Mischung aus Britpop und Hip-Hop | Der Landanzeiger
Mit seinen runden Scheinwerfern ist und bleibt er ein Hingucker, auch als Stromer. Der Mini ist elektrisch mehr denn je state of the art.
Mini SE

Mischung aus Britpop und Hip-Hop

Als SE pfeilt der Mini elektrisch um die Häuser. Sprintstark, sparsam, leise, umweltschonend, stylisch, hochwertig. E ist maxi für den Mini.

Mini fahren bleibt einfach cool und macht Spass. Da herrscht das totale Go-Kart-Feeling, egal ob der Kleine thermisch oder, wie in dem Fall, elektrisch angetrieben ist. Optisch unterscheidet sich der Strom-Mini nur marginal von seinen Benzin-Geschwistern. Halt in erster Linie durch den geschlossenen Kühler. «Wenn der Mini heute eine Musikrichtung wäre, wäre er eine Mischung von Britpop und Hip- Hop», sagt Designchef Oliver Heilmer.

Bremspedal nur für Notfall
Der legendäre Brite liegt platt wie eine Schinken-Omelette auf dem Teflon, ähm…, Beton. Die Lenkung ist superdirekt und, dank des kurzen Radstandes, kommt der Kurze im Karacho – natürlich auch sittsam – um jedes Eck. Angetrieben wird der SE von einem 184 PS Elektromotor, der seine geballte Kraft von jetzt auf gleich an die Vorderräder abgibt. Dank des unmittelbar anliegenden Drehmoments pfeilt der E-Mini beim Durchtreten des Gaspedals ab, wie Robin Hoods Geschoss. Die Traktionselektronik vermag ein Scharren der Vorderräder nur bedingt zu bändigen.

Nach 3,9 s hat das Auto auf mehr als 60 km/h beschleunigt, dieselbe Zeit vergeht beim Überholen von 60 auf 100 km/h – Spitzenwerte. Die 100-km/h- Marke ist nach 7,3 Sekunden passiert. Bei 150 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Macht aus Verbrauchssicht absolut Sinn. Das Bremspedal kann man – von brenzligen Situationen abgesehen – vergessen. Der Mini Cooper SE bremst vorab in der höheren der zwei Rekuperationsstufen so stark, dass man bisweilen mit dem Oberkörper Richtung Lenkrad baumelt. Dieses One-Pedal-Dirving ist lustig, wenn anfangs auch gewöhnungsbedürftig. Nur mit dem Gaspedal fahren und bremsen ist auch eine Challenge. Mann und Frau wird sich schnell dabei ertappen, wie in einem Videospiel, sich immer mehr zu perfektionieren und möglichst jede Kurve und Ampel ohne Einsatz der Bremse zu nehmen.

Solide Reichweite
Die Reichweite der 32,6 kWh-Batterie liegt offiziell bei mehr als 200 Km. Ein realistischer Wert, sofern man auf alle stromfressenden Komfortlieferanten wie z.B. Klimaanlage, Radio etc. verzichtet und schlau rekuperiert. Mit allem Drum und Dran sollte man indes besser nicht mit mehr als 150 Km rechnen. Wenn es über längere Strecken und die Autobahn geht, lohnt es sich in den Green+ Modus zu wechseln. Dann wird alles runtergefahren, was nicht basisnotwendig Strom frisst. Hier eine kurze Testerfahrung: Auf dem Tacho stehen am Start 139 km Reichweite und 100% Ladung. 80 gefahrene Kilometer später stehen immer noch 95 Km auf der Uhr – weil: Im Green+ Modus mit maximal 110 Km/h über die Autobahn gecruist. Temporär sogar noch im Sog verschiedener LKWs und Camper. Das schafft Vertrauen in die E-Mobilität und hält man den Verbrauch unter 15 kWh/100 Km. Im Test zieht der Mini SE durchschnittlich 17,9 kWh Strom auf 100 Kilometer. Laden geht flott. Am 50-kW-Lader sind 80% in 35 Minuten und 100% in weniger als 90 Minuten erreicht, an der Wallbox dauert es ca. vier, an der Haushaltsteckdose ca. 13 Stunden.

Info- und Entertainment
Auch innen bietet die smarte Design-Ikone in BMW-Händen eine hochwertige Verarbeitung und eine warme, hübsche Ambiance. Platz gibt es vor allem auf den vorderen beiden Sitzen genügend – auch in der Höhe. Handy-Einbindung – kein Problem. Der serienmässige Mini Teleservice behält Servicetermine im Auge und hilft bei Pannen. Preislich gibt es den Mini SE ab 38’500 Franken. Angesichts der hohen Benzinpreise gerade relativ günstig.

Text: Michael Scnenk | Bild: zVg
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