Ende Monat ist der «Frohsinn» weg | Der Landanzeiger
Gemeindeammann Peter Stadler sitzt im Bagger, im Vordergrund ist der Trienger Frohsinn-Besitzer und Bauunternehmer Jules Steiger (vorne, 2. von rechts) und die zukünftige Frau Gemeindeammann Irene Bärtschi (Mitte) zu sehen, flankiert von den beiden Gemeinderäten Jost Waldispühl (2. von links) und Markus Goldenberger (4. von links), ganz rechts Werner Meyer (Leiter Bauamt).
Hirschthal: Start zum Abriss des ehemaligen Restaurants Frohsinn

Ende Monat ist der «Frohsinn» weg

Seit Montag wird am ehemaligen Restaurant Frohsinn gebaggert. Bis am ersten Advent wird der «Schandfleck», wie er im Dorf genannt wird, verschwunden sein. Danach ist der Platz frei für eine neue Gestaltung des Dorfzentrums. Für den Ammann war der Start zum Frohsinn-Abriss ein emotionaler Moment.

Als Peter Stadler vor 24 Jahren Hirschthaler Gemeindeammann wurde, versprach er der Bevölkerung, dass das leerstehende ehemalige Restaurant, der «Schandfleck Frohsinn», wie er schon damals im Dorf genannt wurde, abgerissen würde. «Es wurde knapp» sagte Stadler am Montag beim Start der Abrissarbeiten. Der Ammann ist nur noch bis Ende Jahr im Amt. Der «Frohsinn» steht immer noch. Aber nicht mehr lange. Jetzt ist die Abbruchbewilligung da und am Montag starteten die Abbrucharbeiten.

Peter Stadler oblag die Ehre, sich in den Bagger zu setzen und vom «Frohsinn» einen «ersten Biss» zu nehmen. Bis Ende Monat wird vom Restaurant, das seit den 1980er-Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird, nichts mehr zu sehen sein. Auch benachbarte Liegenschaften werden verschwinden müssen und Raum schaffen für eine grossflächige, neue Zentrums-Gestaltung. In einem aktuell laufenden Planungswettbewerb wird sich zeigen, wie Hirschthals Dorfzentrum in Zukunft aussehen wird. Gemeinderat Markus Goldenberger rechnet mit einem Baustart im Jahr 2024. Im Grossbereich des «Frohsinns» entstehen neue Gewerbe- und Wohnbauten. Die Rede ist von 80 neuen Wohnungen.

Obwohl dem «Frohsinn» niemand im Dorf gross nachtrauert, auch Peter Stadler nicht, erinnerte der abtretende Ammann in einer emotionalen Rede an die bewegte Geschichte des Hauses: «Das ist ein historischer Moment für unser Dorf», hielt er fest. «Der Frohsinn war einst das wichtigste und auch das grösste Gebäude unseres Dorfes, es diente bis 1871 als Schulhaus, viele kannten es noch als Wirtschaft und Bäckerei. Mit dem Abriss verliert Hirschthal historische Bausubstanz.»

Text & Bild: Kaspar Flückiger
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