Das Sta­dion­pro­jekt ste­ht vor wichti­gen Abstim­mungen, die erste soll bere­its im August im Ein­wohn­errat Aarau stat­tfind­et (Bild: zVg)

Aarau muss nochmals über Stadionbeteiligung abstimmen

11. Juli 2019 | News

Weil das heutige Pro­jekt für das Fuss­ball­sta­dion Tor­feld-Süd nicht mehr dem entspricht, welchem die Stimm­berechtigten im Feb­ru­ar 2008 zuges­timmt haben, kommt der 17 Mil­lio­nen-Kred­it nochmals vor den Ein­wohn­errat und das Stim­mvolk.

Die Bauherrschaft HRS Real Estate AG und der FC Aarau müssen einen weit­eren Rückschlag im Zusam­men­hang mit dem geplanten Bau des Fuss­ball­sta­dions Tor­feld-Süd ein­steck­en. Der im Feb­ru­ar 2008 gesproch­ene Kred­it von 17 Mil­lio­nen Franken ist nicht mehr gültig. Das hat das Bun­des­gericht entsch­ieden.

Es gibt einem Ein­sprech­er recht, der bean­standete, dass das dama­lige Pro­jekt mit ein­er Man­tel­nutzung, dem das Stadt­par­la­ment und die Stimm­berechtigten zus­timmten, nicht mehr dem heuti­gen Pro­jekt mit vier Wohn­blöck­en und einem reinen Fuss­ball­sta­dion entspreche. Deshalb müssen der Ein­wohn­errat und die Stimm­berechtigten von Aarau nun nochmals über den Kred­it abstim­men.

Sta­dion kostet 60 Mil­lio­nen
Aus der Botschaft an den Ein­wohn­errat wird ersichtlich, dass der Stad­trat dem Par­la­ment erneut einen Kred­it über 17 Mil­lio­nen Franken vorschlägt. Dies, obwohl die Kosten für das Sta­dion nicht mehr 36 Mil­lio­nen Franken, son­dern in der Zwis­chen­zeit auf 60 Mil­lio­nen Franken ver­an­schlagt sind.

Die Bauherrschaft HRS Real Estate AG musste das Pro­jekt neu berech­nen, weil es in der Zwis­chen­zeit neue Vor­gaben der Swiss Foot­ball League gibt und Erfahrun­gen aus dem Sta­dion­bau in Thun in das Aarau Pro­jekt einge­flossen sind.

 

Kosten bleiben gle­ich
Trotz­dem bleiben die Kosten für die Stadt Aarau (17 Mil­lio­nen Franken), die Orts­bürg­erge­meinde (6 Mil­lio­nen Franken) Aarau, den Kan­ton (6 Mil­lio­nen Franken) und den Vere­in «Meinstadion.ch» (2 Mil­lio­nen Franken.) gle­ich.

Die Dif­ferenz von rund 29 Mil­lio­nen Franken will die Bauherrschaft quer­sub­ven­tion­ieren. Sie plant deshalb 600 Woh­nun­gen, verteilt auf vier Hochhäuser. Und hier zeigt sich ein weit­eres Prob­lem. Um diese Hochhäuser real­isieren zu kön­nen, muss die Nutzungs­pla­nung angepasst wer­den. Auch das benötigt noch Abstim­mungen im Par­la­ment und an der Urne. Der Stad­trat zeigt in sein­er Botschaft an den Ein­wohn­errat auf, was passiert, wenn eine dieser Vor­la­gen abgelehnt würde: «Sollte nur der Sta-dion-kred­it, nicht aber die Nutzungs­pla­nung gut­ge­heis-sen wer­den, wäre das Sta­dion­pro­jekt an diesem Ort nicht real­isier­bar und es müsste ein neues Pro­jekt an einem neuen Stan­dort, mit Anpas­sung des kan­tonalen Richt­planes, ange­gan­gen wer­den, bei welchem auch die Finanzierung wieder neu zu regeln wäre.»

Der Ein­wohn­errat soll schon im August über den 17-Mil­lio­nen-Kred­it befind­en kön­nen. Danach wer­den auch die Stimm­berechti­gen nochmals an die Urne gerufen. Das kön­nte im besten Fall schon im Novem­ber der Fall sein.

RAN