Gewannen den Hauptpreis: Das Theater Gaga, bestehend aus sowohl psychisch kranken wie auch gesunden Menschen, bietet eine Plattform zur Beziehungsknüpfung, um voneinander zu lernen und zum Erfahrungsaustausch.
Anerkennung für freiwilliges Engagement

Sozialpreis 2022

Vergeben von den Aargauer Landeskirchen und Benevol Aargau

Verdienter Jubel beim Theater Gaga, Psy4Asyl und beim Sprachmobil. Diese drei Projekte mit freiwillig Engagierten wurden mit dem achten Sozialpreis von benevol Aargau und den Aargauer Landeskirchen ausgezeichnet.

Der im Jahr 2004 erstmals vergebene Sozialpreis honoriert Freiwilligenarbeit im Kanton Aargau. Wie bereits vor zwei Jahren, wurden auch dieses Mal 26 Projekte eingereicht. Sie zeigen: Freiwilliges soziales Engagement ist im Aargau weit verbreitet und vielfältig.

So war es für die sechsköpfige Jury aus Vertretungen der Landeskirchen, der Freiwilligenfachstelle benevol Aargau, dem Frauenhaus Aargau-Solothurn und Pro Senectute Aargau keine einfache Aufgabe, aus der Fülle der Bewerbungen drei Siegerprojekte zu küren.

Das Fazit der Jury machte zwei Drittel der Bewertung aus. Das zusätzliche Drittel resultierte aus dem öffentlichen Online-Voting, bei dem über 3000 Stimmen abgegeben wurden.

Die drei Gewinner-Projekte
Auf dem Podest landeten das Sprachmobil, Psy4Asyl und auf dem ersten Rang das Theater Gaga. Das ist eine Theatergruppe bestehend aus Menschen mit und ohne psychische Krankheiten. Jeannine Theiler ist Initiantin und Vereinspräsidentin von Theater Gaga. Zur Motivation für ihr freiwilliges Engagement sagt sie: «Es geht darum, den Menschen die Möglichkeit zu bieten, mit ihren individuellen Ressourcen und Stärken bei einem Theaterprojekt mitzuwirken.»

7000 Franken beträgt ihr Preisgeld; eine finanzielle Unterstützung, die auch dazu beitragen wird, dass die nächsten Aufführungen von Theater Gaga Anfang Juni 2023 über die Bühne gehen können.

Mit dem zweiten Platz beziehungsweise 5000 Franken wurde Psy4Asyl belohnt. Seit 2016 bis heute trägt das Netzwerk von ehrenamtlich tätigen Fachleuten aus dem psychosozialen Bereich dazu bei, dass die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen und offiziellen Strukturen für Geflüchtete mit und ohne psychische Beeinträchtigungen im Aargau verbessert werden. Durch die Arbeit des Vereins wird die Wirkung von präventiven, gesundheitsfördernden Ansätzen, Therapie und Weiterbildung erkennbar.

Einen Check über 3000 Franken für den dritten Platz erhielt das Sprachmobil, das Geflüchteten einen Raum gibt, in dem sie in ungezwungenem Rahmen ohne Leistungsdruck die deutsche Sprache und einheimische Kultur kennenlernen können. Auf die Frage, nach seiner Reaktion, als er vom Preisgewinn erfuhr, meinte Sprachmobil- Erfinder Billy Meyer: «Das hat sich sehr gut angefühlt, da ich diesen Preis als Wertschätzung für die engagierte Arbeit der Freiwilligen unseres Vereins und auch als Wertschätzung für meine persönliche Arbeit verstehe. Für uns ist die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit wichtig, weil wir, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, ausschliesslich von privaten Spendengeldern und von Stiftungen leben.»

Einen Anerkennungspreis von je 1500 Franken bekamen der Verein Discuss-it, der die politische Teilhabe junger Menschen stärkt sowie der Kindertreff «OpenHouse» in Suhr.

Mitreissende Musik, mutige Worte
Mit ihrem mitreissenden Gesang brachten die «Schloss-Singers» der Stiftung Schloss Biberstein tüchtig Schwung in die Sozialpreis-Verleihung 2022. Die vom Chor für Erwachsene mit und ohne geistige Behinderung mit viel Herzblut vorgetragenen Gesangseinlagen, unter der Begleitung von Carol Simon am Klavier, ernteten langanhaltenden Applaus des Publikums.

Eine besondere Wertschätzung widerfuhr dem Anlass vom 20. Oktober im Bullingerhaus in Aarau durch die Anwesenheit der höchsten Aargauerin. Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener würdigt in ihrem Grusswort an die rund 100 Anwesenden das Engagement der vielen Freiwilligen – beeindruckende rund 40% der Bevölkerung – die durch ihre Arbeit und ihre Unterstützung garantieren, dass das Gemeinwesen überhaupt funktioniere, «Ich danke Ihnen, dass Sie hier sind, dass Sie unterstützen und mithelfen.

Gerade auch in denjenigen Bereichen, die der Staat und die öffentliche Hand nicht mehr alleine abdecken können und wollen.» Durch freiwillige Tätigkeit werde unsere Gesellschaft reicher, sowohl In der Gesellschaft wie auch im sozialen Bereich und in der Politik: «Wir alle und der Kanton Aargau können von Ihrer Arbeit und Ihrem Einsatz profitieren. Es geht nicht ohne Sie», sagt Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener abschliessend.

Text & Bilder: FAB
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