Arme Aargauer Politiker im Gegenwind!

Von | 14. März 2019 | Gedan­ken

Nicht nur uns Jour­na­li­sten, son­dern auch den Poli­ti­kern weht ab und zu ein rau­er Wind ins Gesicht. Erwischt hat’s dies­mal zwei SVP-Leu­te, näm­lich Luzi Stamm und Fran­zis­ka Roth, wobei die Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit hier wohl kei­ne gros­se Rol­le spielt. Schon Regie­rungs­rä­tin­nen ande­rer Par­tei­en gerie­ten bekannt­lich auf die Gegen­fahr­bahn – ich erin­ne­re da an Ste­pha­nie Möri­ko­fer, die letzt­lich nicht mehr gewählt wur­de. Luzi Stamm hat sein Par­tei­hemd vor eini­gen Jah­ren schon gewech­selt und da er bei der SVP nicht mehr auf der Natio­nal­rats­li­ste ist, rät­selt man um einen erneu­ten Trans­fer. Wie wärs da mit der Hanf­par­tei? Was Stamm letz­te Woche als Natio­nal­rat auf­führ­te, ist schon sehr star­ker Tabak und passt in die Fas­nachts­zeit. Hoch­ran­gi­ge Poli­ti­ker soll­ten weder har­te Dro­gen noch Falsch­geld mit sich her­um­tra­gen. Da muss man sich wirk­lich nicht wun­dern, wenn man vom Regen in die Trau­fe gerät. Dass Stamm dann eine Haar­pro­be anbot, ist zwar sehr gross­zü­gig von ihm, böse Zun­gen behaup­ten indes, dass er seit Jah­ren ein Tou­pet tra­ge. Stamm nimmt jetzt eine Aus­zeit. Dar­un­ter wird die Bun­des­po­li­tik aber kaum merk­lich lei­den.

Eine Aus­zeit kann sich hin­ge­gen die Aar­gau­er Regie­rungs­rä­tin Roth kaum lei­sten. Sie ist bekannt­lich noch ein poli­ti­sches Green­horn und so ist es kaum ver­wun­der­lich, dass sie fast schon in jedes hin­ge­stell­te Fett­näpf­chen tritt. 

Zugu­te hal­ten muss man ihr aber, dass sie mit ihrem Res­sort qua­si ein Him­mel­fahrts­komm­do lei­tet und nun selbst in die Flug­bahn geriet. Poli­tik­in­ter­es­sier­te erin­nern sich noch an die Zeit, als Susan­ne Hoch­u­li wegen ihrer Asyl­po­li­tik extrem stark kri­ti­siert wur­de. Ich den­ke da nur schon an eine Ver­samm­lung mit viel Zünd­stoff in Safen­wil zurück. Hoch­u­li hat­te damals noch eini­ge Asy­lan­ten mehr unter­zu­brin­gen als die heu­ti­ge Res­sort­che­fin. Hoch­u­li wur­de immer wie­der an ihre Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit erin­nert. Und jetzt? SVP-intern ver­sucht man die Wogen noch zu glät­ten. Es sieht aber nicht gut aus.

Uns ist allen klar, dass man die zuge­teil­ten Asy­lan­ten irgend­wo unter­brin­gen muss. Den­noch kann es doch nicht sein, dass ver­schie­de­ne Stand­or­te für eine Asyl-Gross­un­ter­kunft öffent­lich bekannt­ge­ge­ben wer­den, ohne die Details genau vor Ort bespro­chen zu haben. Ent­spre­chend gross war die Ent­rü­stung vie­ler­orts – bei­spiels­wei­se auch in Küt­ti­gen. Da hat Roth schon sehr viel Good­will in der Bevöl­ke­rung ver­lo­ren. Wenn man dann zudem noch Brie­fe ver­liert und es zu frag­wür­di­gen inter­nen Kün­di­gun­gen im Depar­te­ment kommt, wird die Luft dünn. Viel­leicht kann sie ihren Job noch mit guter Rest­ar­beit ret­ten. Eine zwei­te Chan­ce ver­dient bekannt­lich jeder.