331 Zigi-Stummel in zwei Stunden

Von | 4. Sep­tem­ber 2019 | Gedan­ken

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Nach Har­lem Shake, Plan­king, Kiki-Chal­len­ge und wie sie alle heis­sen, end­lich ein­mal ein Inter­net­hype, der sinn­voll ist. Dar­auf gebracht hat mich die Face­book-Sei­te «Du besch vo Aar­au». Danie­le Gior­da­ni sam­mel­te an der Aare in einer PET-Fla­sche Ziga­ret­ten­stum­mel. In ein­ein­halb Stun­den kamen so 631 Ziga­ret­ten­stum­mel zusam­men. Einen Tag dar­auf poste­te auch Fre­dy Vil­li­ger ein Foto einer rand­vol­len PET-Fla­sche. Beein­druckt aber vor allem schockiert, hab ich mir vor­ge­nom­men, es den bei­den gleich zu tun.

88, 89, 90, 91. Lee­re PET-Fla­sche geschnappt geht es für mich an die Aare. Klar, ich hät­te auch rauf in die Stadt gehen kön­nen. Doch es ärgert mich viel mehr, wenn Men­schen in der Natur lit­tern. Lan­ge geht es nicht und ich bücke mich das erste Mal, um einen Stum­mel auf­zu­he­ben.

152, 153, 154. Krass, wie schnell sich die Fla­sche füllt. Aber irgend­wie auch logisch, wenn man bedenkt, dass Ziga­ret­ten­kip­pen welt­weit das am häu­fig­sten weg­ge­wor­fe­ne Abfall­pro­dukt ist. Das sieht nicht nur ein­fach nicht gut aus, son­dern ist auch wirk­lich schäd­lich. Denn im Stum­mel sam­meln sich jede Men­ge gif­ti­ge Sub­stan­zen, die durch das acht­lo­se Weg­wer­fen an die Umwelt abge­ge­ben wer­den.

 

233, 234, 235. Ich bin unter­des­sen rich­tig wütend. Wenn ich doch eine Cola trin­ke, ent­sor­ge ich die lee­re Fla­sche, wenn ich ein Sand­wich esse, wer­fe ich die Ver­packung in den Müll. War­um soll es mit Ziga­ret­ten­stum­meln anders sein? Es spielt doch kei­ne Rol­le, wie gross der Abfall ist. Abfall gehört nicht auf den Boden und schon gar nicht in die Natur.

329, 330,331. Zwei Stun­den sind vor­bei, mein Expe­ri­ment abge­schlos­sen. 331 Ziga­ret­ten­stum­mel befin­den sich in mei­ner PET-Fla­sche. Auf die­sen Ärger brauch ich eine Ziga­ret­te. Der Stum­mel lan­det natür­lich nicht auf dem Boden, wenn ich kei­ne Ent­sor­gungs­mög­lich­keit in der Nähe habe, lan­det der eben in mei­ner Hosen­ta­sche. Stinkt zwar ein biss­chen, aber er kommt ja bei der näch­sten Gele­gen­heit wie­der da raus. Ob Hosen­sack, por­ta­bler Aschen­be­cher oder son­sti­ge Gefäs­se, es gibt immer eine bes­se­re Mög­lich­keit, als die Kip­pe auf den Boden zu schmeis­sen.

Immer noch etwas ver­är­gert, kommt lang­sam der Stolz. Es ist ein gutes Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun. Auch wenn ich nicht zu den Ver­ur­sa­chern gehö­re, ist mein Bewusst­sein für die Pro­ble­ma­tik gestärkt. So eine Akti­on kann ich jedem, ob Rau­cher oder Nicht­rau­cher, emp­feh­len. Und zu mei­nen Mit-Rau­chern sag ich noch eins: Hört auf mit die­sem Stum­mel-Weg­werf-Blöd­sinn!