Kanton übernimmt Lead beim Hochwasserprojekt | Der Landanzeiger
Nach dem Unwetter vom 8. Juli 2017 ging die Gemeinde über die Bücher.
Uerkheim

Kanton übernimmt Lead beim Hochwasserprojekt

In Uerkheim wurde die Infoveranstaltung zum neuen Hochwasserschutzprojekt gut besucht. Das Thema ist am 26. November an der Gmeind traktandiert.

«Nach dem Jahrhundert-Hochwasser von 8. Juli 2017 sassen wir mit dem Kanton an den Tisch und beschlossen neue Wege», sagte Ammann Herbert Räbmatter, als er am Donnerstag die Infoveranstaltung zum Gmeindstraktandum «Sicherstellung des Hochwasserschutzes» eröffnete. Diese Wege führten nicht nur zu einem neuen Hochwasserprojekt, sondern auch zu einer neuen Federführung: Der Kanton hat den Lead übernommen. 2,35 Millionen Franken soll die Gemeindeversammlung am 26. November für das neue Projekt sprechen. Den Rest der Gesamtkosten von 9,76 Millionen Franken zahlen Bund, Kanton und Gebäudeversicherung.

Vorsorglich Land gekauft
Auf der Höhe der ehemaligen Rosengärtnerei Koller soll quer über den Talboden ein Damm gebaut werden, der ein Rückhaltebecken formt und 150’000 Kubikmeter Wasser aufhalten kann. Die Kantonsstrasse muss dazu ein Stück den Hang hinauf versetzt werden. Zudem müssen Brücken wie jene bei der Bergstrasse, der Hinterhubelstrasse, der Bachstrasse und bei der Metzgerei sowie die Metzgerei selber aus- oder neugebaut werden. Mehrere Parzellen Richtung Bottenwil, die durch das Rückhaltebecken überflutet würden, hat die Gemeinde in den letzten Jahren erworben. Die restlichen Parzellen gehören Landwirten, ihr Ausfall würde bei einer Überschwemmung entschädigt.

Gelingts im 3. Versuch?
Es steht viel auf dem Spiel. Nach der Ablehnung der beiden Vorgängerprojekte an der Urne ist es überaus wichtig, dass das dritte Projekt durchkommt. Nicht nur würde der Wille der Bewohner hinsichtlich des Hochwasserschutzes infrage gestellt – auch macht die Aargauische Gebäudeversicherung Hausbesitzern Druck. Einzelne mussten an ihren Liegenschaften bereits eigene Verbauungen anbringen. Entsprechend gross war das Interesse an der Veranstaltung. Um die 80 Personen hörten den Ausführungen von Gemeinderat und dem kantonalen Projektleiter Sebastian Hackl zu und stellten mehrere Fragen. Dabei spielte das Geld immer wieder eine Frage.

Der heutige Steuerfuss von 119 Prozent werde nicht erhöht, betonte Räbmatter. Es gäbe während dieser Dauer eine maximale Verschuldung von 500 Franken pro Einwohner. Nach Bauende des Projekts ab 2027 werde man die Projektkosten durch die Abschreibungen unvermeidlich spüren. «Unsere Kostenrechnung zeigt aber, dass wir das stemmen können.»

Text: Flurina Sirenio | Bild: TIZ
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