So wird der geplante 150 Meter lange Rück­haltedamm ober­halb von Staffel­bach einst ausse­hen (Bilder und Visu­al­isierun­gen: Kan­ton Aar­gau)

31 Millionen Franken für Hochwasserschutz im Suhrental

14. Novem­ber 2019 | News

Die Gemein­den von Schöft­land bis Suhr sollen bess­er vor einem Hochwass­er geschützt wer­den. Eine der Mass­nah­men ist ein 150 Meter langer Rück­haltedamm an der Suhre ober­halb von Staffel­bach. Der Grosse Rat hat ein­stim­mig Kred­ite von rund 31 Mil­lio­nen Franken bewil­ligt.

Wenn die Suhre viel Hochwass­er mit sich bringt, dann ist zwis­chen Schöft­land und Suhr ein Sied­lungs- und Indus­triege­bi­et mit rund 600 Wohn­häusern und grossen Indus­trieflächen gefährdet. Dies, weil die Abflusska­paz­ität der Suhre auf ein­er Länge von über zwei Kilo­me­tern im Sied­lungs­ge­bi­et völ­lig ungenü­gend ist. Ein solch­es Hochwass­er – wie es im Schnitt alle 100 Jahre vorkommt – kön­nte laut Ein­schätzun­gen des Aar­gauer Regierungsrats Schä­den in der Höhe von rund 27 Mil­lio­nen Franken verur­sachen.

Rück­hal­te­beck­en als Herzstück
Das Herzstück des Hochwasser­schutzes ist ein Rück­hal­te­beck­en in der Suhree­bene zwis­chen Staffel­bach, Moosleer­au und Reit­nau. Es soll ein Hochwass­er ober­halb des Sied­lungs­ge­bi­ets zurück­hal­ten. Geplant ist ein 150 Meter langer und drei Meter hoher Damm. Zudem soll die ober­halb von Staffel­bach zurzeit sehr ger­ade ver­laufende Suhre bis an die Kan­ton­s­gren­ze zu Luzern revi­tal­isiert wer­den.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 31 Mil­lio­nen Franken. Der Bund bezahlt 21,1 Mil­lio­nen davon, der Kan­ton Aar­gau trägt 4,23 Mil­lio­nen und auch die Aar­gauis­che Gebäude­ver­sicherung steuert 880’000 Franken bei. Die restlichen 4,79 Mil­lio­nen Franken wer­den auf die beteiligten Gemein­den verteilt, gemäss ihrem Anteil an der Reduk­tion des über­fluteten Gebi­ets im Sied­lungs­bere­ich.

Von den 31 Mil­lio­nen Franken gehen rund 26,35 Mil­lio­nen Franken in das Kom­bi­na­tion­spro­jekt des Hochwasser­rück­hal­te­beck­ens ober­halb von Staffel­bach und die Revi­tal­isierung der Suhre. Für 4,65 Mil­lio­nen Franken erfol­gen Teilaus­bau­mass­nah­men in Schöft­land, Ober­ent­felden, Suhr und Buchs.

2023 ist Baus­tart
Im Grossen Rat fiel der Entscheid ein­stim­mig mit ein­er Enthal­tung eines SVP-Mit­glieds. Von Seit­en der SVP wurde denn auch kri­tisiert, dass durch die Schutzbaut­en und die Revi­tal­isierung rund 9,4 ha wertvolle Frucht­fol­ge­flächen (Land­wirtschaft­s­land) ver­loren gehen. «Das Pro­jekt ist gewaltig, aber aus­gereift», sagt Ros­marie Groux (SP), Sprecherin der Umweltkom­mis­sion. «Der Ver­lust von Frucht­fol­ge­flächen wird auch von uns bedauert.» Han­sjörg Wit­twer von den Grü­nen begrüsste die Revi­tal­isierungs­mass­nah­men, die seien beson­ders wichtig, denn nur so kön­nten die Böden gesun­den.

Der Baus­tart des Hochwasser­schutzes soll laut Plan 2023 erfol­gen, die Fer­tig­stel­lung wird 2026 erwartet.

RAN

Weitere Bilder in der
Foto-Galerie