wird.

Erneuerbare Energien
«Wir suchen permanent nach Möglichkeiten, sowohl unsere Fahrzeuge als auch unseren Fertigungsprozess nachhaltiger zu gestalten. Der Einsatz von leichtem Aluminium im neuen Qashqai ist ein grossartiges Beispiel dafür», erklärt Alan Johnson, Vice President Manufacturing bei Nissan Sunderland. Auf dem Weg zur Klimaneutralität wird Nissan bis Anfang der 2030er Jahre sein komplettes Modellportfolio in Europa und anderen Schlüsselmärkten elektrifizieren. In der Produktion setzt das Unternehmen zudem auf erneuerbare Energien.

Valentina Rosamilia erkämpft sich an U20-EM Bronze

Valentina Rosamilia erkämpft sich an U20-EM Bronze | Der Landanzeiger

Nach Silber am Olympischen Festival der Europäischen Jugend 2019 doppelt Valentina Rosamilia (BTV Aarau) in diesem Jahr nach: Über 800merkämpft sie sich an der U20-EM in Tallinn (EST) sensationell Bronze. Sprinter Lucien Kern konnte mit der 4 × 100 m-Staffel wichtige Erfahrungen sammeln.

Im 800-Meter-Finallauf standen drei Schweizerinnen an der Startlinie: Nebst Valentina Rosamilia (BTV Aarau) haben sich auch Audrey Werro (CA Belfaux) und Lea Ammann (TV Thalwil) für den Final qualifiziert. Der Finallauf wurde von Audrey Werro, die zusammen mit Valentina Rosamilia als grosse Titelfavoritin gehandelt wurde, schnell angegangen. Rosamilia lief in der Verfolgergruppe, die auf der Zielgeraden noch aus drei Athletinnen bestand. Eine Medaille gewinnen konnten jedoch nur deren zwei. Das wusste auch die BTV-Atheletin und holte nochmals alles aus ihr raus, doch die anderen beiden liessen sich nicht abschütteln. Nur wenige Meter vor dem Ziel befanden sich alle drei Athletinnen noch auf derselben Höhe. Kurz vor dem Ziel strauchelte Valentina Rosamilia und stürzte über die Ziellinie. Dort bliebt sie erschöpft am Boden liegen. Umso grösser war die Freude, als sie als Gewinnerin der Bronze-Medaille ausgerufen wurde. Es war ein Wimpernschlagfinale: Valentina Rosamilia erreichte sechs Hundertstel hinter der Ukrainierin Svittlana Zhulzhyk Platz 3, drei Hundertstel zurück folgte die Griechin Elli-Eutychia Deligianni, die Vierte wurde. Gewonnen hat die Schweizerin Audrey Werro.

Für den BTV-Athlet Lucien Kern war es bereits eine grosse Ehre, für die 4 × 100m-Staffel selektioniert zu sein. Er erhielt damit die Bestätigung, dass er zu den schnellsten U20-Sprintern der Schweiz gehört. Umso toller ist, dass er nicht nur als Ersatzläufer in Tallinn mit dabei war, sondern zum Resultat der Schweizer Staffel als Läufer etwas beitragen konnte und zwar als Schlussläufer der gesamten Staffel. Er drehte nochmals richtig auf und sicherte der Schweiz in neuer Saisonbestleistung mit 40.70s den vierten Rang im schnellen Vorlauf mit GB, Frankreich, Türkei, Polen, Finnland und der Slowakei. Leider reichte es nicht für eine Finalqualifikation, aber die Erfahrung eines Starts an einem Grossanlass dürfte für den BTV-Läufer sehr wertvoll sein.

Zur Versöhnung zwei Aargauer Königstitel

Zur Versöhnung zwei Aargauer Königstitel | Der Landanzeiger

Der Aargauer Schiesssportverband hatte im Ständematch enttäuscht, doch zum Abschluss des Eidgenössischen Schützenfestes trumpften die Aargauer Aushängeschilder mit zwei Königstiteln und einem zweiten Rang gross auf.

Der Aargau hat die besten Pistolenschützen des Landes. Der 47-jährige Fuller Dieter Grossen bewies im 50-m-Final Nervenstärke und krönte seine lange Karriere mit dem Schützenkönigstitel. Im Final der besten 25-m-Schützen zeigte der 29-jährige Bottenwiler Christian Klauenbösch einmal mehr seine grosse Stärke im Schnellfeuer. Nach 2010 in Aarau feierte er in Emmen seinen zweiten Königstitel. Knapp an der Titelverteidigung vorbei schlitterte Rafael Bereuter bei den300-m-Gewehrschützenmit Sportwaffen. Der 34-jährige Buttwiler, der für die SG Aarau schiesst, musste sich mit den letzten zwei Schüssen kniend knappgegen den Baselbieter Roger Itin geschlagen geben.

Starke Aargauer Spitze
Fehlte dem Aargau im Ständewettkampf die leistungsmässig starkeBreite, rehabilitierten sich die AGSV-Spitzenschützen in den Königskonkurrenzen eindrücklich. Die 19 im Königsausstich angetretenen Aargauerinnen und Aargauer erzielten fast durchwegs gefreute Resultate. Einzig die Brugger Sturmgewehrschützen Hans und Walter Schumacher blieben hinter den Erwartungen zurück und verfehlten den Final der besten Acht in ihrer Kategorie deutlich. Stattdessen meldeten Grossen und Klauenbösch mit der Pistole sowie Bereuter und Rolf Denzler mit dem 300-m-Sportgewehr ihre Ambitionen auf einen Podestplatz, ja gar Königstitel an. Grossen hat sich im B-Programm auf die 50-m-Distanz deutlich an die Spitze gesetzt. Obwohl ihm der Finalauftakt nicht optimal gelang, blieb er in der Nähe der Spitze und setzte dann die Konkurrenz unter Druck. In der Schlussphase schmolz zwar sein Vorsprung, aber der Fuller rettete bei 100er-Wertungzweimikrige Pünktlein über die Distanz von 24 Schüssen. «Dass ich selber mit dem Sieg liebäugelte, machte die Sache mental nicht einfacher.», resümierte Grossen.

Souveräner Christian Klauenbösch
Nach zweitem Platz im Ausstich trat auch Christian Klauenbösch als Königsfavorit an, denn der Schnellfeuermodus kam dem Zofinger entgegen. Schliesslich war er mit 27:23 Treffern aus 50 Schüssen klar besser als der Waadtländer Cédric Grisoni. «So klar hätte ich den Sieg nicht erwartet», freute sich Klauenbösch über den zweiten Königstitel. 2015 hatte ihn im Wallis eine Waffenstörung an der Titelverteidigung gehindert. Entsprechend gross war jetzt die Genugtuung. Nur kurz ärgerte sich Rafael Bereuter. Obwohl er in der Schlussphase bei den 300-m-Schützen, Feld A, die Führung hatte übernehmen können, kam für ihn die Niederlage gegen Roger Itin nicht überraschend. «Ich hatte Mühe mit meiner Kniendstellung, konnte aber infolge Zeitdruck nichts ändern.» Denbeachtlichen4. Platz erreichte der älteste Finalteilnehmer, Rolf Denzler. Der 57-jährige Hallwiler gab sich denn auch nicht enttäuscht über die «lederne »Medaille.

Zur Versöhnung zwei Aargauer Königstitel | Der Landanzeiger
Erneut den Königstitel gewonnen: Christian Klauenböschs Jubel unmittelbar nach der Rückeroberung des Schützenkönigtitels.