Mit schwe­ren Maschi­nen und der Hil­fe der Armee wer­den im «Gallihubel»-Gebiet in Bot­ten­wil Siche­rungs­ele­men­te ein­ge­baut  (Bild: Rapha­el Nad­ler)

36 Wochen nach dem Unwetter kommt die Armee ins Uerkental

29. März 2018 | News

Lan­ge 36 Wochen haben die Bot­ten­wi­ler auf den Ein­satz und die Hil­fe der Armee gewar­tet. Nun ist sie da. Über 25 Armee­an­ge­hö­ri­ge des Ret­tungs­ba­tail­lons 2 der Ter­ri­to­ri­al­di­vi­si­on 2 unter­stüt­zen zusam­men mit dem Forst­be­trieb Uer­ken­tal die Fir­ma Strau­mann aus Trim­bach, die mit der Hang­sa­nie­rung im Gebiet «Gal­li­hubel» beauf­tragt wur­de. Wei­te­re Armee­an­ge­hö­ri­ge sol­len in den näch­sten Tagen dazu­kom­men, aber auch Leu­te der Zivil­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Suh­ren­tal-Uer­ken­tal. «Zu Spit­zen­zei­ten wer­den rund 40 Per­so­nen mit Sanie­rungs­ar­bei­ten in Bot­ten­wil beschäf­tigt sein», sagt Karin Mül­ler, Spre­che­rin des Depar­te­ments Gesund­heit und Sozia­les des Kan­tons Aar­gau.

Beim Unwet­ter am 8. Juli des letz­ten Jah­res kamen im stei­len Gelän­de im Gebiet «Gal­li­hubel» Erd­mas­sen ober­halb des Hofes von Tho­mas Hun­zi­ker ins Rut­schen, nach­dem innert weni­ger Stun­den so viel Regen gefal­len war wie sonst in einem gan­zen Som­mer­mo­nat kaum. Wäh­rend an andern Orten mit der Sanie­rung begon­nen wur­de, deck­te der Zivil­schutz die Hang­rut­sche behelfs­mäs­sig mit Pla­stik ab. Die Hil­fe der Armee ver­zö­ger­te sich. Plötz­lich wur­den die Hilfs­kräf­te in Bon­do GR benö­tigt. Der Ein­satz in Bot­ten­wil wur­de ins 2018 ver­scho­ben.

80 m³ Holz wer­den ver­baut

«Es ist für uns eine gros­se Erleich­te­rung, dass die Armee nun da ist und der Hang saniert wird», sagt Land­wirt Tho­mas Hun­zi­ker. «Alle Anwe­sen­den arbei­ten mit gros­ser Moti­va­ti­on und kom­men gut vor­an.» Ob alle drei Hang­rut­sche saniert wer­den kön­nen ist noch unklar. Unter der Lei­tung von David Strau­mann ver­bau­en die Hilfs­kräf­te in den kom­men­den Tagen rund 80 m³ Holz. Die Längs­stäm­me sind bis 20 Meter lang.

Das Holz stammt aus dem Bot­ten­wi­ler Wald. «Weil das Gelän­de rela­tiv nass ist, wären wir lie­ber erst im Mai gekom­men», sagt David Strau­mann, der die schwe­re Maschi­ne am Hang sel­ber steu­ert. «Ich arbei­te erst­mals mit dem Ret­tungs­ba­tail­lon zusam­men und bin sehr posi­tiv über­rascht.»

Momen­tan sind die Hilfs­kräf­te am Ein­bau­en eines «Holz­ka­stens». Dafür wur­den bis 5 Meter Erde abge­tra­gen, damit die Ele­men­te auf den Stein gelegt wer­den kön­nen. Der Kasten soll dafür sor­gen, dass der Hang nicht mehr abrutscht. Zusätz­lich wur­de eine Sicker­lei­tung ein­ge­baut, damit das Hang­was­ser abge­führt wer­den kann und der Holz­ka­sten nicht unter­spült wird. Die Bau­leu­te rech­nen, spä­te­stens Mit­te April mit den Sanie­rungs­ar­bei­ten fer­tig zu sein

Regie­rungs­rä­tin vor Ort

Am Don­ners­tag, 29. März, wird sich Regie­rungs­rä­tin Fran­zis­ka Roth (SVP) vor Ort über den Stand der Arbei­ten in Bot­ten­wil infor­mie­ren. Sie hat sich per­sön­lich für die drei vom Unwet­ter stark betrof­fe­nen Gemein­den im Uer­ken­tal stark­ge­macht.

Der Regie­rungs­rat sprach dar­auf­hin vor vier Wochen im Sin­ne der Kata­stro­phen­hil­fe finan­zi­el­le Mit­tel von ins­ge­samt 230’000 Fran­ken aus dem Swiss­los-Fonds. Bot­ten­wil erhält 119’000 Fran­ken, Uerk­heim 108’000 Fran­ken und Wili­berg 3000 Fran­ken. Zudem hat die Regie­rung ent­schie­den, für die Wie­der­her­stel­lung der land­wirt­schaft­li­chen Infra­struk­tur in den betrof­fe­nen Gemein­den dem Gros­sen Rat einen Nach­trags­kre­dit in der Höhe von 581’000 Fran­ken zu unter­brei­ten.

RAN