Mari­an­ne Wehr­li, LL.M Rechts­an­wäl­tin

Alimente als Lohnersatz?

Von | 2. August 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGEWäh­rend einer kur­zen Bekannt­schaft zu einer Frau wur­de die­se schwan­ger von mir. Wir waren schon seit Wochen wie­der getrennt als sie mir die «fro­he Bot­schaft» ver­kün­de­te. Sie sagt, sie wol­le in den ersten drei Lebens­jah­ren des Kin­des Voll­zeit­ma­mi sein und erwar­te von mir, dass ich ihren Lohn­aus­fall erset­ze. Ich ver­die­ne zwar gut, aber es kann doch nicht sein, dass ich einer mir bei­nah unbe­kann­ten Frau jah­re­lang Lohn bezah­len soll!

ANTWORTNein, das kann tat­säch­lich nicht sein. Aber der Mut­ter Ihres Kin­des steht es frei zu ent­schei­den, ob sie das Kind in den ersten Jah­ren selbst betreu­en oder es in eine Kita geben will. Im ersten Fall schul­den Sie als Vater soge­nann­ten Betreu­ungs­un­ter­halt, im zwei­ten Fall tra­gen Sie über den Bar­un­ter­halt des Kin­des die Fremd­be­treu­ungs­ko­sten. Die Berech­nung des Betreu­ungs­un­ter­hal­tes ist unter den Juri­sten noch nicht abschlies-send geklärt. Mitt­ler­wei­le zeich­net sich die Ten­denz ab, dass der Betreu­ungs­un­ter­halt nur die Lebens­hal­tungs­ko­sten der Mut­ter umfas­se, also nur was not­wen­dig 

ist um die per­sön­li­che Betreu­ung zu ermög­li­chen und von der Mut­ter nicht selbst abge­deckt wer­den kann. Der Betreu­ungs­un­ter­halt soll mit ande­ren Wor­ten dem Exi­stenz­mi­ni­mum der Mut­ter ent­spre­chen. Die Mut­ter ihres Kin­des hat jedoch kei­nen Anspruch auf Ersatz ihres bis­he­ri­gen Loh­nes, Fort­füh­rung ihres frü­he­ren Lebens­stan­dards oder Betei­li­gung am allen­falls höhe­ren Lebens­stan­dard des Kinds­va­ters.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mari­an­ne Wehr­li, Rechts­an­wäl­tin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aar­au
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch