Stadt­baumeis­ter Jan Hlav­i­ca, Stad­trat Hanspeter Thür und Stadt­präsi­dent Hanspeter Hil­fik­er  stellen sich den kri­tis­chen Fra­gen (Bild: zVg)

Revi­sion all­ge­meine Nutzungs­pla­nung

Abwägen ist gefragt bei dieser Revision

7. Juni 2018 | News

Seit fünf Jahren arbeit­et die Stadt an der Revi­sion der all­ge­meinen Nutzungs­pla­nung. Am 18. Juni beschliesst der Ein­wohn­errat über die vorgeschla­gene Bau- und Nutzung­sor­d­nung (BNO). Die öffentliche Infor­ma­tionsver­anstal­tung vom ver­gan­genen Mon­tag liess aber durch­blick­en, dass es für den Stad­trat kein leicht­es Unter­fan­gen wird.

Mitwirkungsver­fahren, Vor­prü­fungs­bericht durch den Kan­ton und zwei öffentliche Aufla­gen: Nun ste­ht der stadträtliche Beschluss über die Revi­sion der all­ge­meinen Nutzungs­pla­nung. Die umfassenden Unter­la­gen, die dem Ein­wohn­errat für die Sitzung am 18. Juni zugestellt wur­den, zeigen die Kom­plex­ität des ganzen Geschäfts. Aber auch die Wichtigkeit. Denn schliesslich geht es darum, wie sich die Stadt Aarau städte­baulich weit­er­en­twick­eln soll. «Eine Stadt ist wie ein leben­der Organ­is­mus und dieser muss sich auch bewe­gen kön­nen. Aber behut­sam und sehr, sehr gezielt», sagt Stadt­baumeis­ter Jan Hlav­i­ca. Es gilt zu verdicht­en und gle­ichzeit­ig die Iden­tität eines Quartiers zu bewahren.

Knack­nüsse der BNO

Die grosse Schwierigkeit beste­ht dann noch ein­mal darin, dass jed­er Aarauer, ob Mieter oder Eigen­tümer, von diesem Regel­w­erk betrof­fen ist. Genau das kristallisierte sich ein­mal mehr an der Infor­ma­tionsver­anstal­tung her­aus. Alle kann man nie zufrieden­stellen. So hiess es für der Stad­trat bei der Erar­beitung der BNO vielfach «abwä­gen». Das sieht man beispiel­sweise bei einem der Knack­nüsse, der Garten­stadt, wozu beispiel­sweise das Gön­hardquarti­er gehört. Dort wird ein Grund­stück über eine Über­bau­ungsz­if­fer und eine Grün­flächen­z­if­fer definiert.

Während des Ein­wen­dungsver­fahrens wur­den sowohl die Ver­schär­fung dieser Bes­tim­mung als auch die Ent­las­tung gefordert. Der Stad­trat hielt aber an ein­er Über­bau­ungsz­if­fer von 0.35 und ein­er Grün­flächen­z­if­fer von 0.45 fest. Ergänzt aber: «Falls im Einzelfall die struk­turelle Erhal­tung und die grosszügige Durch­grü­nung beein­trächtigt wür­den, kann der Stad­trat reduzierte Grund­masse fes­tle­gen.» Mit reduzierten Grund­massen ist die Über­bau­ungsz­if­fer und die Gebäudelänge von max­i­mal 22 Meter gemeint.

Zu den weit­eren Knack­nüssen zählen auch die «Umzo­nung Are­al Erlins­bach­er­strasse – Aarekanal» oder die geschützten Baut­en, bei denen sich der Stad­trat für eine Inven­tar­lö­sung entsch­ieden hat. Der Stad­trat hält in sein­er Botschaft an den Ein­wohn­errat fest: «Der Stad­trat ist überzeugt, dass mit dem vor­liegen­den Pla­nungswerk ein zeit­gemäss­es und auch umset­zbares Instru­ment für die Her­aus­forderun­gen der räum­lichen Entwick­lung vor­liegt.»

Gegen den Entscheid, den der Ein­wohn­errat am 18. Juni fällt, kann das Ref­er­en­dum ergrif­f­en wer­den.

Die Unter­la­gen zur Revi­sion der all­ge­meinen Nutzungs­pla­nung find­en Sie auf www.aarau.ch.

SAH