Andy Aebi­scher wur­de zum besten Fahr­leh­rer der Schweiz gewählt (Bild: zVg)

9000 Fahr­schü­ler haben gewählt

Andy Aebischer ist der beste Fahrlehrer der Schweiz 2019

14. März 2019 | News

Die schweiz­weit meist­ver­kauf­te Auto­theo­rie-App «iTheo­rie Pre­mi­um» hat 40’000 Fahr­schü­le­rIn­nen des Jah­res 2018 ein­ge­la­den, ihre Fahr­leh­re­rIn­nen zu beur­tei­len. 9000 Fahr­schü­le­rIn­nen haben schweiz­weit gewählt. Den Sieg konn­te Andy Aebi­scher aus Aar­au davon­tra­gen – er darf sich nun mit dem Titel «Super­fahr­leh­rer 2019» schmücken.

In einem Inter­view mit iTheo­rie Schweiz spricht Andy Aebi­scher über sei­ne Rol­le als Fahr­leh­rer– und kom­men­tiert die Geset­zes­än­de­run­gen, die kürz­lich beschlos­sen wur­den.

Swift Manage­ment AG:
Herr Aebi­scher, Sie waren seit zwei Jah­ren hin­ter­ein­an­der der beste Fahr­leh­rer des Kan­tons – und nun schweiz­weit der beste Fahr­leh­rer. Ihre Schü­ler haben Ihnen auf superfahrlehrer.ch ein super Feed­back gege­ben. Was ist Ihnen als Fahr­leh­rer beim Unter­rich­ten beson­ders wich­tig?

Andy Aebi­scher: 
Ich habe ein sehr kol­le­gia­les Ver­hält­nis zu mei­nen Schü­lern, das ist für mich wich­tig. Zudem bin ich sehr hart­näckig, fast ein biss­chen pin­ge­lig. Für mich ist es sehr wich­tig, dass mei­ne Schü­ler per­fekt vor­be­rei­tet sind auf die prak­ti­sche Prü­fung. 

Ist das auch die Erklä­rung für Ihre extrem hohe Erfolgs­quo­te? Rund 87 Pro­zent Ihrer Schü­ler bestehen die prak­ti­sche Prü­fung beim ersten Mal.

Ja – ich bin bekannt dafür, dass bei mei­nen Schü­lern alles genau sit­zen muss vor der Prü­fung. Ich stecke viel Herz­blut in mei­ne Arbeit. Für mei­nen Unter­richt habe ich extra ein Pro­gramm für mein Tablet ent­wickelt, mit dem ich mei­nen Schü­lern Ani­ma­tio­nen zu Ver­kehrs­si­tua­tio­nen und Manö­vern zei­gen kann. Wenn ich beim Fah­ren mer­ke, eine Ver­kehrs­re­gel sitzt nicht, kann ich dem Schü­ler die Regel noch­mals zei­gen und genau erklä­ren. Zudem erhal­ten alle mei­ne Schü­ler ein klei­nes, selbst ent­wor­fe­nes Heft, in dem alle wich­ti­gen Regeln und Manö­ver drin­ste­hen. Bei Unsi­cher­hei­ten kön­nen mei­ne Schü­ler dar­in nach­le­sen.

Ab Febru­ar darf die Prü­fung zum Füh­rer­schein in einem Auto mit Auto­ma­tik­ge­trie­ben absol­viert wer­den, ohne dass es einen Ein­trag auf dem Füh­rer­aus­weis geben wird. Wer­den nun nicht ein­fach alle Schü­ler und Schü­le­rin­nen die Prü­fung mit Auto­ma­tik­ge­trie­be absol­vie­ren?

Als ich die­se Woche einen Fahr­schü­ler zur Prü­fung gebracht habe, mein­te der Exper­te, dass mein Schü­ler an die­sem Tag tat­säch­lich der erste war, der bei ihm die Prü­fung mit einem Fahr­zeug mit Schalt­ge­trie­be absol­vier­te. Ich kann mir also gut vor­stel­len, dass es eine Ten­denz zu mehr Prü­fun­gen mit Auto­ma­ten geben wird. Die Prü­fung wird dadurch aber bestimmt nicht ein­fa­cher wer­den.

Die Ände­rung trat am 1. Febru­ar in Kraft. Haben Sie in die­sem Monat bereits Ver­än­de­run­gen bei den Anfra­gen sei­tens der Fahr­schü­ler und Fahr­schü­le­rin­nen bemerkt?

Ja, ich hat­te im Febru­ar tat­säch­lich schon mehr Anfra­gen wegen Fahr­stun­den mit Auto­ma­tik­ge­trie­be. Ich den­ke aber, dass auch in Zukunft bei­des sehr gefragt sein wird. Gera­de wenn man zum Bei­spiel als Hand­wer­ker im Geschäft ab und zu mit einem klei­nen Fir­men­bus fah­ren muss, emp­fiehlt es sich Schal­ten gelernt zu haben. Des­we­gen fra­ge ich bei Anfra­gen für Auto­ma­ten-Fahr­stun­den immer zuerst nach, was die Grün­de dafür sind.

Bald kann der Lern­fahr­aus­weis im Alter von 17 Jah­ren bean­tragt wer­den. Ange­nom­men Sie könn­ten das Alter von Lern­fah­rer bestim­men – ab wann soll­te man Auto­fah­ren dür­fen? War­um? 

Ich fin­de es nicht gut, dass der Lern­fahr­aus­weis in Zukunft bereits mit 17 Jah­ren bean­tragt wer­den kann. Ich fin­de es bes­ser, wie es bis­her war: mit 18 Jah­ren. Ich habe die Befürch­tung, dass die Jugend­li­chen mit ihren Eltern und Bekann­ten ein Jahr lang pri­vat Auto­fah­ren und nicht von Anfang an zu einem Fahr­leh­rer gehen. So kann es pas­sie­ren, dass die Lern­fah­rer nicht alles ganz kor­rekt ler­nen – und wenn sie am Ende des Jah­res in eine Fahr­schu­le gehen, müs­sen die Fahr­leh­rer die Feh­ler wie­der aus­bü­geln.

Ange­nom­men Sie könn­ten ein neu­es Gesetz bezüg­lich dem Erwerb des Füh­rer­scheins erlas­sen, oder auch eine bestehen­de Rege­lung strei­chen. Was wür­den Sie ändern?

Gera­de die neue Rege­lung mit dem Auto­ma­ten­ein­trag fin­de ich nicht befrie­di­gend. Vor allem weil sie so kurz­fri­stig ein­ge­führt wur­de. Die Fahr­leh­rer wur­den dabei über­fah­ren. Vie­le Fahr­leh­rer muss­ten inner­halb sehr kur­zer Zeit ein neu­es Auto kau­fen, um kon­kur­renz­fä­hig zu blei­ben. Der Preis für die Fahr­stun­den kann dabei aber nicht gross ange­passt wer­den – obwohl jetzt alle Fahr­leh­rer zwei Autos haben müs­sen. Auch die neue Rege­lung, dass ab 2021 Motor­rä­der der 125er-Klas­se bereits ab 16 Jah­ren gefah­ren wer­den dür­fen, fin­de ich nicht opti­mal. Bis­her lag hier das Min­dest­al­ter bei 18 Jah­ren – das fin­de ich per­sön­lich sinn­vol­ler.

ZVG

Vorbereitung ist alles!

Vor­be­rei­tung ist alles! Andy Aebi­scher fällt durch die sehr hohe Bestehens­quo­te sei­ner Fahr­schü­ler und Fahr­schü­le­rin­nen auf. Der Aar­gau­er ist bekannt dafür, dass er sei­ne Schü­ler bis zu Per­fek­ti­on auf die prak­ti­sche Prü­fung vor­be­rei­tet. Dafür nutzt er ein selbst ent­wickel­tes Pro­gramm für das iPad und ein Info­buch mit Manö­vern.
Mit Herz­blut dabei: Sei­ne Lei­den­schaft fürs Fah­ren und ist ansteckend und begei­stert sei­ne Fahr­schü­ler.
«Andy ist ein fröh­li­cher und sehr lusti­ger Fahr­leh­rer. Er hat mich immer unter­stützt und mir alles Wich­ti­ge bei­gebracht, was ich auf der Stras­se berück­sich­ti­gen muss. Ich habe mich jedes Mal auf die Fahr­stun­de gefreut, was das Ler­nen ver­ein­fach­te», sagt Lau­ra aus Erlins­bach
Fahr­schü­le­rIn­nen geben ihm die Höchst­no­ten: Andy Aebi­scher wur­de durchs Band von den Fahr­schü­lern und Fahr­schü­le­rin­nen gelobt.
«Nicht ohne Grund mehr­fach aus­ge­zeich­net! Mit viel Spass, Humor und Geduld, aber auch mit hohem Grad an Serio­si­tät und Ernst­haf­tig­keit hat mir Andy das Wis­sen und die Art und Wei­se über das Auto­fah­ren nahe­ge­bracht. Die Fahr­stun­den waren zudem stets auf einem hohen Niveau, wodurch ich die Prü­fung im 1. Anlauf bestan­den habe», sagt Roma­no aus Ober­ent­fel­den.