Ein beliebter Schreiber tritt ab | Der Landanzeiger
Der Erlinsbacher Gemeinderat platziert das Bänkli für den abtretenden Gemeindeschreiber Bruno Vogel (von links): Edy Bircher, Jonas Graf, Gemeindepräsidentin Monika Schenker, Stefanie Stirnemann und Vize-Gemeindepräsident Heinz Pfluger.
Erlinsbach

Ein beliebter Schreiber tritt ab

Nach mehr als 34-jähriger Tätigkeit als Gemeindeschreiber von Erlinsbach trat Bruno Vogel Ende Juni in den Ruhestand. Gemeindeschreiber ist er gesamthaft seit 42 Jahren. 1979 trat er seine Stelle in Birmenstorf bei Baden an. 1987 wählte ihn der Gemeinderat zum Gemeindeschreiber von Erlinsbach, als Nachfolger von Hans Dätwyler.

Aufgewachsen ist Bruno Vogel in der Region Aarau. Die Verwaltungslehre hat er damals in Unterentfelden absolviert. Bei seinem Stellenantritt in Erlinsbach zählte die Gemeinde 2600 Einwohner – heute sind es deren 4450. Bruno Vogel hat also die grosse Entwicklung von Erlinsbach nicht nur hautnah miterlebt, sondern auch mitgestaltet. Anfänglich, und bis zur Regionalisierung, war er auch Zivilstandsbeamter und während mehr als 20 Jahren zudem Bauverwalter. Neben dem Amt als Gemeindeschreiber, damals fast etwas wie eine Herkulesaufgabe, bei der schon damals wie heute immensen Bautätigkeit.

Ein Gestalter und Berater
Bruno Vogel hat auch die Entwicklung und Veränderung seines Berufstandes miterlebt. Dieser hat sich vom reinen Verwalter mehr und mehr zum Gestalter gewandelt. Er hat es immer als Privileg angesehen, den Gemeinderat bei der Entwicklung, Positionierung und Entfaltung der Gemeinde zu beraten und zu unterstützen.

Aber nicht nur die Behörde, sondern auch verschiedenen Kommissionen und Gremien, wie auch die Verwaltung konnten von seinem Wissen, seinem Elan und seinem Flair für unkomplizierte und pragmatische Lösungen profitieren. Sehr wichtig war ihm auch eine moderne, effiziente und bürgerfreundliche Verwaltung. Das Machbare stand für ihn stets im Vordergrund. Umständliche und komplizierte Papiertiger, langatmige Konzepte und Bürokratie waren gar nicht sein Ding, wie auch die zunehmende Flut von oft überflüssigen und nicht notwendigen Belehrungen und Weisungen, vor allem von Seiten des Kantons.

Bruno Vogel war stets Verfechter einer starken und echten Gemeindeautonomie. Falls nötig und angezeigt, hat er seine Meinung jeweilen auch klar und akzentuiert vertreten.

Viel Engegement für die Schule und die Vereine
Für die Bevölkerung war er ein kompetenter, offener und zugänglicher Ansprechpartner und auch Ratgeber für jegliche Fragen und Anliegen. Unzählig sind die Geschäfte und wichtigen Projekte, die er in seiner langjährigen Tätigkeit bearbeitet und mitbetreut hat. Als Sekretär des Schulvorstandes engagierte er sich auch lange Jahre für die Schule Erzbachtal. Er war damals auch massgeblich involviert in den gesamten Zusammenschluss der Erlinsbacher Schulen diesseits und jenseits des Erzbaches. Er war auch für die Dachorganisation der Erlinsbacher Vereine sowie den Trägerverein des Kultur- und Begegnungszentrums Wygärtli tätig. Sehr am Herzen lag ihm die Zusammenarbeit der beiden (früher drei) Gemeinden im Erzbachtal. Bruno Vogel präsidierte während 10 Jahren den Aargauer Gemeindeschreiberverband und bis vor kurzem auch den Aargauischen Rennverein.

Sein Steckenpferd sind jegliche geschichtlichen Aspekte von und um Erlinsbach. Er kennt sich hier bestens aus, wie auch in der umfassenden und wertvollen Fotosammlung, welche die Gemeinde vor Jahren aus einem Nachlass übernehmen konnte.Bruno Vogel war auch an insgesamt 20 Ausgaben der Erlinsbacher Dorfchronik sowie an der Jubiläumsschrift der Ortsbürgergemeinde massgeblich beteiligt.

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Bruno Vogel

Bruno Vogel wurde anlässlich der Gemeindeversammlung vom 25. Juni offiziell verabschiedet. Als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit für die geleisteten Dienste, wurde ihm im Namen des Gemeinderates ein «Bänkli » geschenkt. Den Standort des «Bänklis » darf Bruno Vogel frei wählen.

Text: GEM | Bilder: zVg
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