Gemeindesaal wird zum Kindergarten | Der Landanzeiger
Die im Gemeindesaal von Bottenwil provisorisch eingerichtete 2. Kindergarten-Abteilung für das Schuljahr 22/23.
Bottenwil

Gemeindesaal wird zum Kindergarten

Die Kindergartenabteilung in Bottenwil musste für das laufende Schuljahr 2022/23 aufgeteilt werden. In den kommenden Jahren soll der Kindergarten aber wieder zusammengeführt werden. Eine Herausforderung für eine kleine Gemeinde wie Bottenwil.

Der Gemeindesaal von Bottenwil sieht wie ein richtiger Kindergarten aus. Derzeit dient er als provisorische Räumlichkeit für die zweite Kindergartenabteilung. Diese existiert seit diesem Sommer und vorerst nur für das Schuljahr 2022/23. Im letzten Jahr hatte die Kindergartenabteilung 24 Kinder – beide Stufen zusammen –, was noch mit der kantonalen Empfehlung von höchstens 25 Kindern im Einklang war. In diesem Jahr sind es aber 30 Kinder, daher die Aufteilung.

Die schwankenden Schülerzahlen und die damit zusammenhängende Klassenbildung sowie der Schulraumbedarf sind eine Herausforderung für eine kleine Gemeinde wie Bottenwil. Gemeinderätin Miriam Dietschi: «Es ist nicht das erste Mal, dass wir den Kindergarten teilen müssen. Das Gleiche geschah schon vor einigen Jahren. Damals nutzten wir noch das Obergeschoss des Gemeindehauses.»

Positive Rückmeldungen
Der Gemeindesaal bietet mehr Platz. Er ist während den Sommerferien «mit grossem Engagement von den neuen Lehrpersonen» in einen Kindergarten umgestaltet worden – mit allen dafür nötigen Möbeln, Spielen und Dekorationen. «Als wir an einem Elternabend darüber informierten, wurden wir mit Skepsis konfrontiert», sagt Barbara Scheuber, die Schulleiterin der Schule Bottenwil. «Seit dem Start bekamen wir aber durchwegs positive Rückmel- dungen; nicht nur wegen des Raumes, der sich sehr gut eignet. Sondern auch, weil die Klassen kleiner sind. Das ist angenehmer für die Kinder.»

Die Schulleiterin fährt fort: «Wir holen zweimal jährlich eine auf die Geburtenzahlen basierende Prognose der Anzahl Kinder bei der Gemeinde ab, damit wir drei Jahre im Voraus die Tendenz sehen.» Daraufhin finde eine grobe Planung der Schulklassen und Schulräume statt. Diese muss zwar oft revidiert werden. «Wir ahnten aber früh, dass der Kindergarten in diesem Jahr in zwei Abteilungen geführt werden muss», erklärt Scheuber.

Wenig Vorlaufzeit
Eine grössere Herausforderung als die Prognose der Anzahl Kinder bei der Gemeinde, bilden die Ressourcen und die Rekrutierung von Lehrpersonen. Miriam Dietschi erklärt: «Der Kanton spricht die Ressourcen für das bevorstehende Schuljahr jeweils erst Mitte Februar.» Diese beinhalten die Anzahl Lektionen, die die Schule zur Abdeckung für alle zu erteilenden Schulstunden erhält.

Eine Kindergartenabteilung wird in Bottenwil nach Möglichkeit zu zweit unterrichtet – von der Klassenlehrperson und einer Heilpädagogin oder einem Heilpädagogen. Unterstützt werden sie dabei zusätzlich von einer Schulassistenz. Somit musste die Schule Bottenwil für dieses Schuljahr drei neue Personen für den Kindergarten anstellen – auf ein Jahr befristet. «Wir hatten eine schöne Situation: Wir konnten sogar aussuchen und alle Stellen bereits vor den Frühlingsferien dieses Jahres besetzen», sagt Scheuber.

Gemäss Gemeinderätin Miriam Dietschi zeigt die Prognose – Stand heute –, dass im nächsten Schuljahr wieder «nur» 25 Kinder den Kindergarten in Bottenwil besuchen – womit wieder mit nur einer Abteilung gearbeitet werden kann – Zu- und Wegzüge vorbehalten. Für das Schuljahr 2024/25 erwarte man 20 bis 25 Kinder. Die Schulklassen zählen laut Dietschi rund 25 Schülerinnen und Schüler pro Abteilung. Damit sei es aktuell auch ein Thema, im nächsten Schuljahr Schulabteilungen aufzuteilen.

Text und Bild: Ilir Pinto
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