Die 865 Unter­schriften wurden am 4. Juni dem Gemein­derat über­reicht  (Bild: zVg)

Gegen die geplante Über­bauung Heg­matte in Schöft­land regt sich breiter Wider­stand

865 sagen Nein zur Über­bauung

13. Juni 2018 | News

Am Montag ver­gan­gener Woche über­reichte das Komitee «Nein zur Über­bauung Heg­matte» dem Gemein­derat Schöft­land mehr als 850 Unter­schriften.

Die Unter­schrif­ten­samm­lung ver­lief laut einer Medi­en­mit­tei­lung des Komi­tees relativ ein­fach: «Die Leute waren oft­mals schon über das Thema im Bild und unter­schrieben meis­tens schnell und mit Über­zeu­gung.

Viele finden es schade, für die WSB so viel Land her­geben zu müssen und die Heg­matte der­massen zu opfern, beson­ders weil man der Ansicht ist, die WSB hätte im bestehenden Bahn- und Müh­le­areal genü­gend Fläche zu Ver­fü­gung.

Auch die Lage der neuen Werk­halle – im süd­west­lichsten Teil der Heg­matte – wird kri­ti­siert. Diese Lage wird kaum ver­standen, weil damit eine lange und land­ver­schleis­sende Zufahrt erfor­der­lich würde», schreibt das Komitee.

Um was geht’s?

Im Rahmen der Orts­pla­nung (Bau- und Nut­zungs­ord­nung, BNO) hat der Gemein­derat ein Ziel­kon­zept erar­beitet und fest­ge­legt: die Bevöl­ke­rung solle in den nächsten 25 Jahren in Schöft­land auf 6000 Ein­wohner anwachsen. Das Komitee bemän­gelt, dass dieses Ziel­kon­zept der Bevöl­ke­rung nicht zur Abstim­mung vor­ge­legt wurde.

Das Vor­gehen des Gemein­de­rates ist laut dem Komitee «recht­lich kor­rekt, aber poli­tisch frag­würdig.»

Zudem wurde mit der WSB und dem Depar­te­ment BVU zusammen eine Ver­ein­ba­rung unter­zeichnet, wonach die drei Betei­ligten die Ein­zo­nung der Heg­matte befür­worten, damit die WSB dort – in der süd­west­lichsten Ecke der Heg­matte – eine neue Halle erstellen kann.

Diese müsste mit einem Gleis­an­schluss vom Bahnhof her über die Suhre an das Bahn­netz ange­schlossen werden. Dazu würden in einem ersten Schritt 11 ha Land in einem für die Land­wirt­schaft wert­vollen Gebiet zer­schnitten. Am Infor­ma­ti­ons­abend vom 13. November 2017 stellte der Gemein­de­am­mann der Bevöl­ke­rung die geplante Ein­zo­nung der Heg­matte vor. Anwe­send waren auch ein Ver­treter des Depar­te­ment BVU und WSB-Direktor Mathias Grü­nen­felder. Auf die Frage eines Anwe­senden, wie es wei­ter­gehen würde, falls die Gemeinde dieser Ein­zo­nung nicht zustimmen würde, ant­wor­tete Mathias Grü­nen­felder, die WSB würde ihr Bau­vor­haben (eine neue Halle für die neu 120 m langen Züge mit den dazu­ge­hö­renden Gleis­an­lagen) inner­halb des bestehenden Bahn- und Müh­le­areals rea­li­sieren.

Das Komitee hat dar­aufhin die neue Orts­pla­nung unter die Lupe genommen und fest­ge­stellt, dass bereits in der neuen BNO die Wei­chen für die Ein­zo­nung der Heg­matte gestellt werden, indem das Müh­le­areal für Woh­nungen und Arbeits­plätze vor­ge­sehen ist. Damit hätte die WSB gar keine andere Wahl, als mit ihren benö­tigten Anlagen über die Suhre in die Heg­matte aus­zu­wei­chen.

Damit ist für das Komitee der innere Zusam­men­hang der beiden Pla­nungen gegeben. «Die Behaup­tung des Gemein­de­rates, wonach die BNO nichts mit der geplanten Ein­zo­nung der Heg­matte zu tun habe, ist wider­legt», sagt das Komitee, wel­ches sich zurück­ziehen wird, falls die Gemeinde ihre For­de­rungen erfüllt (siehe Kasten).

ZVG

Die drei For­de­rungen des Komi­tees

Die Anliegen und For­de­rungen des Komi­tees «Nein zur Über­bauung Heg­matte»:

 

– Strei­chung des Ziels, die Heg­matte mit 11 ha (= 15 Fuss­ball­fel­dern) ein­zu­zonen, statt­dessen ver­dich­tete Sied­lungs­ent­wick­lung und Reser­ve­flä­chen für die nächsten 25 Jahre.

– Reduk­tion des Zieles, aus Schöft­land einen Wohn­schwer­punkt zu machen mit einem Bevöl­ke­rungs­wachstum auf über 6000 Per­sonen, statt­dessen ein mode­rates Wachstum.

– Kon­kre­ti­sie­rung des Ziels, in Schöft­land neue Arbeits­plätze anzu­sie­deln, unter anderem durch Nut­zung des 3,5 ha grossen Bahn- und Müh­le­areals für die Bedürf­nisse der WSB und wei­terhin als Gewerbe- und Arbeits-
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