Pfarrer Peter Hediger verabschiedet sich nach 40 Jahren | Der Landanzeiger
Pfarrer Peter Hediger feiert am 22. Mai seinen Abschiedsgottesdienst.
Reformierte Kirche Oberentfelden: Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Peter Hediger

Pfarrer Peter Hediger verabschiedet sich nach 40 Jahren

Es war vor 40 Jahren als ein junger Pfarrer eine Entscheidung traf und die lautete: Oberentfelden. Es war eine Entscheidung, hinter der er bis heute steht. Nun steht Peter Hediger kurz vor der Pension.

«Ja, 40 Jahre in der selben Gemeinde als Pfarrer tätig zu sein, ist selten. Zumindest kenne ich keine anderen Pfarrpersonen, die auf so eine Zahl kommen», sagt Peter Hediger lächelnd. Er ist schon bei der ersten Gemeinde fündig geworden, dabei war die Auswahl an Pfarrstellen zu jener Zeit gross. Aber Oberentfelden hat ihn von Anfang an erfüllt. «Von den Menschen, der Atmosphäre und den Möglichkeiten her hat mich Oberentfelden stets am meisten überzeugt. Zudem fand ich die anstehenden Herausforderungen sehr spannend.» Oberentfelden sei damals eine Gemeinde im Aufbruch gewesen, die Ökumene habe eine grosse Rolle gespielt und die Arbeit im Team zusammen mit Pfarrkollege Hansueli Simmen hätten ihn «gegluschtet». «Auch die Zusammenarbeit mit späteren Pfarrkollegen und im weiteren Mitarbeiterkreis liess mir den Entscheid zu bleiben, nie schwerfallen », sagt er.

«Meine erfreuliche Aufgabe ist es, Gott und Jesus den Menschen nahe zu bringen. Stabilität ist mir wichtig sowie Traditionen zu bewahren und trotzdem Veränderungen anbringen», sagt Peter Hediger über sich selbst. 40 Jahre lang hat er die Kirchgemeinde Oberentfelden geprägt. Stets unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Johanna. «Sie ist Katechetin und hat stets mitgeholfen und mitangepackt», sagt er dankbar. So haben sie beispielsweise die Kinderwoche eingeführt, die bis heute jeweils in der ersten Sommerferienwoche stattfindet.

«Hätte keinen besseren Kollegen haben können»
Sein jetziger Pfarrkollege Andreas Wahlen arbeitet bereits seit 19 Jahren mit Peter Hediger zusammen. Aus Arbeitskollegen sind richtige Freunde geworden, wie Andreas Wahlen erzählt: «Wir haben uns sehr gut ergänzt und haben einander ‹in die Hände gearbeitet›. Er war in jeder Beziehung sehr loyal, mir und auch den anderen Mitarbeitenden gegenüber, auf ihn konnten wir uns immer verlassen – ich hätte keinen besseren Kollegen haben können. Er hat sich mit mir gefreut, wenn etwas gelungen ist und mich motiviert, wenn etwas weniger erfolgreich war.»

Grundaufgaben der Kirche sind dieselben geblieben
«Die Arbeit mit den Konfirmanden und das Predigen haben mir immer sehr viel Freude bereitet. Meine Lieblingsaufgaben im Beruf waren jedoch das gemeinsame Auseinandersetzen mit der Bibel und die Seelsorge», sagt er und erzählt weiter: «Es war schön, den Menschen auf ihrem Weg weiterzuhelfen und ihnen zu spüren geben, dass Gott auf ihrer Seite ist, es Hoffnung gibt, auch wenn es manchmal hoffnungslos scheint.»

In all den Jahren waren es vor allem die neuen Medien, die die Arbeit als Pfarrer verändert haben, wie Peter Hediger sagt: «Die Arbeit des Pfarrers ist dadurch anspruchsvoller geworden, man hat aber auch mehr Möglichkeiten. Es reicht nicht mehr einfach hinzustehen und etwas zu erzählen, man muss es mit technischen Mitteln illustrieren.» Im Grossen und Ganzen seien die Grundaufgaben der Kirche aber dieselben geblieben: «Aus der Liebe heraus zu leben, sie zu verkünden und zu tun.» Die Formeln hätten sich geändert, der Inhalt sei derselbe geblieben.

Beweglich und in Bewegung bleiben
Nach der Pensionierung wird Peter Hediger noch einige Aufgaben in reduziertem Mass weiter ausführen bis seine Nachfolgerin Noemi Heggli im September übernehmen wird. «Ich wünsche meiner Nachfolgerin, dass sie die Gelegenheit hat, ihre Gaben einzubringen, dass sie in einer friedlichen Atmosphäre leben darf und dass sie theologisch und seelsorgerisch weiterkommt und sich entfalten kann und ihre positive Stimmung nie verlieren wird», wünscht sich Peter Hediger für seine Nachfolgerin. Was seine Pension angeht, sagt Peter Hediger: «Ich lasse es auf mich zukommen. » Klar ist, dass Hobbys wie das Schreiben, das Fotografieren, die Musik, der Wein, das Laufen und das Velofahren weiterhin Teil sein werden. «Ich möchte weiterhin beweglich und in Bewegung bleiben», sagt er. Auch werden die Immobilien, die er und seine Frau besitzen, die Beiden weiterhin beschäftigen. Auf jeden Fall wollen sie Kontakte, die sie hier und anderswo gewonnen haben, weiterhin pflegen.

Am kommenden Sonntag, 22. Mai um 9.30 Uhr findet der Abschiedsgottesdienst von Peter Hediger statt. Einem Gottesdienst, bei dem sich Peter Hediger verabschiedet, sich die Kirchgemeinde aber auch von ihm verabschiedet, sprich Peter Hediger weiss selbst zu einem Teil nicht, was im Gottesdienst geschehen wird. «Es wird bestimmt Überraschungen geben», sagt er.

Text & Bild: Sarah Künzli
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