Sym­bol­träch­ti­ges Bild des ersten Gemein­de­ra­tes Reit­nau auf der Brücke des Widen­moos Resorts, von links: Uwe Mat­t­hies­sen (Reit­nau), Michel Strub (Attel­wil), Frau Gemein­de­am­mann Kat­rin Burg­herr (Reit­nau), Peter Hoch­u­li (Reit­nau) und Mar­kus Bau­mann (Attel­wil) (Bil­der: Kas­par Flücki­ger)

Erster Neu­jahrs-Apé­ro der fusio­nier­ten Gemein­de Reit­nau

Adler und Reiher gemeinsam auf einem Ast

10. Janu­ar 2019 | News

Im Widen­moos wur­de Geschich­te geschrie­ben: Im exklu­si­ven Resort und Wirt­schafts-Club, wo schon Ange­la Mer­kel und Donald Trump zu Gast waren, sties­sen am Sonn­tag die Ein­woh­ne­rIn­nen aus Attel­wil und Reit­nau beim ersten Neu­jahrs-Apé­ro der frisch fusio­nier­ten Gemein­de auf eine erfolg­rei­che und vor allem gemein­sa­me Zukunft an.

Das Widen­moos ist zwei­fel­los die exklu­siv­ste Adres­se in Reit­nau. Genau hier, auf der Kan­tons­gren­ze zu Luzern, galt es Gren­zen zu über­win­den beim geschichts­träch­ti­gen ersten Neu­jahrs-Apé­ro der frisch fusio­nier­ten Gemein­de Reit­nau. Rund 400 Gäste aus Attel­wil und Reit­nau folg­ten der Ein-ladung der Gemein­de und von «KLK bewegt», der Kul­tur- und Land­schafts­kom­mis­si­on Reit­nau Attel­wil. Nicht oft besteht für das «ein­fa­che Volk» die Chan­ce, das Widen­moos von innen zu sehen. Gast­ge­ber Fre­dy Büh­ler beton­te gegen­über den zahl­rei­chen Medi­en die Volks­nä­he des Widen­moos: «Wir sind zwar ein Wirt­schafts-Club, doch wir sind auch ein Teil der Gemein­de Reit­nau und haben frü­her schon die Neu­jahrs­sup­pe ver­teilt.»

Per­sön­lich begrüsst wur­den die Gäste des Neu­jahrs-Apé­ro beim Ein­gang von Chri­stia­ne Trösch, der Prä­si­den­tin von «KLK bewegt» und von Kat­rin Burg­herr, der ersten Frau Gemein­de­am­mann der neu­en Gemein­de Reit­nau. Bei einem «Apé­ro riche», der in Tat und Wahr­heit ein reich­hal­ti­ges «Zmit­tag» war, star­te­ten die Ein­woh­ner bei­der Orts­tei­le gedie­gen in eine gemein­sa­me Zukunft.

Fusi­on als Lie­bes­ge­schich­te

Zwar wür­den sich der Reit­nau­er Rei­her und der Attel­wi­ler Adler in der Natur nie im Leben paa­ren, wie es Simon Libsig zu Beginn sei­ner Geschich­te klar­stell­te, die er eigens für die­sen Anlass schrieb. Doch der Spo­ken-Word-Künst­ler ersann dar­aus eine Lie­bes­ge­schich­te, die den 400 Anwe­sen­den zu Her­zen ging. Die Kurz­ver­si­on geht so: Eine Attel­wi­le­rin und ein Reit­nau­er ver­lie­ben sich. Die bei­den Gemein­den riva­li­sie­ren sich jedoch so stark, dass eine sol­che Lie­be eigent­lich undenk­bar, ja ver­bo­ten ist. Als Zei­chen ihrer Lie­be pflan­zen sie einen Kasta­ni­en­baum. 
Attel­wils Adler und Reit­naus Rei­her, zwei Vögel, die eben­falls nicht zusam­men pas­sen, wer­den am Schluss der hals­bre­che­ri­schen Lie­bes­ge­schich­te von Simon Libsig ein­träch­tig zusam­men auf dem ober­sten Ast eben die­ses «Lie­bes­bau­mes» sit­zen.

Ein schö­nes Bild, das Libsig viel Applaus und strah­len­de Augen bescher­te.

«Die ersten hun­dert Meter sind die schwie­rig­sten»

Auch in der Anspra­che von Kat­rin Burg­herr wur­den sym­bo­li­sche Bil­der gezeich­net. Frau Gemein­de­am­mann beschrieb in ihrer gelun­ge­nen Rede die Fusi­on als zwei Wan­der­we­ge, die sich tref­fen, um fort­an gemein­sam unter­wegs zu sein. «Die ersten hun­dert Meter sind die schwie­rig­sten», sprach Burg­herr viel­deu­tig. Die Wan­der­grup­pe Reit­nau Attel­wil wer­de nach einer ersten Stär­kung im Widen­moos auf vie­le Stol­per­stei­ne und gesperr­te Wege tref­fen, so Kat­rin Burg­herr. «Doch wir wer­den ziel­si­cher wei­ter­ge­hen, wir wer­den nach und nach Ver­trau­en fas­sen». Zum Schluss ihrer Rede stell­te sie in Aus­sicht: «Im Jahr 2020 wer­den wir unse­ren Zusam­men­halt mit einem gros­sen Dorf­fest fei­ern!»

Am Neu­jahrs-Apé­ro anwe­send waren auch ehe­ma­li­ge und aktu­el­le Gemein­de­rä­te. In Attel­wil war und ist die Fusi­on umstrit­ten. Roger Leh­ner, der als letz­ter Attel­wi­ler Gemein­de­am­mann in die Geschichts­bü­cher ein­ge­hen wird, sprach gegen­über dem «Land­an­zei­ger» von einem inten­si­ven End­spurt der Attel­wi­ler Ver­wal­tung. «Vie­le Bür­ger woll­ten ihre Pen­den­zen noch vor der Fusi­on durch­brin­gen, was uns zusätz­li­che Arbeit ein­trug. Jetzt ist alles erle­digt und ich bin gespannt, wie es mit die­sem Pro­jekt wei­ter­geht», so Leh­ner.

Auch Regi­na Leh­mann hat als ehe­ma­li­ge Reit­nau­er Frau Gemein­de­am­mann das Fusi­ons­pro­jekt auf­ge­gleist. Auch sie hofft, dass es nun gelin­gen möge, gemein­sam auf dem neu­en Weg zu gehen. Die ersten Meter sind schon mal geschafft.

KF

Gute Lau­ne bei der Reit­nau­er Alt Regie­rungs­rä­tin Susan­ne Hoch­u­li und Roger Leh­ner, dem letz­ten Gemein­de­am­mann in der Geschich­te der Gemein­de Attel­wil

Reit­naus ehe­ma­li­ge Frau Gemein­de­am­mann Regi­na Leh­mann misch­te sich unters Volk

Die Jun­gen machen es vor: Jugend­li­che aus Attel­wil und Reit­nau stos­sen auf eine gemein­sa­me Zukunft an

Impo­sant: Rund 400 Ein­woh­ner aus bei­den Orts­tei­len füll­ten den gros­sen Saal im Widen­moos

XXX (Bild: Foto­graf xy)