Velohelmtragquote so hoch wie noch nie | Der Landanzeiger
2021 trugen 57 % der Velofahrer und Velofahrerinnen einen Helm. Dies ist die höchste beobachtete Helmtragquote seit Beginn der Erhebung.
BFU-Erhebungen 2021

Velohelmtragquote so hoch wie noch nie

57 Prozent aller Velofahrerinnen und Velofahrer tragen einen Helm. 2021 wurde die höchste Velohelmtragquote seit Beginn der jährlichen BFU-Erhebungen zum Verhalten im Strassenverkehr verzeichnet. Im Auto tragen auf dem Rücksitz so viele den Sicherheitsgurt wie noch nie. Auf Rollern und Kleinmotorrädern wird nach wie vor häufig auf Schutzausrüstung verzichtet.

Auf Schweizer Strassen sind letztes Jahr 934 Velofahrerinnen und Velofahrer schwer verletzt worden, bei E-Bike-Unfällen waren es 521 Personen. Ein wirksames Mittel, um zumindest das Risiko für schwere Kopfverletzungen zu verhindern, ist der Velohelm. Die BFU erhebt die Helmtragquote jährlich – und die diesjährige Analyse zeigt, dass in der Schweiz seit Beginn der Untersuchungen im Jahr 1998 noch nie mehr Menschen auf dem Velo einen Helm getragen haben: 57% der beobachteten Velofahrerinnen und Velofahrer. Deutlich mehr als 2019 mit 52%.

Am häufigsten setzen Velofahrerinnen und Velofahrer einen Helm bei Fahrten in ihrer Freizeit auf – 62%. Bei Fahrten für Einkäufe sind es mit 32% nur noch rund halb so viele. Bei der letzten Erhebung 2019 wurden jedoch sowohl bei den Freizeitfahren (57%) als auch bei den Einkaufsfahrten (24%) tiefere Tragquoten verzeichnet.

Ebenfalls gestiegen ist die Helmtragquote auf den langsamen E-Bikes (Tretunterstützung bis 25 km/h). Gemäss der aktuellen Erhebung fahren 70% der beobachteten Personen auf einem langsamen E-Bike mit Helm. 2019 taten dies erst 65%. Bei den schnellen E-Bikes (Unterstützung bis 45 km/h), bei denen der Helm obligatorisch ist, ist die Quote mit 93% (2019: 92%) relativ konstant. Trotz dieser positiven Entwicklung bei der Helmtragquote: Sowohl auf dem Velo als auch auf dem E-Bike besteht noch Steigerungspotenzial. Denn Velofahrerinnen und E-Biker sind im Strassenverkehr besonders verletzlich. Um deren Sicherheit zu erhöhen, braucht es vor allem eine sichere Veloinfrastruktur. Die BFU setzt sich für einen sicherheitsorientierten Ausbau ein.

90% tragen auf dem Rücksitz einen Gurt
Die jährlichen BFU-Erhebungen befassen sich auch mit anderen Aspekten der Verkehrssicherheit. Mehrere wichtige Werte befinden sich zurzeit auf unverändert hohem Niveau. So etwa die Gurtentragquote auf dem Vordersitz: 40 Jahre nach Einführung der Pflicht tragen 97% am Steuer einen Gurt. Von den Beifahrerinnen und Beifahrern sind 96% angeschnallt. Erstmals nähert sich in der aktuellen Erhebung auch die Tragquote auf dem Rücksitz diesen Werten an. 90% der beobachteten Passagiere auf dem Rücksitz trugen einen Gurt. Diese Zahl ist zwar auf den ersten Blick erfreulich. Da der Sicherheitsgurt aber zu den wichtigen Lebensrettern gehört, besteht hier nach wie vor Ausbaupotenzial.

Auf Rollern und Mofas häufiger vernachlässigt
Nahezu alle, die auf einem Motorrad, Roller oder Kleinmotorrad unterwegs sind, tragen einen Helm. Geht es um die weitere Schutzausrüstung, zeigen sich auch in der aktuellen Erhebung deutliche Unterschiede zwischen Personen auf dem Motorrad und solchen auf Rollern oder Kleinmotorrädern. Auf einem Roller oder Kleinmotorrad wird deutlich weniger häufig eine komplette Schutzausrüstung aus Helm, Handschuhen, Motorradjacke und -hose getragen.

Das Sicherheitsniveau in der Schweiz kontinuierlich zu erheben und zu bewerten, ist eine der zentralen Aufgaben der BFU. Die Erhebungen werden jährlich von der BFU geschulten Personen durchgeführt. Deren Erkenntnisse sind für die Präventionsarbeit der BFU essenziell. 2020 konnten aufgrund der Pandemie keine Erhebungen durchgeführt werden.

Text: BFU | Bild: SHS
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print