Leerstände nehmen um 1724 Einheiten ab | Der Landanzeiger
In Gränichen standen Mitte Jahr 198 Wohneinheiten leer, das sind 60 weniger als noch im Vorjahr.
Leerwohnungsbestand im Aargau

Leerstände nehmen um 1724 Einheiten ab

Im Kanton Aargau standen am 1. Juni 2021 total 7009 Wohnungen leer. Das sind 1724 Einheiten weniger als im Vorjahr. Nachdem der Leerwohnungsbestand im letzten Jahr noch um 4,2 Prozent gestiegen ist, ist nun ein deutlicher Rückgang zu beobachten.

Nach dem letztjährigen Anstieg des Leerwohnungsbestands um 356 Einheiten (+4,2 Prozent), sinkt dieser nun gegenüber dem Vorjahr um 1724 Einheiten (-19,7 Prozent). Neu standen am 1. Juni dieses Jahres im Kanton Aargau 7009 Wohneinheiten leer.

Über den Zeitraum von 1995 bis heute betrachtet ist dies die grösste absolute und relative Abnahme innerhalb eines Jahres. Die Leerwohnungsziffer, welche den Anteil der leerstehenden Wohneinheiten am Gesamtwohnungsbestand misst (333’007 Einheiten per 31. Dezember 2020), sinkt damit von 2,65 auf 2,10. Mehrheitlich befinden sich die leer stehenden Wohneinheiten in Altbauten (91,7 Prozent). Weniger als ein Zehntel (8,3 Prozent) befindet sich in Gebäuden, die in den letzten zwei Jahren erstellt wurden, also in Neubauten.

Vergleich nach Wohnungsgrösse
Einzig Wohneinheiten mit nur einem Zimmer stehen verglichen mit dem Vorjahr häufiger leer: Die Zahl der leerstehenden Einzimmerwohnungen hat um 8,8 Prozent (+38 Einheiten) auf 469 zugenommen. Die grössten absoluten Abnahmen der Leerstände erfolgten bei den Wohneinheiten mit drei Zimmern (-707) und vier Zimmern (-532). So stehen in diesen beiden Kategorien noch 2368 beziehungsweise 2153 Wohnungen zur Miete oder zum Verkauf zur Verfügung. Aber auch die leerstehenden Wohneinheiten mit fünf und mehr Zimmern erfuhren sowohl grosse relative wie auch absolute Abnahmen. Die Zahl der leerstehenden Einfamilienhäuser hat um 259 oder 26,3 Prozent abgenommen.

Regional grosse Unterschiede
Der Leerwohnungsbestand und die Leerwohnungsziffer sind in allen Bezirken ausser Rheinfelden gesunken. Über der kantonalen Leerwohnungsziffer von 2,10 liegen die Bezirke Kulm (3,62), Zofingen (3,25), Brugg (3,05) und Rheinfelden (2,24). Unter dem Wert für den Kanton Aargau liegen die Bezirke Laufenburg (2,09), Bremgarten (2,06), Zurzach (1,98), Aarau (1,79), Baden (1,49), Lenzburg (1,30) und Muri (1,18).

Wiliberg 0, Gränichen 198
In den 27 Gemeinden des Landanzeiger- Gebiets stehen momentan 1204 Wohneinheiten leer. Das sind 773 weniger als noch vor einem Jahr. In Gränichen steht mit 198 Einheiten (-60) am meisten Wohnraum leer, aber auch in Safenwil (126, -32), Buchs (123, -25), Schöftland (105, -17) sind über 100 Wohnungen ohne Mieter. Die grösste Abnahme an Leerwohnungen erlebte Suhr, wo 294 Wohneinheiten wieder besetzt wurden, noch stehen dort noch 67 Einheiten leer. Reitnau ist die einzige Gemeinde im Landanzeiger-Gebiet, in der es mehr Leerbestände (+2) hat als noch im Vorjahr. In Kölliken (92) und Moosleerau (9) und Wiliberg (0) gab es keine Veränderungen.

Kaum Leerwohnungen gibt es seit Jahren in Moosleerau (9, +/-0), Reitnau (8, +2), Densbüren (4, -20), Kirchleerau (4, -4) und Bottenwil (3, -6). In Wiliberg, der kleinsten Gemeinde im Kanton, ist seit vier Jahren kein Wohnraum mehr frei.

Leerstände nehmen um 1724 Einheiten ab | Der Landanzeiger
Text: AG/RAN | Bild: Martin Zürcher
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